Enricos Reisenotizen

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Euro Velo 13: Radfahren entlang des Eisernen Vorhangs

Euro Velo 13: Radfahren entlang des Eisernen Vorhangs

Radeln entlang der Linie, die einst Europa teilte – von der Barrent See bis zum Schwarzen Meer führt der Velo 13 – Iron Curtain auf über 6.800 km. Bis 1989 trennte der Eiserne Vorhang Europa in zwei Einflusssphären, heute können sich Radfahrer und Wanderer auf die Spuren dieses Bandes durch Europa begeben und dabei seine Geschichte und auch die Einzigartigkeit der Fauna und Flora der Gebiete kennenlernen, durch die er führt.

Der Euro Velo 13 - beim Nationalpark Podyjí und den Resten des Eisernen Vorhangs

Die Route

Der Euro Velo 13 beginnt an der Barent See und verläuft dann entlang der norwegisch- und finnisch-russischen Grenze bis zur Ostsee, passiert die Küstenstreifen von Estland, Lettland, Litauern, Kaliningrad, Polen und der ehemaligen DDR. Von Lübeck bis zum sächsisch-bayrisch-tschechischen Dreiländereck folgt der Radweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Weiter geht es über die Höhen des Böhmerwalds, vorbei an Mähren und Bratislava nach Wien, wo die Donau überquert wird und dann an der Südgrenze Ungarns weiter über Slowenien, Kroatien und die Vojvodina. Zwischen Rumänien und Serbien folgt der Euro Velo 13 weitgehend dem Lauf der Donau, um schließlich über Bulgarien, Mazedonien und Griechenland am nördlichsten Punkt der Türkei an der Schwarzmeerküste zu enden.

Radfahren im Nationalpark Prodyjí

Kaum jemand wird diese ganze Strecke in einem bewältigen, wohl aber kann man einzelne Streckenabschnitte bewältigen, je nach Lust und Laune und natürlich von der jeweiligen Kondition abhängig. Der Euro Velo 13 ist aber nicht nur wegen des Radfahrens oder Wanderns interessant.

Euro Velo 13

Er verbindet mehrere Nationalparks (so z.B. den Nationalpark Thayatal und den Nationalpark Podyjí in Österreich und Tschechien), er führt mehrmals zwischen den einzelnen Ländern hin und her und bietet eine Vielzahl einzigartiger Landschaften, die gerade deshalb interessant sind, da sie in früheren Zeiten als Sperrgebiet galten und damit die Natur sich unbeeinflusst von Menschenhand entwickeln konnte. Außerdem gibt es entlang der Strecke unzählige Mahnmale, Museen und Freiluft-Einrichtungen, die an die Geschichte der Spaltung Europas und deren Überwindung durch die friedliche Revolution in Ost-Europa erinnern.

Euro Velo 13 Iron Curtain Trail

Der Euro Velo 13 ist so wie alle Euro Verlos durchgängig und einheitlich markiert, Radfahrer müssen nur dem quadratischen blau-gelb-weißen Logo mit der Zahl 13 im Sternenkranz und der Route folgen.

Ein kleiner Radausflug zwischen Tschechien und Österreich auf dem Euro Velo 13 in zwei Etappen.

Von Čižov zur Thayabrücke nach Hardegg

Wir haben bei unserem Ausflug mit dem Weinviertel Tourismus und dem Tourismuszentrale Südmähren einen kleinen Abschnitt als Wanderweg (von Čižov zur Thayabrücke nach Hardegg) und einen etwas größeren vom Galgenberg nach Mikulov getestet.

Der Kolonnadenweg und die Reste des Eisernen Vorhangs

Den ersten Abschnitt sind wir – es regnete – gewandert, kein Problem bei einer ca. 5 km langen Strecke. Wer sich für den Nationalpark interessierte, kann sich viel Informationsmaterial im Nationalparkhaus in Čižov holen und nur ein paar Schritte weiter sieht man die Überreste des Eisernen Vorhangs. Allein der Wachturm auf der Anhöhe erscheint auch jetzt noch gespenstig genug und ich zumindest habe in Erinnerung an diese Zeiten noch immer bei dem Anblick ein ungutes Gefühl verspürt. Dann geht es weiter durch den Nationalpark Podyjí und wenn es ihre Zeit erlaubt, sollten Sie die Ausblickswarte besuchen.

Die Reste des Eisernen Vorhangs bei Čižov

Bald erreicht man dann die Thayabrücke mit dem kleinen ehemaligen Zollhaus auf der österreichischen Seite. Hier ist ein kleines Museum untergebracht, das man auch kurz besuchen sollte. Es widmet sich der Geschichte der Brücke und zeigt auch den Jubel bei der Wiedereröffnung.

Vom Galgenberg nach Sedlec

​Der zweite Abschnitt war schon etwas länger und bei strahlendem Sonnenschein auch toll zu fahren.

Der Rastplatz an der Grenze zwischen Österreich und Tschechien

Wir starteten diesmal bei der Kellergasse am Galgenberg (Wildendürnbach) und los ging es über die Felder Richtung Mikulov ins 15km entfernte Sedlec. Hügelig geht es in der typischen Weinviertler Landschaft dahin, wer ein wenig Kondition mitbringt, hat keine Probleme, wer so wie ich Couchpotato und Bildschirmarbeiter ist, kommt schon ziemlich ins Schwitzen und muss auch den einen oder anderen Anstieg schieben. Dennoch es ist eine tolle Fahrt. Bis auf einmal, knapp vor der Grenze zu Tschechien ist der Weg auch hervorragend ausgeschildert, folgen Sie immer dem blauen Schild mit der 13 im Sternenkranz.

Das Grenzschild

Am Rastplatz an der Grenze staunt man über das Schild, das den Grenzübergang für Wanderer, Radfahrer und Skifahrer (!) als geöffnet erklärt. Hier kann man ein wenig Rast machen und die Gegend genießen. Dann geht es auf tschechischer Seite weiter, wo die Strecke entlang eines ehemaligen Kolonnenwegs führt und dann einige Zeit entlang der Bahnstrecke.

Die Gedenktafeln am Euro Velo13

Auf diesem sogenannten Weg der Freiheit sind zahlreiche Infotafeln am Wegesrand angebracht, die die verschiedenen Methoden zeigen, mit denen die Menschen versuchten den Eisernen Vorhang zu überwinden. Ein Denkmal erinnert an die vielen Toten, die es nicht in den Westen geschafft hatten.

Das Denkmal für die Opfer

Dann erwartet uns schon die Mlyn Sedlec – ein fahrradfreundlicher Betrieb, bei dem wir unseren Durst und Hunger stillen.

Weitere Informationen über die Euro Velo-Touren und viele nützliche Informationen für Radfahrer finden sich auch noch www.eurovelo.org und www.eurovelo.com

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