Enricos Reisenotizen

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Nach Dortmund der Oper wegen?

Nach Dortmund der Oper wegen?

Jaaa, und warum denn nicht? Schließlich sind ja Musical-Reisen zu Starlight-Express nach Bochum oder zum König der Löwen auch angesagt …

Ich muss gestehen, ich mag die Oper in Dortmund, wobei in ihren Hallen ja nicht „nur" Oper aufgeführt wird, auch Ballett, Musical und Operette sind hier zu Hause.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Aber nachdem ich hier einmal eine hervorragende Carmen genossen habe, liebe ich dieses Haus. Allein die Architektur des Hauses macht Spaß immer wieder einen Abstecher nach Dortmund zu machen.

Das Theater Dortmund bei Nacht

Es ist ein modernes Haus, von weiten sieht es ein bisschen wie eine Schildkröte aus und von manchen Blickwinkeln erinnert es mich an Fotos von Sidney. Im Inneren dominieren die Farben Orange und Schwarz, manche Gänge sind mit Spiegelwänden ausgestattet und ein Blick in den „Innenhof" zeigt Grün.

Theater Dortmund - die Bar

Der Zuschauerraum wirkt mit den vorgebauten Logen ein bisschen wie der Regierungssaal des Senats in Star Wars, nur dass hier die Logen nicht zu fliegen beginnen.

Im Zuschauerraum im Theater Dortmund

Die neue Opernsaison startete diesmal mit Charles Gounod's Faust (Margarethe). Ein nicht zu oft gespieltes Werk, und zugegebener Maße auch für mich eine Premiere.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Doch schon beim ersten Blick auf das Bühnenbild (Bühne: Magdalena Gut) bin ich von der Aufführung fasziniert und es bleibt so bis zum Schluss. Obwohl sich die Bühne recht einfach gestaltet zeigt, ist es – vor allem durch eine hervorragende Lichtregie – grandios, welche Stimmungen nur durch den Einsatz der Beleuchtung (und teilweise auch durch die Nebelmaschine) erzeugt werden können und wie sich die Bühne vor den Augen der Zuschauer verwandelt. Einfach toll.

Blick in den Orchestergraben

Hervorragend klingen auch die Dortmunder Philharmoniker unter der musikalischen Leitung von Motonori Kabayashi an diesen Abend, die die Gefühlsmelange der Musik von kraft- über gefühlvoll bis zur Verzweiflung richtig in Szene setzen.

Blick in den Orchestergraben

Überragend auch Karl-Heinz Lehner als Méphistophélès. Er kann einfach alles, was der Teufel können muss, um seine Opfer zu umgarnen – selbst wenn er dazu eine Krankenschwester spielen muss, um den alten Faust zu betreuen und ihn auf die „schiefe Bahn" zu ziehen.

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Ausgezeichnet auch Eleonore Marguerre als Marguerite – sehr berührend, fast schon schockierend in ihrer Verzweiflung im letzten Akt, großartig in der „Schmuckszene".

Faust (Margarethe) von Charles Gounod (Foto: Theater Dortmund)

Hervorzuheben ist aber auch – neben der gesanglichen Leistung – das schauspielerische Können von David N. Koch als alten Faust: fast möchte man als Zuschauer auf die Bühne laufen, um den alten Mann vor dem Sturz zu bewahren. Ist er doch – in der Regie von John Fulljames immer auf der Bühne präsent, quasi um seinem verjüngtem Ich bei den Taten zuzusehen.

Lucian Krasznec (Doktor Faust), Ileana Mateescu (Siébel), Almerija Delic (Marthe) und Ian Sideden (Wagner) stehen ihren Kollegen in nichts nach.

Eine gelungene Aufführung – die Reise nach Dortmund lohnt sich!

Theater Dortmund
441 37 Dortmund, Theaterkarree 1-3
Tel: +43 231 50 25 547, Ticket-Hotline: +43 231 50 27222
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.theaterdo.de

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