Konya - Enricos Reisenotizen

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Konya

Konya

200 km südlich von Ankara, fast im geographischen Zentrum Anatoliens liegt auf etwa 1.200 m Meereshöhe, Konya, die Hauptstadt der türkischen Provinz Konya, die siebent-größte Stadt der Türkei und eine der konservativ-islamischen Hochburgen des Landes.

Geschichte

​Konya gehört zu den ältesten Siedlungen der Erde: Funde aus der Altsteinzeit, der Jungsteinzeit, dem Chalkolithikum und der frühen Bronzezeit beweisen, dass sich im Stadtgebiet und seiner unmittelbaren Umgebung bereits im prähistorischer Zeit Menschen angesiedelt hatten. Schon 7000 v.Chr. hatten sich Menschen hier niedergelassen, weshalb Konya auch als Wiegestätte mehrerer Zivilisationen gilt.

Blick vom Hotel von Konya

​Der ursprüngliche Name Ikonion, der bereits seit dem 4. Jahrhundert v.Chr. nachgewiesen werden kann, ist wahrscheinlich eine hellenisierte Form eines luwischen (anatolischen) Namens. In der griechischen Zeit gehörte die Stadt meist zu Phrygien, zumindest lassen darauf die Ausgrabungen im Zentrum der Stadt am Aladdin-Hügel darauf schließen. 25 n.Chr. wurde es zeitweise der römischen Provinz Galatien zugerechnet bzw. dem östlich angrenzenden Kappadokien oder den Südregionen Pisidien bzw. Pamphylien. Unter der römischen Herrschaft siedelte der römische Kaiser Claudius hier Veteranen an und die Stadt wurde in Claudiconium umbenannt. Früh kam sie auch mit dem Christentum in Berührung: so gilt die Stadt als Geburtsort der Heiligen Thekla und wird in Zusammenhang mit Paulus in der Bibel erwähnt.

Blick vom Hotel von Konya

​Die Seldschuken eroberten im 11./12. Jahrhundert die Region und die sogenannten Rum-Seldschuken gründeten in Anatolien ein unabhängiges Sultanat, dessen blühende Hauptstadt seit Kılıç Arslan I. Konya war. Sie brachten den Obst- und Gemüseanbau in das Land, schufen Bewässerungsanlagen und brachten den Handel in Schwung: Russische Pelze, Kobalt, Seide, Baumwolle, Sklaven und Pferde wurden gegen Edelsteine, Gold und Silber gehandelt. Getreide, Tuch und Waffen kamen aus dem Westen, Gewürze, Zucker, Moschus und Aloesaft aus Ägypten und Mesopotamien. Die Stadt wurde mit einer Stadtmauer mit 108 Türmen geschützt, die im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.

Eingang zur Aladdin Moschee

1190 wurde Friedrich Barbarossa auf dem Dritten Kreuzzug in die Schlacht von Ikonion verwickelt, die er – trotz hoher Verluste – zu seinen Gunsten entscheiden konnte. Nach dem Untergang der Rum-Seldschuken 1307 herrschten die Karamiden über Konya, 1442 standen die Osmanen unter Murad II- vor den Toren Konyas und eroberten es. Die Stadt blieb bis Ende des Ersten Weltkrieges Teil des Osmanischen Reiches. Seit 1923 ist Konya ein Teil der Türkei.

Konya

Konya

Konya

In der osmanischen Zeit war Konya ein bedeutendes religiöses Zentrum. Nach dem Verbot der Sufiorden durch Kemal Atatürk entwickelte es sich zur Hochburg der islamisch-konservativen Opposition. Die Stimmanteile der islamischen Parteien sind hier landesweit immer unter den Höchsten.

