Bochum kulinarisch

Bochum kulinarisch

 So bezeichnet sich nicht nur eine Veranstaltung, die letztes Jahr bereits zum 25.Mal in der Bochumer Innenstadt über die Bühne ging und einen tiefen Einblick in die geschmackliche Szene der Ruhrpottstadt gibt, nein Bochum hat auch sonst einiges in Sachen Kulinarik zu bieten.

Die Currywurst

Wenn man über Essen im Ruhrpott schreibt, darf man eines nicht vergessen: die Currywurst. Lange bevor McDonalds seine Burger erfunden hat, gab es hier das spezielle Würstel (das eigentlich eine normale Bratwurst ist) mit seiner besonderen Sauce dazu, die es zur einzig und alleine glücklich machenden Currywurst macht. Viele Anbieter rittern um den Ruf, wer nur eigentlich die Originale und die Beste am Ort herstellt: nach einigen Testversuchen und nach Auskunft der lokalen Feinschmecker sei hier bekannt gegeben – es ist die Dönnighaus (http://www.dieechte.de/). Wer also in Bochum war und keine Currywurst von Dönnighaus probiert hat, war einfach nicht da. Aus – basta – Schluss. Zur Vollständigkeit halber möchte ich aber hier als neutraler Beobachter noch anführen, dass es das Gerücht gibt, die Currywurst stamme gar nicht aus dem Ruhrgebiet, sondern aus Berlin! Aber das ist wahrscheinlich nur eine Verleumdung der Hauptstädter …

Die berühmte Currywurst

Bochum kulinarisch

Bochum kulinarisch ist ein mehrtägiges „(Fr)Essfestival", das in der Innenstadt jeweils im August stattfindet und viele Besucher aus der Stadt und der Umgebung anzieht. Hier kann man dann die ganze Palette der Vielfältigkeit verkosten und davon gibt es im Ruhrgebiet einiges. Neben dem selbstverständlichen Fiege Bier (von der örtlichen Brauerei) gibt es auch eine große Szene mit italienischer und türkischer Küche und allerlei sonstigen Spezialitäten. Wenn Sie sich also einmal durchkosten möchten, besuchen Sie die Stadt im Sommer. Mehr über Bochum kulinarisch auf deren Website unter www.bochum-kulinarisch.de

Bochum kulinarisch

Ein 5-Gang Menü mit Weinbegleitung im Schultenhof

Wer einmal so richtig gut essen möchte, könnte aber auch „Zum Schultenhof" pilgern. Es ist nicht ganz leicht das Haus (Restaurant und Hotel) zu finden. Auch in Bochum hat es die Kreisverkehr-Lobby geschafft, innerhalb kürzester Zeit viele neue Kreise auf den Straßen einzubauen, sodass es notwendig ist Navi oder Karten auf den neuesten Stand zu bringen.

Zum Schultenhof

Das Restaurant liegt am Anfang eines Naturschutzgebietes, die letzten Meter sind ein bisschen abenteuerlich, aber es lohnt sich. Egal ob Sie internationale Küche, italienische Spezialitäten, Fisch, Geflügel oder Wild am Teller sehen wollen, der Chef des Hauses wird Ihnen Wohlschmeckendes kredenzen. Wir freuten uns auf ein 5-Gänge Menü mit Weinbegleitung. Nachdem wir endlich unsere Runden im Kreisverkehr richtig absolviert hatten, wurden wir gleich beim Eingang mit einem Gläschen Riesling Sekt vom Kloster Eberbach empfangen. Dazu kann man als Bewertung nur sagen: toller Einstieg.

Im Gastraum vom Schultenhof

Der Innenraum des Restaurants ist nicht sehr groß (daher Reservierung empfohlen) und sehr gemütlich eingerichtet. Die alten Balken des Fachwerkhauses werden nun durch neuere unterstützt, man fühlt sich gleich wohl beim Eintreten. Bemerkenswert der Ablauf der Weinbegleitung, die sich eigentlich als Weinprobe herausstellte. So kredenzte Christoph Göbel nach dem Begrüßungssekt noch insgesamt 11 Weine, je fünf Weiß- und Rotweine und einen Dessertwein. Doch der Reihe nach…

Der Camino de Castilla Verdejo-Viura aus Spanien wird präsentiert.

Zum Start gab es einen Spanier vom Weingut Camino de Castilla, einen sehr fruchtigen Weißwein, der aus Rueda in Kastillien stammte und einen deutschen Riesling von der Mosel aus der Schiefer Steillage zu verkosten. Wir zogen den Spanier dem Deutschen zur Vorspeise Büffelmozzarella auf buntem Blattsalat mit getrockneten Tomaten und Walnüssen vor und ein langer Abend des Verkostens und Schmausen begann.

