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Die Zeiten ändern sich – die CeBIT auch…

Die Zeiten ändern sich – die CeBIT auch…

Ein kleiner Rundgang durch die größte europäische (angeblich auch weltweit) Messe für Informationstechnologie. Das waren noch Zeiten, als die CD-Produzenten eine eigene Halle der Messe belegten! Heuer macht Verbatim die große Ausnahme mit einem eigenen Stand. Alle anderen, so es sie noch am Markt überhaupt noch gibt, sind in kleinster Weise bei einem Distributor vertreten: hier aus einer Reminiszenz heraus noch der kleine „Superman"-Auftritt von EMTEC am Stand von api. Und auch die große Kodak ist nur mehr klein vertreten….

Verbatim auf der CeBIT 2014

Dieses Jahr haben sich Messeveranstalter und Aussteller groß auf die Fahnen geschrieben, vor allem für das Fachpublikum da sein zu wollen. Schon allein die Ticketpreise lassen dies vermuten: immerhin kostet das Tagesticket (online gebucht) stolze 55 Euro, sollten Sie auch noch an speziellen Vorträgen interessiert sein, schlägt sich der Tageseintritt bereits mit 105 Euro zu Buche und wenn Sie das über die ganze Dauer der Messe live haben wollen, sind Sie schon mit 1000 Euro dabei. Außer Sie waren ein Early Bird und haben alles bereits vor dem 25.2.eingekauft. Welcher Privatmann, welche Privatfrau will/kann/soll sich das leisten. Jugendliche unter 16 Jahren waren dieses Jahr überhaupt ausgesperrt. Und auch die Aussteller hielten sich zum großen Teil daran: So mussten ein tschechischer Kollege und ich überrascht am Samsung Stand hören, dass heuer keine Consumer-Produkte ausgestellt sind! Ok, es fand sich dann doch das neue Samsung S5 hinter Glas versteckt, aber fast keine Laptops, keine Kameras, alles sehr auf Professionals aufgebaut. Gut fand ich die vielen Vorträge, die allerorts stattfanden, da waren wirklich interessante Geschichten dabei und ich hätte mir noch gerne einige mehr angehört. Dann allerdings ist wirklich eine Tageskarte um einiges zu wenig. Man hat also die Gamer und die Jugendgruppen, die früher ganze Hallen bevölkerten hinaus komplementiert und ist wieder seriös geworden. Ich bin schon gespannt, ob die Besucherzahlen dann alle Aussteller auch wirklich freuen werden. Zumindest war diesmal am Dienstag erstmals seit ich die CeBIT besuche, kaum ein Stau bei der Anfahrt zu den Parkplätzen. Aber es kommt ja nicht immer auf die Menge an.

Der kleine Kodak-Stand

Was waren daher meine Highlights? (wobei diese doch eher unter dem Consumer Gesichtspunkt zu sehen sind):

1. Vernetzung:

Ein großes Thema nach wie vor ist Vernetzung und zwar vom Smart Home bis zum Auto: Wussten Sie, dass Sie in Zukunft über ihr Smartphone sogar ihre Dusche steuern könnten? Müde von der Arbeit nach Hause – ein wenig Massage gefällig? Früh morgen beim Aufstehen vielleicht Wechselduschen gefällig? Ihr Mann/ihre Frau hat andere Duschgewohnheiten? Kein Problem – alles in Zukunft steuerbar… Lautsprecher, die sich in Zukunft ihre Spotify-Playlisten aus dem Internet holen? Kein Problem, ebenso wenig wie im Auto. Oder möchten Sie gerne ihren Koffer auf der ganzen Reise tracken? 28 Millionen Stück gehen angeblich im Laufe eines Jahres zumindest zeitweilig verloren. Ihrer kann bald mit einer SIM-Karte der Telekom von Anfang des Urlaubs bis zur Heimkehr verfolgt werden.

Neu bei der Telekom: Der Koffer mit SIM-Card

2. Die Welt ist mobil

Ob Handy oder Tablet. Beides ist und wird noch viel, viel mehr als ein Computer oder ein Telefon. Mit beiden wird gekauft, fern gesehen, Musik gehört, die Navigation eingeschaltet, das Smart Home gesteuert, und wer weiß ob es nicht bald auch das Auto alleine fährt…

Das Zukunftsauto von VW

3. Big Data:

Wahrscheinlich das Hauptthema für viele Fachbesucher, und doch stand es für mich nicht im Interessensmittelpunkt.