Sehenswürdigkeiten

Konya gilt als eine islamische Kulturmetropole, die sich auch kulturell stark von anderen Großstädten unterscheiden. Hier war die Wirkungsstätte des persischen Dichters und Gelehrten Mevlana Dschalal ad-Din Muhammad Rum, der als Begründer des bekannten Sufi-Ordens verehrt wird und dessen Grabmal hier in der Stadt liegt. Das Grabmal war früher in einem Kloster des Ordens untergebracht, das jedoch von Atatürk geschlossen wurde, auch der Orden und der Tanz der Sema wurden verboten. Das Kloster wurde in ein Museum umgewandelt, das heute als die Sehenswürdigkeit der Stadt gilt und von vielen Anhängern des Sufismus, aber auch Touristen besucht wird. Wer mehr über Mevlana und seinen Orden wissen möchte, findet dies hier auf www.enricosreisenotizen.eu.

Das Mevlana Museum

Das Mevlana Mausoleum, das heute als Museum genutzt wird, war ursprünglich der Rosengarten des Palastes von Alaaddin Keykubat. Dieser schenkte ihn Mevlanas Vater, dem „Sultan der Gelehrten" Bahaeddin Veled und als dieser 1231 starb, wurde er dort beigesetzt. Als sein Sohn, Mevlana, am 17. Dezember 1273 verstarb, ließ dessen Sohn Sultan Veled auf Wunsch vieler Anhänger seines Vaters an Mevlanas Grabstätte ein Mausoleum errichten. Die Derwische waren kein in sich geschlossener Orden, der nur mit einem Stück Brot und einer Jacke unter Gottes Willen lebte, sondern ihre Türen standen immer für alle offen: egal ob sie dem Orden angehörten oder nicht. Auch der Aufnahmeritus war ein ganz spezieller: Wollte jemand in den Orden aufgenommen werden, so musste er mindestens 18 Jahre alt sein. Seine Ausbildung begann mit einer 18-tägigen Probezeit, die dann in eine 1001-tägige Dienstzeit in der Küche des Ordens überging. Erst dann war er dem Orden zugehörig.

Das Mevlana Museum

In den Derwischklöstern wurden aber neben der religiösen Lehre auch schöne Künste wie Musik, Poesie (Gedichte), Kalligraphie, Buchbinderei, Miniatur, Vergoldung gelehrt und die Derwische darin ausgebildet. Deswegen galten die Mevleviklöster auch siebenhundert Jahre lang als Konservatorium und Akademie für die Schönen Künste.
1925 ordnete Kemal Atatürk die Schließung des Klosters an, seit 1926 wurde es unter dem Namen „Konya Âsâr-ı Âtîka Museum" (Konya-Museum für antiquarische Werke) für Besucher wieder geöffnet. So wird von einem Besuch Atatürks folgendes berichtet: Der hohe Gast las die Rubai (ein persischer Vierzeiler in Reimform) beim Niyaz-Fenster: „Oh, du Allmächtiger, der du mit deiner Heiligkeit ein strahlendes Licht gibst. Sonne, Mond und Sterne sind deine Sklaven. Alle Türen wurden geschlossen, damit der seltsame Liebhaber keinen anderen Weg, außer jenen zu dir, finden kann." Nachdem er die Worte gelesen hatte, meinte Atatürk: „ Oh Mevlana, du hast die Wahrheit gesagt. Deshalb wurde dein Grabmal nicht geschlossen, sondern als Museum eröffnet."
Das Museum wurde auf einem Gelände von 6500m2 errichtet. In den letzten Jahren wurden Flächen an der Nord- und Ostseite verstaatlicht und ein Rosengarten mit einer Fläche von 12.000m2 geschaffen. Das Museum ist mit Mauern aus geschnittenen Steinen umgeben.

Eingang ins Mausoleum

Auf der westlichen Seite befindet sich das frühere Tor der Derwische, das heute von den Besuchern des Museums genutzt wird, das Tor auf der Südseite – das Tor der Schweigenden (Hâmûşân Tor) – führt auf den Friedhof. Weitere Tore sind auf der Nordseite (Ҫelebiyan Tor) und auf der östlichen Seite das Küstahan Tor. Nachdem der Rosengarten angelegt wurde, baute man noch zwei weitere Eisentore in nördlicher und östlicher Richtung.