Markus Molitor „Blauschiefer“ Riesling trocken von der Mosel

Als Zwischengericht erwarteten uns „Involtini di Pesce" mit Zitronen-Salbei-Sauce auf zweierlei Püree", die uns zu besonderer Begeisterung hinrissen. Dazu gab es einen Zenato Lugana aus Venetien und einen Blauschiefer Riesling trocken von Markus Molitor zu verkosten, wobei letzterer auch zur großen Verwunderung unseres italienischen Weinliebhabers ganz unsere Sympathien gewann. Leider gibt es von den ersten beiden Gängen keine Fotos, zu lecker und zu hungrig waren wir und so wurden die Teller so schnell geleert, dass keine Zeit mehr für die Bilder blieb. Besonders schade für die auch wunderschön anzuschauenden Püreevariationen in grün und orange. Weiter ging es mit der Weinverkostung mit einem Kühling-Gillot Riesling „Ölberg" Großes Gewächs aus Rheinhessen, der die Verkoster auf unserem Tisch mit geteilter Meinung zurückließ. Mir schien er harmonischer und im Geschmack gereifter, milder als sein Vorgänger aus Deutschland, den viele präferierten. Allerdings würde mich der Preisunterschied von 27 Euro/Flasche zu 9 Euro doch etwas abschrecken.

Tris di Tortelloni

Mit den „Tris di Tortelloni", von denen vor allem die grüne und die weiße Variante ausgezeichnet mundeten, kamen nun die Rotweine ins Spiel, wobei leider weder der halbtrockene Oromonte aus den Rebsorten Tempranillo und Garnacha aus Spanien noch der Doppio Passo, ein halbtrockener Primitivo uns so richtig überzeugen konnten.

Der wunderbare Hirschrücken auf Rotweinsauce mit Kartoffeltaler und Rosenkohl

Dann kam das absolute Highlight des Abends aus der Küche: Giuseppe Toteda servierte einen hervorragenden Hirschrücken auf Rotweinsauce mit Kartoffeltaler und Rosenkohl. Herrlich gegart, hauchzart, geschmacklich wunderbar. Dazu kosteten wir vorab einen Trapiche Oak Cask Malbek aus Argentinien und einen Muratie „Ansela van de Caab" aus Südafrika, für den wir uns in seltener Übereinstimmung entschieden. Vielleicht gefiel uns auch die Geschichte der Skalvin zu gut, zu deren Ehren dieser Wein eines Weinguts aus dem 17. Jahrhundert benannt wurde.

Das Rioja Highlight: Ramon Bilbao „Mirto“

Als „Zwischengang" gab es das Highlight der Rotweine: einen Rioja Ramon Bilbao „Mirto", der mir hervorragend mundete, unsere Tischnachbarn aber weniger begeisterte. Der Wein hatte den typischen Rioja-Geschmack, wurde 24 Monate in Barique gelagert, stammt von einer 70 Jahre alten Rebe und kann sich mit 92 Parker Punkten schmücken. Highlight-mäßig ist auch der Preis: € 35.-

Der Schokotraum

Zum Abschluss des wirklich gelungenen Abends wurde dann noch ein Schokotraum mit einer leckeren Beerensauce und Erdbeeren serviert und dazu gab es einen Rosso Nobile al Cioccolata zu verkosten, der zwar gut zu Desserts passt, aber nicht ganz mit unseren Geschmacksnerven korrelierte.

Christoph Göbel präsentiert den Rosso Nobile al Cioccolata

Sollten Sie nach dieser Kurzbeschreibung Lust auf mehr bekommen haben, statten Sie dem „Schultenhof" einfach einen persönlichen Besuch ab. Es gibt hier nicht nur Weinverkostungen, sondern auch Grillabende im Sommer, Spareribs, Pizza, Pasta und vieles mehr vom Feinsten. Schauen Sie sich vielleicht vorab auf der Websitewww.zumschultenhof.de um und vergessen Sie nicht zu reservieren. Abschließend möchte ich noch den Ablauf der Weinprobe lobend erwähnen: schließlich gab es an diesem Abend 11 verschiedene Weine und einen Sekt zu verkosten. Zu jedem Gang konnte man aus den beiden, vorab verkosteten Weinen, seine Lieblingssorte wählen und ontop wurden noch je ein Highlight aus der Weiß- und der Rotweinrange geboten. Und – wer immer auch noch ein Extraglas von einem bestimmten Wein nachgeschenkt bekommen wollte – er bekam auch sein 2. oder 3. Gläschen. Top!

Tief im Westen ….

Die beliebtesten Posts...

Die Donau ist seit langem Verkehrsweg, Fischgrund, Lebensraum für viele Lebewesen und seltene Pflanz...
Slowenien ist das Land der Legenden, Sagen und vieler Geschichten, aber auch der alten Handwerkskün...
Sie ist die zweitgrößte Höhle der Welt, mit Recht meistbesucht in Europa und nun gibt’s auch noch Dr...

Werbung

Anzeigen

Zum Seitenanfang