Uçhisar und das Panoramatal - Enricos Reisenotizen

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Uçhisar und das Panoramatal

Uçhisar und das Panoramatal

In Uçhisar erwartet den Besucher ein weiterer Burgfelsen, der ebenso wie in Ortahisar von zahlreichen Gängen und Räumen durchzogen ist. Der Ort wurde erstmals im 14. Jahrhundert in einer Chronik erwähnt, die Höhlen und Räume im Tuffstein stammen aber teilweise sicher aus früheren Zeiten. Man nimmt an, dass im Burgfelsen früher um die 1000 Menschen Unterkunft fanden, heute ist er unbewohnt.

Uçhisar

Einige Räume und Gänge sind derzeit auch zugeschüttet oder einfach noch unpassierbar. Dennoch gibt es drei unterschiedliche Wege, um auf den „Gipfel" des Felsen zu gelangen und dann die wunderschöne Aussicht auf das Panoramatal, das Tauben- und das Liebestal zu genießen. Ursprünglich waren die Häuser nur um die Festung gebaut worden, durch den Bevölkerungszuwachs und durch die andauernde Erosion wächst der Ort immer weiter ins Tal, sodass sich jetzt die Burg inmitten des Ortes befindet. In der Burg befindet sich noch eine alte Höhle, die durch die drei oben angeführten Wege erreicht werden kann. Einer dieser Wege konnte mit einer Steintür verschlossen werden, dahinter lag ein Wächterzimmer.

Uçhisar

Wer nicht auf den Felsen steigen möchte, kann sich aufmachen und das Tal durchwandern. Hier finden sich einige der schönsten Feenkamine ganz Kappadokiens, ebenso bemerkenswert sind die – bis in die 1960er Jahre noch bewohnten, in den Tuffstein gehauenen Wohnungen. Eine davon soll ein Deutscher noch vor wenigen Jahren genutzt haben – verglaste Fenster sind ein Beweis dafür.

Uçhisar: Die Felsenwohnung ist noch immer bewohnbar

Wer durch das Tal wandert, wird im Tuffstein kleine – oft verzierte – Öffnungen entdecken. Diese wurden extra für die Tauben geschlagen und sind oft reich verziert. Der Taubenmist war in früherer Zeit in Kappadokien ein gefragter Dünger für den stickstoffarmen Boden. Die als Taubenschlag erbauten oder umgebauten Höhlen wurden an den Seiten mit vielen Nistplätzen ausgestattet, um den Tieren geeignete Nistplätze zu schaffen. Die Öffnungen der Höhlen wurden bis auf die, zum Teil verzierten, Einflugöffnungen zugemauert und nur alle paar Jahre geöffnet um dann den Dung zu erhalten. Tauben waren für die Ergebnisse der Landwirtschaft so wichtig, dass die Jagd auf sie lange Jahre streng verboten war. Da sie sich ungestört vermehren konnten, durchzogen Taubenschwärme früher das Land. Mit dem Aufkommen und dem Einsatz von Kunstdünger ist es aber auch damit vorbei, auch wenn der Taubendung auch heute noch als der bessere Dünger gilt.

Die bemalten Taubenschläge

Auch heute noch lebt ein großer Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft, wenn auch er Fremdenverkehr eine immer größere Rolle spielt. So wurden auch einige der malerischen Felshäuschen bereits in Unterkünfte oder Restaurants umgewandelt.

Türkischer Kaffee mit giftgrünem Likör – passt ausgezeichnet

Wer auf seiner „Kaffeefahrt" durch Kappadokien nach Uçhisar kommt und weder den Burgfelsen besteigen, noch im Tal herum spazieren will, kann ruhig bei einem Café die Aussicht genießen. Zum türkischen Café wird hier auch ein ganz besonderer giftgrüner Likör serviert, der zwar verboten aussieht, aber recht gut schmeckt. Sie sollten sich das bei einer kleinen Rast auch nicht entgehen lassen… 

Das Tal und die Umgebung von Uçhisar bieten viele viele wunderschöne Fotomotive. Hier sind noch einige davon:


Museum und Restaurant in Ortahisar
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