Im Hof

Vom Haupteingang des Museums gelangt man in den mit Travertin belegten Hof. 1934 wurden hier Grabsteine entfernt und durch Rosenbeete und Spazierwege ersetzt. Im Hof befinden sich außer dem Şadırvan (Moscheebrunnen), den Yavuz Sultan Selim erbaut hat, auch der Sel Sebil und das Şebi Arus Bassin, in das die Besucher Münzen werfen und auf die Erfüllung ihrer dabei gedachten Wünsche hoffen. Im Hof befinden sich auch die Eingänge zu den Derwischzellen, die in einer Reihe angeordnet sind. Vor dem Tor des Mausoleums befindet sich ein kleiner Eingangshof, der durch eine marmorne Eingangstür mit Eisengitter mit geometrischen Motiven und mit Schutzgitter aus Messingguß verziert ist. Von hier aus gelangt man über das Tor des Mausoleums zum Museum. Das Tor des Mausoleums ist aus Walnussholz gefertigt und in der Kündekari Technik gestaltet. Das Tor ist mit geometrischen und floralen Motiven verziert und auf den Füllungen der Torflügel steht ein Doppelvers des Sohns Mevlanas, des Sultan Veled: „Oh Bewerber, gib dir alle Mühe meinen Rat zu akzeptieren und stelle deinen Kopf auf die Schwelle des Richtigen."

Der Şadirvan (Moscheebrunnen)

Leider wurde der Moscheebrunnen gerade renoviert

Der Brunnen wurde 1512 im Auftrag des osmanischen Herrschers Yavuz Sultan Selim erbaut. Sultan Mehmet III. und Sultan Abdülaziz sorgten für seine Renovierung. Die Einträge dafür findet man auf der südlichen Seite des Brunnens. Das Wasser des Brunnens kommt aus Dutlu und wird dem Kloster geschenkt. Auch heute braucht das Museum keine Gebühr für das Wasser zu bezahlen. 1932 brach die obere Abdeckung des Brunnens ein und wurde erst 1990 nach Originalplänen wieder aufgebaut.

Das Şeb-i Arus Bassin

Im Hintergrund das Şeb-i Arus Bassin

Wann das Bassin, das sich gegenüber dem Eingang zur Küche befindet, gebaut wurde, ist unbekannt. Das Brunnenrohr mit dem Drachenkopf, durch das das Wasser in das Bassin fließt, stammt aus seldschukischer Zeit. Früher tanzten die Derwische um dieses Bassin die Sema (den Tanz der Derwische) am Todestag von Mevlana. Heute werfen die Besucher Münzen in das Bassin und hoffen auf die Erfüllung ihrer Wünsche.

Der Sel Sebil

Der Sel Sebil Brunnen

Der Sel Sebil genannte Laufbrunnen befindet sich heutzutage vor den Derwischzellen. Früher war er vor der Fachbibliothek aufgestellt. Auf der Stirnseite befindet sich ein Sarkophagdeckel aus römischer Zeit, dessen Wasserbecken in mystischer Ordnung gereiht sind.

Die Küche

Eingang in die Küche

Vom Hof aus gelangt man auch in die Küche an der Südwestecke des Museums. Sie wurde 1584 repariert, als die Derwischzellen erbaut wurden. Früher zweistöckig erhielt sie bei einer Renovierung 1867 ihr heutiges Aussehen. Die Eingangstür ist aus Holz mit zwei Flügel, danach befindet sich links der Platz für den Derwisch-Bewerber und rechts die Kochstelle. Essplatz und Tanzboden sind etwas erhöht, darunter befindet sich ein Kellergeschoss, das als Speisekammer diente. Die Küche war, wie schon erwähnt, ein wichtiger Platz für alle Bewerber – hier entschied sich, ob sie in den Orden aufgenommen wurden oder nicht. Standen am Ende der drei Tage seine Schuhe in Richtung der Straße, wurde seine Bewerbung nicht akzeptiert und er musste den Orden verlassen.

Die Kochstellen in der Küche

Vor den Kochstellen im Freien wurden die Toten des Derwischordens gewaschen: So begann das Leben eines Derwisches in der Küche und wurde in der Küche beendet.

