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Im Wunderland mit Alice

Alice - im Opernhaus Dortmund

Minutenlanger Applaus, Standing Ovation, begeisterte Pfiffe – und diese Aufführung in der Dortmunder Oper war jeden Klatscher, jeden Begeisterungsschrei wert…. 

Lange hatte ich es nicht mehr geschafft, eine Aufführung im Opernhaus Dortmund zu besuchen. Gestern war es wieder soweit und das „Warten" hat sich gelohnt – und wie. 

Blick in den Zuschauerraum des Opernhaus Dortmund
Blick in den Zuschauerraum des Opernhaus Dortmund

Alice – nach Lewis Carrolls „Alice im Wunderland" stand auf dem Programm. Ein Ballett von Mauro Bigonzetti, Musik von Antongiulio Galeandro, Assurd, Enza Pagliara. Ballettfans werden mich wahrscheinlich jetzt schon beneiden. Leider bin ich in der Welt des Balletts nicht so zu Hause. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, all diese Namen sagten mir nichts, doch die Geschichte von Alice im Wunderland ließ mich auf einen wundervollen und kreativen Abend hoffen. Weit gefehlt: es war absolut bombastisch, toll, geil – ach was, mir fehlen diesmal echt die Worte. 

Alice - Das Ballett von Mauro Bigonzetti nach Lewis Carolls
Alice - Das Ballett von Mauro Bigonzetti nach Lewis Carolls "Alice 's Adventures in Wonderland". Original und Livemusik von Antongiulio Galeandro, Assurd, Enza Pagliara

In einer unglaublich schönen Verbindung von Musik, Bühnenbild (Video!), Tanz und Kostümen werden Geschichten aus Alice im Wunderland auf der Bühne erzählt. 

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Allein schon der Beginn: auf dunkler Bühne ein beleuchtetes Akkordeon und ein kleines Kistchen, das sich später als Spieluhr herausstellt. Alice, die es „doppelt" gibt, als kleines, kindliches Mädchen und als Frau, zuerst gemeinsam, dann sich immer weiter voneinander entfernend.  

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Antongiulio Galeandro, der nicht nur die Musik zu diesem Ballett geschrieben hat, sondern auch ein fantastischer Akkordeonspieler ist und Klänge in den Raum zaubert, dass man gar nicht anders kann, als vor Begeisterung mit zu wippen. Das Trio Assurd, drei hervorragende Sängerinnen, und Enza Pagliara, die die kraftvollen italienische Weisen, die an alte Volkslieder erinnern, ebenso toll interpretieren, wie leise Töne, die mich an irische Melodien denken lassen. 

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Und dazu natürlich das Tanzensemble in der Choreografie von Mauro Bigonzetti mit so vielen Einfällen, dass man sich gar nicht satt sehen kann und wahrscheinlich das Stück ein paar Mal sehen muss, um allen Ideen, allen Kleinigkeiten folgen zu können. Herausragend für mich Michael Samuel Blaško als Hutmacher, Giacomo Altovino als Kaninchen und Sae Tamura als Königin, obwohl ich diese Aufzählung oder Herausstellung schon fast als unfair empfinde – war doch die ganze Truppe, auch beide Alice – einfach klasse. 

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Dazu die Musik, vorgetragen live auf der Bühne – egal ob Akkordeon, Rhythmusinstrumente oder sogar Harfe. Mit dabei Instrumente, deren Existenz ich kaum kannte, wie eine Cuica (eine Reibetrommel) oder das Baumarktfagott (so ich hier nicht einem Fehler im Internet aufgesessen bin).Dazu kommen noch die beeindruckenden Stimmen der Sängerinnen… 

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Es ist ein Zauberreigen für Aug und Ohr, der sich hier dem Publikum auftut. Dazu tragen auch eine hervorragende Lichtregie und das Bühnenbild, oder besser gesagt das Bühnenvideo, für die Carlo Cerri in Zusammenarbeit mit dem OOOPStudio verantwortlich zeichnen, bei.

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Wenn ich auch vielleicht nicht allen Erzählungen folgen, nicht alle Bilder richtig interpretieren konnte – einfach zurücklehnen und genießen ist angesagt. Und sich einlassen auf eine Welt der Träume, der Fantasie, der schönen Dinge, die aber auch von der Realität, von Abschied nehmen, vom Ende der Kindheit handelt …

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Es war wirklich ein großer, beeindruckender Abend, der viel Fantasie, Leben, aber auch Nachdenklichkeit in den Alltag bringt. Ein Abend, den man lange in Erinnerung hält, der das eigene Leben auch wieder ein bisschen in eine neue Richtung anstupst und den Horizont erweitert.
Was will man von einem Opernbesuch mehr?

Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)
Alice von Mauro Bigonzetti (Foto © Opernhaus Dortmund)

Fazit: Bis Ende Juni steht Alice noch etliche Male auf dem Spielplan. Lasst euch dieses Wunderland ja nicht entgehen. Alle Termine in Dortmund findet ihr hier: https://www.theaterdo.de/detail/event/18183/. Karten unter +49 231 50 27 222

Hier noch ein kleiner Probenausschnitt:

Noch ein Tipp zum Abschluss:

Im Foyer der Oper sind Bilder und Plastiken von Helena de Medeiros, die auch die Kostüme zum Ballett entworfen hat, zum Thema „Alice" ausgestellt. Auch darauf solltet ihr unbedingt mehr als einen Blick werfen ….

Es ist Sand im Getriebe …
Ein Abend im Anneliese Brost Musikforum Ruhr
 

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