Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken

Kulturhauptstadt: Was bringt's?

Kulturhauptstadt: Was bringt's?

​In Zeiten der „Sparsamkeit", die jetzt ja überall herrschen und in Zeiten der EU-Skepsis (alles was aus Brüssel kommt, ist schlecht) höre ich immer wieder die Aussage, dass „das Theater um die Kulturhauptstadt" sinnlos ist, nichts bringt und natürlich nur Geld kostet. Ist es wirklich so?

Am Hauptplatz von Pécs - alle Häuser sind wunderbar renoviert

Pécs, die Kulturhauptstadt 2010, lud Vertreter von Kulturhauptstädten und solche, die es werden wollen, zu einer Konferenz, um Vor- und Nachteile eines Kulturhauptstadtjahres zu klären. Das Ergebnis kurz zusammengefasst und frei nach dem Werbespruch für Beton: „Es kommt halt darauf an, was man daraus macht!"

Der Széchenyi-Platz mit dem Dschami, der Pestsäule und dem Hunyadi Denkmal

Einige Faktoren scheinen allerdings besonders wichtig zu sein:

• Die einheimische Bevölkerung muss immer eingebunden sein 

• Es sollte Feste, Aktionen, Veranstaltungen nicht nur für Touristen geben, sondern auch oder speziell für die Stadtbewohner
• Die Projekte sollten langfristigen Charakter besitzen und nicht nur im Kulturhauptstadtjahr funktionieren
• Projekte müssen nicht unbedingt zum Start des Kulturhauptstadtjahres fertig sein (das scheint am ehesten die Journalisten bei der Eröffnungsfeier zu stören), wichtig ist, dass sie mit dem Kulturhauptstadtjahr in Verbindung gebracht werden und langfristig funktionieren
• Natürlich geht es auch ums Geld: Um alle Förderungen von der EU abzuholen, gilt „Gewusst wie" Pécs ist ein gutes Beispiel, das es gelingen und wie viel es einer Stadt bringen kann.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Natürlich gab es ausgezeichnete Grundvoraussetzungen in der Stadt: die wunderschöne Altstadt mit ihren alten Häusern, die wechselseitige Geschichte der Stadt, die einen Schmelzpunkt zwischen Islam und Christentum darstellt, die Entdeckung der römischen und christlichen Vergangenheit und natürlich die berühmte Zsolnay-Fabrik, deren Produkte in der ganzen Welt bekannt waren und noch immer sind.

In der Ausstellung im Zsolnay Kulturviertel

Dennoch waren die Zeiten für Pécs nicht immer leicht und gerade vor dem Kulturhauptstadtjahr war die Situation für die Stadt nahe der Grenze schwierig. Immerhin zogen sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nachbarland bis zur Jahrhundertwende hin.

Die berühmte Eosin-Glasur der Zsolnay Manufaktur

Doch die Stadt nutzte ihre Chance: Heute ist die Altstadt renoviert, viele kleine Lokale laden zum Verweilen ein, bei schönem und warmen Wetter kann man vor den Restaurants gemütlich sitzen und die Stadt und das Leben genießen.

Blick auf das Nationaltheater

Viele Museen warten auf ihre Besucher und das neu geschaffene Cella Septichora Besucherzentrum zeigt stolz die beeindruckenden Ausgrabungen des römischen und christlichen Erbes.

Das Schachspiel im Vasarely Museum

Natürlich muss man die Kathedrale besuchen, in die Moschee von Pascha Gazi Kassim gehen, dann über den Hauptplatz zum Zsolnay-Brunnen schlendern und wer sich in diesen verliebt hat, der muss ins neu gestaltete und renovierte Zsolnay-Viertel pilgern.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Dort sieht man ganz besonders, was ein Kulturhauptstadtjahr bringen kann. Es sind nicht nur die wunderschön renovierten Häuser der Familie und der Fabrik, es sind nicht nur die tollen Ausstellung der Zsolnay-Kunstwerke – dieses Viertel lebt.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Auf der einen Seite wird es von der Universität Pécs begrenzt und genutzt, auf der anderen Seite wird in der Fabrik noch gearbeitet, dazwischen gibt es immer wieder Veranstaltungen, Puppentheater, Picknick und vieles mehr…

Blick auf das Zsolnay-Mausoleum

Es ist wunderschön hier durchzugehen, zu staunen oder einfach sich im Café niederzulassen, einen Café oder in der Vinothek ein Glas vom besten ungarischen Wein zu genießen. Wer möchte, kann hier auch übernachten.

Das moderne Kodály Center

Als weiteres Highlight für die Bewohner, aber auch für Touristen würde ich das Kodály Center bezeichnen, das nicht nur als Konferenzzentrum dient, sondern in dem auch wunderschöne Konzerte (z.B. der Pécer Philharmonie) stattfinden. Wenn Sie also Pécs besuchen, erkundigen Sie sich auf jeden Fall nach den Veranstaltungen.

Der Zsolnay-Brunnen am Hauptplatz

 Pécs ist, obwohl das Zsolnay-Kulturviertel auch nicht gleich zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres fertig war und auch das Kodály Center erst später in Betrieb ging, ein äußerst gelungenes Beispiel für eine Kulturhauptstadt.

Im Inneren der Kathedrale

Auf www.ask-enrico.com stellen wir die Stadt bald noch genauer vor und beschreiben, was man unbedingt gesehen haben sollte. Lassen Sie sich Pécs nicht entgehen, besuchen Sie das alte Fünfkirchen.

In der Cella Septichora Ausstellung
​Ein Tag im Zsolnay Kulturviertel
Sportlich in Bük
 

Die beliebtesten Posts...

Minutenlanger Applaus, Standing Ovation, begeisterte Pfiffe – und diese Aufführung in der Dortmunder...
Jedes Jahr werden – gleichzeitig mit der Ferienmesse – auch zwei Hallen der Wiener Messe mit all jen...
Am Ende des 2.Tages kommen wir wohlbehalten im Sühan Hotel in Avanos an, in dem wir nun die nächsten...

Werbung

Anzeigen

Zum Seitenanfang