Die Derwischzellen

Die Derwischzellen

1584 wurden die, an der westlichen Seite des Museums vorhandenen, Derwischzellen vom osmanischen Sultan Murat III. erbaut. Die Bauinschrift befand sich über dem Eingangstor des Museums, wurde aber 1928 in die Sektion für Inschriften übersiedelt. Insgesamt sind es 18 Zellen, jede mit einer eigenen Kuppel ausgestattet, alle haben einen Schornstein in rechteckiger Form. Jede Zelle hatte auch eine eigene Feuerstelle. Heute sind sie mit Möbeln aus der Region ausgestattet und man kann verschiedene historische Gegenstände der Mevlana Derwische sehen: Händlerspangen, die die Derwische an ihren Hüften trugen, wenn sie zum Einkaufen gingen, Bettlerschalen, die sie auf Reisen mitnahmen, Stützkissen, die die alten Derwische benutzten, Hackmesser, die sie als Schutzbeil benutzten, Posttaschen für die Kommunikation zwischen den Klöstern, Musikinstrumente, Schreibutensilien und vieles mehr.

Im Museum

Der Tilavet Raum

Der Raum ist mit einer kleinen Kuppel überdacht, die ebenso wie die Kuppelübergänge mit Verzierungen bedeckt sind. Der Tilavet Raum wurde zur Zeit der Derwische als Zimmer zum Rezitieren des Korans genutzt. An den Wänden sind Schrifttafeln ausgestellt, die von den berühmtesten Kalligraphen des osmanischen Reiches geschrieben wurden: Yesarizade Mustafa Izzet, Hamid, Hulusi, Pakize. Auch die goldene Relieftafel, die von Sultan Mahmud II. beschrieben wurde und die Schrifttafeln mit Mevlana-Kopfbedeckung sind sehenswert. An beiden Seiten der Silbertür befindet sich jeweils ein Gebetsteppich aus Gördes und an der nördlichen Wand steht ein Holzschrank aus der seldschukischen Zeit in Kündekari Technik.

Die Silbertür

Über diese Silbertür gelangt man von Tilavet Raum zum Huzûr-ı Pir-Saal des Mausoleums. Die Silbertür wurde 1599 von Hasan Pascha, dem Sohn von Sokullu Mehmet Pascha errichtet, wie auf den Türfüllungen vermerkt ist. Sie hat zwei Flügel und die Holztür ist versilbert.

Huzûr-i Pir (Saal des Mausoleums)

Durch die Silbertür sind wir nun in den Saal des Mausoleums gekommen. Der Saal wird von zwei Kuppeln und von einer „Post Kubbe" benannten Kuppel überdacht. Im Süden befinden sich die Sarkophage von sechs Horasonsoldaten. Sie liegen auf einer Plattform, die höher als der Boden ist. Auf einem hohen Wall, der den Saal im Osten und Süden umgibt, befinden sich die Gräber der Verwandten Mevlanas und Gräber von hohen Würdeträgern des Ordens. Einige davon sind mit Fliesen verziert, einige sind durch hölzerne Grabplatten geschützt, davon sind mehrere mit Inschriften versehen. Es gibt 60 Stück dieser Grabschutzplatten, an den Kopfseiten der Männer-Grabmale sind Derwischmützen (Sikke – Filzkopfbedeckung) aus Wolle angebracht. Diese fehlen bei den Frauen. Auf den Grabschutzplatten befinden sich diverse, mit Gold und Silber geschmückte Stoffe, die in Bursa hergestellt wurden und die osmanische Sultane dem Kloster geschenkt hatten. Als das Kloster in ein Museum umgewandelt wurde, wurden die Decken und Stoffe entfernt. Die im Jahre 1926 gelegten Abdeckungen wurden erst 2002 ausgetauscht: Die neuen Abdeckungen der Gräber wurden durch das Ministerium für Kultur beim Olgunlasma-Institut in Ankara in Auftrag gegeben.

