Die Lösung für die Parlamentsanierung? - Enricos Reisenotizen

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 Die beste Lösung?

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Als ich letzte Woche nach längerer Zeit wieder einmal in Richtung Heldenplatz marschierte, stand bald das Entsetzen in meinen Augen….​

Ok, ich bin eine Vorstadt-Pomeranze und komme nicht regelmäßig in die Innere Stadt. Obwohl ich recht stolz auf mein altes Wien bin, bin ich wahrscheinlich doch öfter im Ausland als in der Inneren Stadt.​

 Und wenn treibe ich mich eher rund um den Stephansplatz oder beim Rathaus herum.

Die beiden "wunderschönen" Container am Heldenplatz

Doch letzte Woche zeigte das Weltmuseum seinen ersten Ausstellungsraum, André Heller war angesagt (leider kam er dann doch nicht) also war der Marsch Richtung Heldenplatz angesagt und die Überraschung groß: hier wurde gebaut und zwei architektonisch nicht gerade hervorragende Bauten verschandeln nun die Sicht vom Heldenplatz Richtung Burggarten und vice versa. 

 Was ist denn da passiert? Das kann doch wohl nicht unser Ernst sein. Da wird tage-, wochen- und monatelang gestritten ob ein Bau am Eislaufverein die Sicht auf Wien verstellt und das Weltkulturerbe in Gefahr ist und dies scheitert oder nicht wegen ein paar Stockwerke und dann bauen die lieben Leute am Heldenplatz zwei scheußliche Container auf, graben die Wiesen um, verstellen die Sicht auf Hofburg und Volksgarten und das findet kein Mensch irgendwie abartig?

Nicht schlecht: mit Vordach beim Eingang und anscheinend wird auch die Pflasterung rundherum neu

 Ich befrage Freund Google, was das eigentlich werden soll und finde so heraus, dass dies das Ausweichquartier für unsere Parlamentarier darstellt, während unser Parlament seine dringend notwendige Renovierung erhält und auf den neuesten Stand gebracht wird.

 Natürlich muss/soll/darf das Parlament saniert und auch technisch erneuert werden, schließlich hat es ja schon einige Jahre auf den Buckel und ich habe natürlich auch größtes Verständnis, dass alle Mitarbeiter immer nahe am Geschehen sein möchten und dass man es diesen auch so einfach wie möglich machen möchte.

 Aber: wenn der Platz auf der Uni nicht reicht, verlangt man auch von Studenten durch halb Wien zu fahren und legt Vorlesungen zeitlich so, dass es eigentlich nicht zu schaffen ist, nur weil es entweder am Platz fehlt oder das NIG gerade auch wieder renoviert wird.

Anscheinend gibt es nicht ausreichend frei stehende Büroräume in Wien - also wurde mal kurz gebaut
Anscheinend gibt es nicht ausreichend frei stehende Büroräume in Wien - also wurde mal kurz gebaut

Und ich kann mir auch wenige Firmenzentralen vorstellen, die sich einfach ein Containerdorf (das übrigens dafür wieder recht repräsentativ aussieht) baut, während die Zentrale um- oder ausgebaut wird. Noch dazu mitten in der Stadt und „mitten" auf einem Platz, der geschichtlich einiges bietet und auch für Besucher der Stadt eine wichtige Anlaufstelle ist.

Auch bei vielen Schulen gab und gibt es immer wieder Container – manchmal stehen diese auch auf der Wiese – ohne dass diese rundherum neu angelegt und der Platz neu gepflastert wird.

Container – ja, aber nicht an diesem Platz. Wobei schon die Frage zu stellen ist, ob es nicht genügend leerstehenden Büroraum in Wien gibt, den man für 3 Jahre anmieten könnte...

 Parlamentssitzungen in der Hofburg – ok, aber dann muss man halt den „Mitarbeiterbereich" woanders hin verlegen. Keine schöne Zeit für die Mitarbeiter, alles wird komplizierter, allein die Übersiedlung wird ihnen schon einiges abverlangen – ganz klar. Aber so ist es leider im richtigen Leben. Heute wird Flexibilität gefordert, und das sollte für alle gelten.

Bitte mich richtig verstehen, das soll kein Mitarbeiterbashing werden. Und die Entscheidung für die Container wurde von allen Parteien einstimmig getroffen - no na net.

Egal, welche Seite, es wird nicht schöner

 In meiner Berufslaufbahn wurde vom Arbeitgeber gefordert vom noblen Hietzing ins sonnige Neusiedl jeden Tag zu fahren. Der Job war gut, also hat es die Mehrzahl von uns akzeptiert. Einige Jahre später wurde eine andere Abteilung von Hietzing nach Bratislava verlegt. Und bei einiger Recherche könnte ich wahrscheinlich noch einige Beispiele mehr aufzählen.

 Daher glaube ich schon, dass es für die dreijährige Dauer der Sanierung auch anders gegangen wäre – vielleicht nicht ganz so kommod, wie der Wiener zu sagen pflegt, aber vielleicht hätte es allen Parlamentariern auch mal gut getan, in die eine oder andere Vorstadt zu übersiedeln und damit näher zum Bürger zu rücken…

Ich hoffe echt, dass dies keine Dauerlösung wird und die Bauten nach 3 Jahren wieder verschwinden
Ich hoffe echt, dass dies keine Dauerlösung wird und die Bauten nach 3 Jahren wieder verschwinden - vielleicht kann man es ja dann Flüchtlingen zur Verfügung stellen

Vielleicht habe ich ja auch falsche Vorstellungen von der Notwendigkeit der Nähe und der Arbeit der Parlamentsangestellten, dann bitte ich hier um Aufklärung. Es könnte auch vielleicht die Besucher der Website interessieren …

Meinungen zum Thema daher gerne (bitte in einigermaßen gewählten Worten) in der Kommentarfunktion. 


Neulich im Großen Schwurgerichtssaal in Wien…
Alles was Recht ist …
 

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