Enricos Reisenotizen

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Die Tschechische Philhamonie in Grafenegg

Die Tschechische Philhamonie in Grafenegg

Ich liebe die Musik von Smetana und Dvořák und mir gefällt Grafenegg. Was ist also näher liegender als zum Konzert der Tschechischen Philharmonie zu eilen… Vor dem Abendkonzert im Wolkenturm gab es auch noch eine Prélude im Hof des wunderschönen Schlosses. Bei Sonnenschein begannen Matthias Schulz (Flöte), Theresia Melichar (Oboe), Christoph Moser (Klarinette), David Seidel (Fagott), Jonas Ruder (Horn) mit den sechs Bagatellen von György Ligeti. Darauf folgten die Bagatellen op. 47 von Antonín Dvořák in der Bearbeitung von Reinhard Gutschy und schließlich mit weiterer Unterstützung durch Stefan Vohla (Klarinette), Franz Pickl (Horn) und Thomas Bachmair (Trompete) das Divertimento für Bläseroktett op.22.

Schloss Grafenegg

Dvořák war auch hier mein Favorit, aber obwohl ich mit „moderner" Musik so meine Schwierigkeiten habe, finde ich Ligeti doch auch immer wieder schön. Als Einstieg in eine neue Klangwelt ist er auf jeden Fall zu empfehlen. Hans Gál war mit gänzlich unbekannt, doch auch hier muss gesagt werden, dass es sich lohnt auch weitere Werke von ihm ausfindig zu machen. Da leider die Sonne über dem Dach des Schlosses verschwand und anstelle dessen eine große schwarze Wolke die ersten Regentropfen herab sandte, mussten Musiker wie Publikum in die Reitschule übersiedeln. Hier im Trockenen begann man dann noch einmal das Divertimento von vorne. Ein Danke schön an die Musiker.

Im Schlosshof noch bei Sonnenschein

Obwohl ich gerne noch das Schloss von innen besichtigt hätte, ein Blick beim Durchgang hinauf in die Kapelle versprach viel Sehenswertes, war es dafür schon zu spät. Schließlich begann die Einführung zum Abendkonzert durch Michael Krügerke. Ich schätze diese Einführungen sehr, da sie mir immer einen neuen Blick auf die Werke des Künstlers vermitteln. Daher also nicht verpassen. Auch Krügerke brachte wieder einige interessante Punkte zur Sprache, die er durch Hörbeispiele untermalte. Wenn ich auch nicht mit all seinen Interpretationen d'accord gehe, waren wertvolle Anregungen mit dabei.

Beim Fallen der ersten Tropfen übersiedeln wir in die Reithalle

Und dann kam der Höhepunkt! Grafenegg war wolkenverhangen, aber dennoch kam immer wieder die Sonne durch. Die Organisatoren zeigten sich auf Grund der Wettervorhersage optimistisch und so wanderte das Publikum in guter Laune zum Wolkenturm in Vorfreude auf das Konzert.

Gespannte Erwartung im Auditorium

Doch dann. Obwohl es noch nicht regnete, wurde – um eine spätere Übersiedlung mitten im Konzert zu vermeiden – die Aufführung doch in das Auditorium verlegt – und es war richtig. Bald darauf prasselte der Regen auf Wolkenturm, Schloss und Rasen nieder. Auch einige Instrumente scheinen bei der Übersiedelung noch einige Tropfen abbekommen zu haben. Mit einiger Verspätung begann das Konzert und die Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Jiři Bělohlávek begeisterte die Zuhörer. Es begann mit Bedřich Smetanas „Aus meinem Leben" in der Orchesterfassung von George Szell. Hier dieses Stück in der Originalfassung als Geigenkonzert.

Darauf folgten die „Biblischen Lieder" von Antonín Dvořák, die von der Mezzosopranistin Bernada Fink wunderbar interpretiert wurden.

Bernarda Fink, Foto © Julia Wesely

Nach der Pause ein weiterer Höhepunkt des Abends. Die Symphonie Nr. 9 e-moll op 95 „Aus der Neuen Welt" von Antonín Dvořák. Ein absolutes Highlight. Schmelz und Stärke, Emotionen pur, das alles war im Spiel der Tschechischen Philharmonie zu hören und mitzuerleben. Ein wirkliches Erlebnis. Leider habe ich auf YouTube kein Video mit der Tschechischen Philharmonie gefunden. Auf der Seite von Grafenegg kann man aber ein wenig mehr über die Dvořák und seine Symphonie erfahren und auch ein wenig in die einzelnen Sätze hineinhören. Klicken Sie hier

Begeisterter lauter Applaus und Jubel am Ende der Symphonie für den Dirigenten und sein Orchester. Jiří Bělohlávek und die Tschechische Philharmonie schenkten ihrem Publikum dann noch zwei Zugaben (einmal Smetana, einmal Dvořák) – der Saal tobte. 

Wenn Sie Gelegenheit haben, die Tschechische Philharmonie mit Smetana oder Dvořák hören zu können, zögern Sie nicht. Ich behaupte jetzt einmal, dass es wenige gibt, die tschechische Klänge so interpretieren können. Traumhaft. 


Mehr über Schloss Grafenegg und Klang trifft Kulisse erfahren Sie auf askEnrico.

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