Niyaz-Fenster

Eine Legende erzählt, dass der osmanische Sultan Yavuz Sultan Selim vor seinem Feldzug nach Ägypten vor diesem Fenster gebetet habe. Die Wände auf der Südseite der Gräber sind mit Celi Schriften und Pflanzen- bzw. Blumenschmuck verziert. Diese Schriften aus der frühen osmanischen Zeit zeigen große Ähnlichkeiten mit Schriften, die sich in der Ulu Moschee und in der Alten Moschee in Edirne befinden. Auf der anderen Seite hängen Öllampen aus Silber und Eier von Kamelvögel, die angeblich Spinnengewebe verhindern können. An der Nordseite des Silbertors neben den Gräbern der Horason-Soldaten befindet sich eine Tafel, auf der eine der Weisheiten Mevlana geschrieben steht: „Sei wie du tatsächlich bist, oder sei wie du scheinen willst." Außerdem ist daneben ein Nisan-Schlüssel, der für den Ebu Sait Bahadir Han gemacht worden ist, ausgestellt. Der Schlüssel ist aus Gold und Silber auf Bronze und war in der Zeit des Klosters mit April-Regen gefüllt und darauf wurden Gebete gesprochen. Dann tauchte man die Spitze von Mevlanas Turban darin ein und anschließend wurde der Schlüssel unter den Gläubigen herum gereicht, um ihnen Heilung zu bringen.

Das Mausoleum von Mevlana

Der seldschukische Wesir Emir Pervane und einige andere scheuten keine Kosten und erbauten über dem Grab Mevlanas ein Mausoleum mit einer kegelförmigen und mit Keramikfließen verzierten Kuppel. Als Architekt wurde Bedrettin aus Tebriz beauftragt. Die Höhe der grünen Kuppel beträgt 25 Meter. Das Mausoleum wurde auf vier Elefantenfüßen, so die Bezeichnung für die gewaltigen Säulen, errichtet, der Außenkörper des Grabmals ist mit geschnittenen Scheiben und Fließen verkleidet. 1962 wurde das Grabmal bei einer Renovierung mit Fließen aus Kütahya bedeckt. Die Elefantenfüße, die innere Kuppel und die Südwand sind im Stil von Mala Kari gebaut und mit goldenen Malereien auf Gips geschmückt. Die Dekoration des Grabmals stammt aus der Zeit des osmanischen Sultans II. Bayezid und wurde im Jahre 1926 restauriert. Neben Mevlana wurde sein Sohn Sultan Veled, der 1312 verstarb, bestattet. Die Verstorbenen liegen in der Grabkammer, die sich unter dem Grabmal befindet. Sehenswert sind die Marmorplatte, die das Grabmal ziert und die Satin-Decke, die über den Grabplatten liegt und mit Gold und Silber bestickt ist. Sie ließ der osmanische Sultan Abdülhamid II. anfertigen. Auf die Kopfseiten der Grabschutzplatten wurden zwei Sikken aus Wolle (Kopfbedeckung der Mevlana-Derwische) gelegt.

Hölzerne Grabschutzplatte

Auf dem Grab von Mevlanas Vater befindet sich eine hölzerne Grabschutzplatte (Sanduka), die eine Höhe von 292 cm aufweist. Sie sieht aus, als ob sie aufgerichtet steht. Die Legende besagt, dass sich die Grabplatte aufrichtete, als Mevlana neben seinem Vater begraben wurde, um den Respekt zu zeigen, den ihm sein Vater für sein großes Wissen zollt. Doch die Grabschutzplatte wurde eigentlich für Mevlana gebaut. Sie ist aus Nussbaumholz hergestellt, zeigt die schönsten Motive und Techniken des Holzhandwerkes aus der seldschukischen Zeit und enthält ausgewählte Doppelverse aus Rubaien und Liebesgedichten. Es ist nicht bekannt, wann die Platte von Mevlanas Grab entfernt und auf das Grab des Vaters gelegt wurde, aber als Mevlanas Sohn Sultan Veled neben seinen Vater bestattet wurde, wurde keine zweite Grabschutzplatte gebaut, sondern es wurde eine Grabschutzplatte aus Marmor für beide Gräber gebaut. Mit der Errichtung des Mausoleums entstand hier das Zentrum des Derwischordens. Im Laufe der Zeit wurde immer wieder zusätzliche neue Gebäude herumgebaut und reiche Geschenke für das Mausoleum übergeben, wie z.B. die an Eisenstangen hängenden Silber-Öllampen aus dem 17. Jahrhundert von Ali Pasha oder der mit 16 Armen ausgestattete Kerzenhalter aus Silber und Bronze, der nach der Eroberung von Zypern dem Kloster geschenkt wurde. Die Öllampen an beiden Seiten der Grabschutzplatten sind ein Geschenk von Farah Diba, der Ehefrau des Schahs von Persien.

