Der Freischütz in Gars - Enricos Reisenotizen

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Der Freischütz in Gars

Der Freischütz in Gars

Wohl besser kann die Burgruine Gars kaum zu einer Oper passen als zum Freischütz von Carl Maria von Weber. So verzichtete man diesmal komplett auf einen zusätzlichen Bühnenaufbau – die Burgruine war Bühne genug…

Bühne, Orchester und Zuschauerraum

Oper auf der Burgruine Gars ist für mich immer wieder ein Erlebnis. Bereits in der Vergangenheit überraschte die Intendanz mit gelungenen Aufführungen, interessanten Inszenierungen und hoher Qualität. Nun, im 25. Jahr gab es so etwas wie einen Neuanfang. In den 1980ern wurde die Burgruine Gars von Porf. Karel Drgac entdeckt und mit den Open Air Festspielen wach geküsst. Er und die Oper-n-Air GmbH waren für den erfolgreichen Auf- und Ausbau der Opernaufführungen unter freiem Himmel verantwortlich. Schon im letzten Jahr konnte man erleben, dass sich Änderungen breit machten: Das „Burgrestaurant" wurde – zu unserem Bedauern – geschlossen, eine Catering-Firma übernahm die Bewirtung der Festspielgäste – zugleich wurden sogenannte VIP-Pakete angeboten. Wobei man dieser großes Lob aussprechen muss: Sowohl das Wildschweinragout als auch die Grammeltascherln waren hervorragend. Auch die Mohnzutzler bleiben uns in guter Erinnerung. Der „Chefin" sei hiermit noch einmal besonders gedankt: Da wir schon sehr früh auf der burg ankamen, sich unsere Furcht vor Regen bei Anblick der dunklen Wolken vergrößerte, der „überschirmte" VIP-Bereich jedoch ausreserviert war, gab sie ihr ok für die Übersiedlung eines Tisches unter die Tribüne. So konnten wir beruhigt und zufrieden unser Essen genießen und uns auf den Beginn der Vorstellung freuen.

Die Open-Air Fans bei ihrem Spezialtisch am blauen Teppich

Heuer konnte man auch an den unterschiedlichen Webadressen erkennen, dass hier eine Ära zu Ende ging, anscheinend nicht ganz konfliktfrei. So gibt es auf der „alten" Seite nur noch einen kleinen Überblick über die früheren Produktionen und auf der neuen Website der Opernfestspiele fehlt der Hinweis auf Vergangenes ganz. Schade. 

Doch nun endlich zum Musikalischen.

Der neue Intendant und Dirigent Dr. Johannes Wildner (Foto © Oper Burg Gars)

Johannes Wildner ist nicht nur neuer Intendant, (wenngleich der Freischütz noch von seinem Vorgänger ausgewählt wurde) sondern hat auch die musikalische Leitung inne. Auch am letzten Tag der Aufführungsserie merkte man noch seine Begeisterung für die neue Aufgabe. Überrascht hat es allerdings schon, dass er vor dem berühmten Jägerchor vom Dirigentenpult auf die „Bühne" herab eilte und sich beim Publikum für das Kommen bedankte. Noch überraschender war es allerdings, dass er die Besucher zum Mitsingen aufforderte und auch gleich den Refrain einstudierte. Das wird man noch üben müssen – die Mitwirkung der Zuhörerschaft muss noch als dürftig bezeichnet werden.

Vor der Vorstellung

Am Dirigat gab es nichts auszusetzen. Schwungvoll wurde das Orchester – auch neu: Die Klangvereinigung Wien – jeder Anforderung gerecht. Das Bühnenbild harmonierte wunderbar mit der Ruine der Burg, einige „moderne" Einfälle wie die „Yogaübungen" des Eremiten oder der „Friseursessel" widersetzten sich zwar meinen Interpretationsversuchen, wobei ich zweiteren noch als Hochzeitsvorbereitung ansehen kann, aber man kann ja ohne weiteres einmal einen anderen Weg gehen.

Gesanglich und schauspielerisch ausgezeichnet – Der Chor der Oper Burg Gars

Hervorragend der Chor der Oper der Burg Gars, auch was seine schauspielerische Darstellung betraf.

Agathe und Ännchen

Wunderbar Yasushi Hirano als Eremit, hervorragend Selcuk Cara als Caspar und Claudia Goebl als Ännchen. Alle drei beeindrucken auch durch ihre Ausdruckskraft und ihr Schauspiel. Michael Bedjai als Max und Bettina Jensen als Agathe hatten einige wunderbare Momente und überzeugten mit solider Gesangesleistung. Sehr gefallen haben mir auch die Brautjungfern beim Binden des „Jungfernkranz".

Die Freikugeln werden gegossen

Große schwarze Wolken zogen am Beginn der Oper über die Burgruine, aber außer ein paar Tropfen, die unter Publikum und Darsteller schon einen kleinen Schrecken verbreiteten, blieb es dann doch trocken. 

Alles in allem: ein gelungener Abend, eine schöne Aufführung und wir sind schon gespannt auf das nächste Jahr.


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