Der Meister kam zum Vortrag persönlich: Kaspersky

4. Sicherheit:

Bei Endverbraucherprodukten große Vorstellung von Kaspersky, hier musste der Chef sogar persönlich zu den Vorträgen ran, und ESET. Egal ob Privatrechner oder Firmenlösungen – hier war alles vertreten, wobei Norton und McAffie, die früheren Großen der Enduser-Branche anscheinend auch schon kleiner treten oder sich im neuen Konzept der Messe nicht so wohl gefühlt haben.

5. Cloud:

Auch wenn nun alles wieder besser und geschützter und einfach ganz toll ist, noch sind die Massen anscheinend noch nicht von der Cloud so richtig überzeugt. Aber die Entwickler geben Gas. Vor allem auch im professionellen Sektor.

Eine gute Idee: Akkuladestationen auf der Messe

6. Social Business

Social Business durfte auch nicht fehlen. Immerhin nützen um die 11 % der Weltbevölkerung Facebook – und viele sagen, dass das soziale Netzwerk auch ihre Kaufentscheidungen beeinflusst. Und da gibt es ja schließlich auch noch Google+ und tumblr und twitter und Instagramm und Pintarest und ….

Halle Code_n

Neu war auch – und das habe ich in diesem Rahmen noch nicht so gesehen – dass Startups unterstützt wurden und mit Code_n eine ganze Halle für Pioniere, neue Ideen und große und kleine Erfinder und Entwickler zur Verfügung stand. Auch das Design der Halle war beeindruckend.

Halle Code_n

Toll auch einem 3D-Drucker bei der Arbeit zusehen zu können und ob ich mich über die Drohnen freuen soll oder nicht, darüber bin ich noch ziemlich unschlüssig.

Zum Thema Standdesign und Auftritt muss man SAP gratulieren, aber auch IBM hatte wieder eine halbe Halle gemietet und brachte sogar einen Formel 1-Boliden auf dem Stand unter. Was dieser allerdings mit den Fachbesuchern zu tun hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber schön anzuschauen war er …

Ein Formel 1 -Bolide bei SAP

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Microsoft war ebenfalls groß vertreten, hier konnte man auch die Hardware vom Handy, über Tablets bis zu Surface und Laptops bewundern und ausprobieren. Auch gute Tipps für den Aus- bzw Umstieg von Windows XP und Office 2003 waren zu erhalten.

Microsoft

Von den Großen der Szene habe ich allerdings Adobe und Google vermisst. Interessant war der Riesentraktor, in dem man – zum Gaudium der Besucher – hineinklettern konnte und der auch auf die Vernetzung und den Einsatz von Informationstechnologie bis zum Bauernhof aufmerksam machen wollte.

Ein Traktor auf der CeBIT

Interessant auch der Stand der Volkswagen-Gruppe, den man auf einer Messe für Informationstechnologie nicht unbedingt vermutet hätte – und natürlich standen die Fahrzeuge im Mittelpunkt der Betrachtung und weniger die Vernetzung und der Einsatz neuer Technologien. Naja, vielleicht doch nicht bei allen… Der Panamera S Hybrid beeindruckte aber ebenso wie der XL 1, und James 2025 zeigte, wie wir in der Zukunft Auto fahren werden.

Top-Modell von VW

Interessant auch Samsung, die den professionellen Einsatz ihrer Geräte im Gesundheitswesen, in der Schule, beim Handel, in der Finanz und in Gemeinden zeigten. So können mittels Vernetzung und Tablet Ärzte und Schwester auf die Patientendaten zugreifen und ihre Beobachtung und /oder die Medikamentation abspeichern, die Wartezeiten und Nummern kann man auch mittels Display automatisch im Gemeindeamt anzeigen lassen, die Ultraschallbilder des Babies werden direkt auf das Smartphone der Mutter überspielt und die Schüler werden sich sicher über die Tablets freuen, mit denen in Zukunft unterrichtet werden wird. Ob das Großdisplay aber die gute alte Schiefertafel im Klassenzimmer ersetzen wird, könnte auch eine Preisfrage sein: immerhin kommt die Klassengrundausstattung – 20 Tablets und das Display – auf 15.000 Euro. Und ich denke nicht dass ein Schüler so schnell sein Tablet wieder abgeben wird.

Bei Samsung

Erstmals habe ich auch berittene Polizisten gesehen, die die parkenden Autos bewacht haben.

Berittene Polizei in Hannover

Hier noch eine kleine „filmische" Zusammenfassung. Sorry, über die Tonqualität – aber auf Messen gibt es eben ein bestimmtes „Hintergrund-Rauschen"

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Folkwang Museum, Essen
Tief im Westen ….
 

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