Der Silberkäfig

Der Silberkäfig befindet sich zwischen der Grabschutzplatte von Mevlana und dem Empfangsplatz. Er wurde 1597 von Maraş Mirî Miranı Mahmud Pascha beauftrag, die Ausführung übernahm ein Meister namens Kalemkâr Ilyas. An der Stirnseite stehen die 32 Doppelverse des Gedichts von Şair Mani. Der Käfig ist mit pflanzlichen Verzierungen und großen Blättern und rosettenförmigen Medaillons geschmückt.

Die Silberschwelle

Vor dem Grabmal von Mevlana am unteren Teil des Silberkäfigs befindet sich eine mit Silber verkleidete Treppe mit zwei Stufen. Es ist nicht bekannt, wann und von wem diese Treppe erbaut wurde, die Mevlani nannte sie „Miracı Sim Paye". In der Zeit des Klosters küssten und berührten die Mevlana-Derwische mit ihren Gesichtern diese Schwelle. Bei den Feierlichkeiten zu Mevlanas Tod wird es den Besuchern erlaubt, nach dem Vorlesen des Gebets in der Sterbestunde von Mevlana diese Schwelle zu küssen. Die Postkuppel vor dem Mausoleum wurde im 16. Jahrhundert gebaut, der Architekt ist allerdings unbekannt. Der von der Kuppel hängende Kristall-Kronleuchter ist eines der schönsten Werke, die im Museum zu sehen sind.

Die Semahane

Der große, runde Saal, in dem die Derwische ihren Tanz, die Sema aufführen wird Semahane genannt. Diese wurde in der Zeit des Osmanischen Sultan II. Selim erbaut. An der östlichen und nördlichen Seite gibt es zwei Versammlungshäuser, die Mahfel genannt werden. Vor der zweiten Etage der Mahfel wurde ein Wandschirm aus Holz aufgestellt um so Logen für Frauen und Männer abzuteilen. In der ersten Etage nahmen die Männer, in der zweiten Etage die Frauen Platz, um der Sema zuzuschauen. Auf der Nord-Ostseite der Semahane befindet sich das Lobpult (Naat) aus Holz, das mit geometrischen Kreuzen in der Ajourstickerei geschmückt ist. Die Kuppel und die Kuppelkreuze stammen aus dem 16. und 18. Jahrhundert. An den Wänden finden sich Verzierungen von Mahup, einem Künstler aus Konya, die aus dem Jahr 1856 stammen. In den Vitrinen können Sie Filzkopfbedeckungen, Minarettspitzen aus Messing, eine Robe von Mevlanas Sohn, ein magisches Hemd, auf das Gebete geschrieben sind, Musikinstrumente und vieles mehr aus der Klosterzeit sehen.

Mescit (Die kleine Moschee)

