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Roxy und ihr Wunderteam in Dortmund

Roxy und ihr Wunderteam in Dortmund

Die Oper Dortmund bringt eine wunderbare „Fußball-Revue" von Paul Abraham auf die Bühne. Fast denkt man an Science Fiction, da das Vorbild für die Fußballmannschaft der Operette die österreichische war. Aber es stimmt: es gab einmal ein österreichisches Wunderteam – vielleicht sollten Alaba und Co. einen Abstecher nach Dortmund machen … Es ist bunt, es ist manchmal sogar ein bisschen schrill, es ist jazzig und auch ungarisch: Die Fußball-Operette von Paul Abraham, die dieser Tage in der Oper Dortmund eine Spielstätte gefunden hat.

Roxy und ihr Wunderteam (Foto © Opernhaus Dortmund)

Paul Abraham schrieb die Musik, Alfred Grünwald und Hans Weigel die Gesangtexte. Eigentlich ging es zuerst um ein Wasserballteam, doch nach den echten Erfolgen der österreichischen Fußballteams, in dem auch viele ungarstämmige Fußballer mitspielten, gab man dem populären Fußball den Vorzug gegenüber dem elitären Wasserball. 

Der Inhalt ist schnell erzählt und doch ziemlich verwirrend: 

Die „Altherren“ erzählen wie es dazu kam (Foto © Opernhaus Dortmund)

Die österreichische Fußballmannschaft hat wieder einmal gegen Schottland verloren. Der Coach fordert zumindest für das Rückspiel eine Gewaltanstrengung für den Sieg. So soll die Mannschaft auf seinem Gut am Plattensee kaserniert werden: ohne Frauen, ohne Alkohol, es wird nur trainiert! Die Aufgabe legt er allerdings in die Hände des Kapitäns der Mannschaft, da er dringend nach Venedig zu seiner Geliebten reisen möchte. Während der Kapitän im Zimmer des Coaches zurückbleibt und überlegt, wie er dies der Mannschaft mitteilen kann, stürzt Roxy in das Zimmer. Sie ist auf der Flucht vor ihrem Onkel und ihrem Bräutigam, den sie während der Hochzeitszeremonie verlassen hat.

Die Schwierigkeiten beginnen – Roxy ist auf der Flucht. (Foto © Opernhaus Dortmund)

Nun geht es Schlag auf Schlag: Die Fußballmannschaft reist ins Trainingscamp an den Balaton, nimmt aber Roxy zu ihrem Schutz mit. Die Dauerverlobte des Coaches verdächtigt ihn – richtig – des Seitensprungs und reist mit ihren „Kindern" aus dem Mädchenpensionat ebenfalls ins Trainingscamp. Zusätzlich nehmen noch Onkel und Bräutigam die Verfolgung von Roxy auf. Onkel und Bräutigam verfolgen Rox und das "Wunderteam"

Onkel und Bräutigam verfolgen Rox und das „Wunderteam“ (Foto © Opernhaus Dortmund)

Nach einigen Verwirrungen ist es dann klar: Das Team ist voll motiviert und es steht 3:1 für die Liebe..

Roxy (Emily Newton) mit ihrem Kapitän Gjurka Karoly (Lucian Krasznec), Foto © Opernhaus Dortmund

Die Originalpartitur von Roxy ist verschollen, es existieren lediglich die (unvollständigen) Orchesterstimmen der ungarischen Fassung aus der Zeit der Uraufführung, der Klavierauszug sowie die Verfilmung des Stoffes. Aus diesem Material haben die beiden Abraham Spezialisten Henning Hagedorn und Matthias Grimminger die Partitur, die auch zusätzliche Musiknummern des Films enthält, rekonstruiert. Es wurde eine kurzweilige Fußball-Operette, mit jeder Menge Jazz-Elementen und ungarischen Klängen. Manchmal glaubt man sich in Revueszenen ins Berlin der 20er/30er Jahre versetzt, dann spielt ein ungarischer Geiger zartschmelzende und auch kraftvolle Zigeunermelodien.

Am Balaton im Trainingslager wird nach ungarischen Klängen getanzt

Der Zöllner bei der Grenzkontrolle versucht mit dem Zusatz „erl" ein bisschen den Wiener Beamtenschmäh nachzumachen – was leider (für Wiener) nicht ganz gelingen wird, aber für Dortmunder sicher Wien-ähnlich klingt. Grandios Hannes Brock, als Onkel Sam Cheswick, der stimmlich wie schauspielerisch glänzt, und dem die Textdichter auch aktuelle Texte für sein großes Couplet geschrieben haben. Sowohl seine Anspielung auf Merkel, wie auch die Sorge um Borussia Dortmund sind hörenswert. Ob der Texthänger in dem Lied ein wirklicher war, oder auch ein Gag, werde ich wahrscheinlich nie erfahren. In beiden Fällen toll gemacht. Emily Newton ist eine quirlige Roxy, der man sowohl die Flucht als auch die Liebe zum Kapitän der Fußballmannschaft abnimmt und die die Fußballmannschaft schon ganz schön durcheinander wirbeln, aber zum Schluss dann auch voll motivieren kann.

Emily Newton als Roxy und Johanna Schoppa als Aranka von Tötössy (Foto © Opernhaus Dortmund)

Toll auch das ganze Fußballteam und die Pensionatsschülerinnen: Wer so durch die Luft wirbeln und tanzen kann und dann auch noch genügend Luft zum Singen hat, dem gebührt mehr als Respekt.

Die Fußballmannschaft in Aktion (Foto © Opernhaus Dortmund)

Alles in allem: Ein bunter Abend, gute Unterhaltung, beeindruckende Stimmen und ein stimmiges Bühnenbild und ebensolche Kostüme. Das Publikum klatschte bei den letzten Melodien bereits begeistert mit, verdiente Bravorufe für das Orchester, Dirigent und die Darsteller.


Roxy und das Wunderteam steht noch am 13.,21., 27. und 31. Dezember 2014, am 17., 29.1., am 7., 13., 18. und 27.2. und 15.3.2015 am Programm. Lassen Sie sich das Spektakel nicht entgehen. Hier gibt es noch ein Preview Video:

Und hier noch zwei Ausschnitte des Films, der über Roxy und das Wunderteam gedreht wurde. Die Hauptrollen spielten unter anderem Rosy Barsony, Hans Holt, Oscar Denés, Tibor von Halmay, Fritz Imhoff und Hortense Raky.

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