Enricos Reisenotizen

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Das Ruhrgebiet ist grün

Das Ruhrgebiet ist grün

Nein, ich meine das nicht im politischen Sinne – da wären wir wahrscheinlich eher bei rot – sondern in Bezug auf Natur, Wald und Wiesen. Viele denken noch immer an die Bergbau-Region – alles schwarz in schwarz, viel Qualm und außer Stollen nichts zu sehen. Das ist aber ein Irrglaube.

Das Ruhrgebiet ist grün

Bergbau war und ist noch immer ein Teil des Ruhrgebiets und doch hat sich hier einiges gewandelt. Die Städte – auf Grund der hier ansässigen Stahlindustrie – hatten im Zweiten Weltkrieg sehr unter dem Bombardements zu leiden. Kaum eine größere Stadt, kaum ein Ortskern blieb davon verschont. Damit finden sich die Sehenswürdigkeiten längst vergangener Zeiten eher vereinzelt in die Stadtarchitektur eingestreut. Neues kann man sehen, vieles davon erfreut nicht unbedingt das Auge. Auf praktisch kam es damals an und so stehen hier einige Kolosse herum, die an die Zeit des Aufschwungs nach dem Krieg erinnern. Der Kohleabbau brachte noch einmal Wohlstand, wenn auch mit den Nebenwirkungen, dass sich der Himmel über der Stadt rot färbte, wenn der Stahlofen „gestochen" wurde, dass es zischte und nach Schwefel stank, wenn die Schlacke in den Löschteich gegossen wurde. Die Häuserfronten waren ebenso schwarz wie die Gesichter der Bergmänner.

Im Muttental

Warum dieses Bild heute noch immer in den Köpfen herumspuckt? Keine Ahnung. Heute (und wahrscheinlich auch damals) zeichnet sich das Ruhrgebiet durch jede Menge Parks, Erholungsgebiete, eine reine Ruhr, und wie gesagt sehr viel Grün aus. Hier zwei Beispiele:

Im Muttental

Muttental

Einer, dieser wunderschönen Orte ist das Muttental. Hier kann man nicht nur entspannt wandern, sondern auch eine ganze Menge über alte Zeiten kennenlernen. Durch das Tal führt der sogenannte Bergbauwanderweg, ungefähr 8km lang, wobei ein kleiner Teil (ca. 1 km) mit der Feldbahn zurückgelegt werden kann.

Die alten Stollen

Museen, Stollen, Schlösser und Herrenhäuser, eine Ruine, Burgen, Zechen und Fördertürme, das alles und mehr bekommt man neben einer wunderbaren Aussicht, viel Natur und der Ruhr bei einer Wanderung entlang des Weges geboten. Besuchen Sie eine Ziegelei oder trauen Sie sich in den Besuchsstollen, um heraus zu finden, wie das Leben unter Tag so gewesen sein könnte. Oder besichtigen Sie die Dampfmaschine im Maschinenhaus. Im Gruben- und Feldbahnmuseum Zeche Theresia in Witten erfahren Sie eine Menge über das Leben hier zu früheren Zeiten. 

Auf der Website Ruhrgebiet Industriekultur finden Sie die einzelnen Stationen gut beschrieben.

Witten Hohenstein

Der Hammerteich – Witten Hohenstein

Ein anderer – sehr grüner und entspannender – Ort liegt bei Witten Hohenstein. Wandern Sie um den Hammerteich herum, genießen Sie im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen und /oder schauen Sie den Enten bei ihren – nicht immer jugendfreien – Spielen zu.

Am Hammerteich – Witten Hohenstein

Ältere, aber auch jüngere Fans des Modellbaus jagen hier ihre Boote im Hammerteich von Ufer zu Ufer oder lassen sie einfach – je nach Schiffsmodell – gemächlich über den See tuckern.

Modellboote-Fans am Hammerteich

Die Parkanlage wurde als eine Art englischer Landschaftspark gestaltet, nachdem der ehemalige Gemeinheitsgrund 1788 zuerst zur bäuerlichen Bewirtschaftung aufgeteilt, dann durch Köhler mehr und mehr gerodet wurde. Die Stadt Witten kaufte von 1891 bis 1895 große landwirtschaftliche Flächen auf, mit dem Ziel hier einen Stadtpark zur Erholung der Bevölkerung zu schaffen. Andere Gerüchte besagen, dass man damit allerdings nur dem Plan hier eine psychiatrische Anstalt zu errichten, zuvor kommen wollte. Trotzdem ist die Wald- und Parkanlage eine der frühesten Volksparks im Ruhrgebiet und zeigt so die stadtbaugeschichtliche und gesellschaftspolitische Entwicklung im Zeitalter der Industrialisierung.

Witten Hohenstein

In der Parkanlage Hohenstein finden sich neben den verschiedensten Ziergehölzen auch eine große Spielwiese mit Spielplatz, ein ausgedehntes Wildgehege, ein Ausflugslokal – das Parkhaus Hohenstein – und mehrere Staffagearchitekur-Denkmäler wie das Bergerdenkmal, der Haarmannstempel oder der Dönhoffbrunnen.

Witten Hohenstein

Weitere Informationen finden Sie auf der Website von witten.de

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