Man nimmt an, dass Sultan Selim II. die Mosche gleichzeitig mit der Semahane erbauen ließ. Der Namenszug über dem Eingangstor wurde 1928 gelöscht. Die kleine Moschee hat außer dem Haupteingangstor noch weitere Tore: über das Ҫerağ-Tor kann man zum Mausoleum gelangen, über ein anderes kommt man zur Semahane. Die Kuppel, die Übergänge zur Kuppel und die Wände sind mit Malereien verziert. Auch die aus Holz hergestellte Muezzin-Loge hat Verzierungen, die Gebetsnische aus Marmor ist zweifarbig, das Rednerpult aus Stein. Die Schutzgitter sind mit geometrischen Mustern versehen. In einer Vitrine, die sich in der Mitte der kleinen Moschee befindet, wird der heilige Bart des Propheten ausgestellt. Dieser wurde 1956 im Mausoleum des Seldschukensultans im Innenhof der Alaeddin Moschee in Konya gefunden. Der heilige Bart befindet sich nun in einer Glasglocke, die mit historischen türkischen Stoffen eingewickelt ist und in einem mit Perlmutt beschichteten Kästchen liegt. Außerdem sind hier sehr wertvolle Kalligraphen und Teppiche ausgestellt. Der älteste Koran im Museum ist eine Koransure über die Jungfrau Maria (Meryem Suresi), die im 9. Jahrhundert auf Gazellenleder in Kufi-Schrift geschrieben wurde. Zusammen mit diesem Werk sind auch der größte Koran, der aus dem 16. Jahrhundert stammt, und ein Standard-Koran ausgestellt. In weiteren Vitrinen befinden sich noch viele sehenswerte Ausstellungsstücke.

Die Sektion für Inschriften

Auf der Nordseite neben dem Ҫelebiyan Tor sind die Inschriften der zerstörten Denkmäler von Konya ausgestellt, die am Anfang des 19. und 20. Jahrhundert zerstört wurden.

Das Mausoleum von Eflaki Dede

An der Ostseite des Museums befindet sich das Mausoleum von Eflaki Dede, der die Taten von Mevlana aufgeschrieben hat. Ein großer Teil des hofförmigen Mausoleums wurde zerstört.

Mausoleum von Hürrem Pascha

Das Mausoleum von Hürrem Paşa befindet sich in östlicher Richtung der Küche. Es ist ein Werk aus der klassischen osmanischen Zeit, achteckig, die Kuppel mit Blei verkleidet. Nach der Inschrift über dem Eingangstor wurde es 1529 von Wesir Ibrahim Pascha für Hürrem Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut. In dem Mausoleum befinden sich die Marmorgräber von Hürrem Pascha und Hacı Bey.

Mausoleum von Sinan Pascha

Das Mausoleum befindet sich in der südlichen Richtung im Garten des Museums. Der achteckige Bau wurde mit geschnittenen Steinen errichtet. Die Inschrift über dem Eingangstor sagt aus, dass es 1574 für Sinan Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut wurde. Im Mausoleum befindet sich eine Grabschutzplatte aus Marmor.

Mausoleum von Fatma Hatun

Das Grabmal der Fatma Hatum befindet sich in südlicher Richtung im Garten des Museums. Es weist ebenfalls eine achteckige Form auf und wurde aus geschnittenen Steinen 1585 gebaut. Fatma Hatun war die Tochter des Generalgouverneurs von Karaman, Murat Pascha. Die Grabschutzplatte wurde ebenfalls aus Marmor gefertigt.

Mausoleum von Hasan Pascha

In östlicher Richtung neben der Fachbibliothek liegt das Mausoleum von Hasan Pascha im Garten des Museums, das ebenfalls achteckig aus geschnittenen Steinen gebaut wurde. Laut der Inschrift wurde es 1573 für Hasan Pascha, den Generalgouverneur von Karaman gebaut. Bemerkenswert ist, dass sich in diesem Mausoleum keine Grabschutzplatte befindet. Der Bau wurde in der Zeit des Derwischordens als Bibliothek verwendet, auch heute noch werden hier handschriftliche Werke des Museums aufbewahrt. Eine zweite Tür des Mausoleums führt ins Museum hinein.

Mausoleum von Mehmet Bey

​Das Mausoleum wurde auf vier Säulen mit einer darüber liegenden Kuppel gebaut und ist auf allen vier Seiten offen. Es befindet sich in östlicher Richtung neben der Fachbibliothek. Einer der am Boden des Mausoleums liegende Grabstein gehört zu Mehmet Bey, der 1534 gestorben ist.

Die Überreste des Seldschuken Landhaus

Das Seldschuken Landhaus

In Konya finden sich noch viele Zeugnisse aus der Zeit der Seldschuken-Herrschaft. Die Überreste des Seldschuken Landhauses liegt am Weg zur Alaeddin Moschee am Fuße des Alaeddin Hügels.

Medresen und Museen

Medrese mit dem dünnen Minarett, Museum für Stein- und Holzarbeiten

Einige Medresen (Koranschulen) im Stadtzentrum von Konya stammen noch aus der Zeit der Anatolien-Seldschuken und stehen unter Denkmalschutz. Die Karatay Medrese wurde 1955 in ein Museum für Fliesen umgewandelt. Die Innenseite und die Kuppel der Medrese sind mit ornamentalen Fliesen geschmückt. Im Museum werden Materialien und Gegenstände aus Fliesen oder Gips ausgestellt, die bei Ausgrabungen des seldschukischen Palastes von Kubad Abad gefunden wurde.

Medrese mit dem dünnen Minarett, Museum für Stein- und Holzarbeiten

Eine weitere Medrese, die ursprünglich der Hadith-Wissenschaft (die sich mit richtungsweisenden Sprüchen und Taten Mohammeds beschäftigt) gewidmet war, wurde in ein Museum für Bildhauerei umgewandelt. Hier werden Adler, Sphinxe, Drachen und Marmorplatten, die mit Aufschriften mit Prägetechnik verziert sind, ausgestellt.

Die Alaeddin Moschee und der Alaeddin Hügel

Aufgang zu Alaeddin Moschee und Alaeddin Hügel

Im Zentrum von Konya, auf dem Alaeddin Tepesi (Alaeddin Hügel) steht die größte Moschee Anatoliens, die vom Seldschulken-Sultan Alaeddin Keykubat erbaut wurde. Beim Bau wurden Materialien aus der byzantinischen und römischen Zeit verwendet. Bemerkenswert sind die aus Holz gefertigte Kanzel und die Gebetsnische, die mit Fliesen ausgelegt ist. Ob das Grabmal wirklich für Şemseddin aus Tebriz, den engen Freund Mevlanas, gebaut wurde, ist fraglich und konnte noch nicht bewiesen werden. Genießen Sie am Alaeddin Hügel die wunderbaren Blumenbeete und machen Sie eine kleine Pause in einem der vielen Teegärten (Ҫaybahçe).

Ein Meer aus Blumen

Sehenswert sind auch noch die Hacı-Veyiszade-, die Iplikci- und die Şerafettin-Moschee. Viele sind im osmanisch-seldschukischen Stil erbaut und mit türkischen Fliesen in den Innenräumen geschmückt.

Catalhöyük

Südöstlich von Konya wurde eine Siedlung aus der Jungsteinzeit gefunden, die oft als älteste Siedlung der Menschheit bezeichnet wird und die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. In Catalhöyük wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit Landwirtschaft betrieben, man verteidigte sich gemeinsam gegen Angriffe wilder Tiere, es wurde bereits Feuer benutzt und eine Esskultur entwickelt.

Der Seldschukische Turm

Der Seldschukische Turm

Der 2006 fertiggestellte Selçuklu Kulesi steht für das moderne Konya und ist mit 163 Metern das höchste Gebäude in Zentralanatolien und das elfthöchste Hochhaus in der Türkei (Stand 2014). Er hat 42 Stockwerke und die beiden oberen Stockwerke drehen sich um die eigene Achse. Hier kann man in allen Preislagen nach Herzenslust shoppen

Selçuk Üniversitesi

Konya ist auch Universitätsstadt. Die Selçuk Universität besteht aus 16 Fakultäten, einer Fremdsprachenhochschule, einem staatlichen Konservatorium, drei Gesundheitshochschulen, 25 Berufshochschulen, vier Instituten, zwei Sporthochschulen und 13 Forschungs- und Entwicklungszentren. Mit mehr als 85.000 Studenten ist sie zahlenmäßig die größte Universität der Türkei (Stand 2014).

Konya

Seit 2012 ist Konya mit einer Hochgeschwindigkeitsbahn mit Ankara verbunden. Die staatlich-türkische TCDD braucht für die Strecke Konya Ankara rund 90 Minuten.

Perge
Besuch in einer Teppichknüpferei

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