Die beste Polenta, der schönste Fluß und die größte Eisenbahnsteinbrücke - Enricos Reisenotizen

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Die beste Polenta, der schönste Fluß und die größte Eisenbahnsteinbrücke

Osterija Zogica

 Es gibt Restaurants, in Slovenien Osterijas genannt, da fühlt man sich einfach wohl. Es ist, als ob man bei Freunden zu Besuch ist. Die Oštarija Žogica ist so eines, hier hat man fast Familienanschluss…

Wer sich auf den Weg zur Oštarija Žogica aufmacht und dann schließlich am Parkplatz vor dem Lokal landet, wird ein wenig verwundert sein – Tennisplätze, Kinderspielplatz, Zelte auf der rechten Seite – eigentlich sieht es gar nicht so einladend aus. Ist es aber, traut euch, geht weiter.

Begrüßung durch die Chefin

Auf der linken Seite kommt man in das Restaurant mit seiner Küche und Gaststube und allein hier einmal einen Blick in die Gasträume zu machen wird euch überraschen. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob noch immer die „Pin-Up"-Bilder des Personals bei der Dekoration hängen (sie wurden einst als Kalender gestaltet), aber die Dekoration ist sehenswert. Außerdem macht es die Ausstattung mit viel Holz richtig heimelig.

Ein Blick in den "Garten" - ganz hinten fließt der Isonzo (

​Dennoch: im Sommer ist es besser im Zelt davor Platz zu nehmen. Auch hier kann man gemütlich sitzen, vor Sonne und Regen geschützt, meistens weht ein laues Lüftchen und wer an den hinteren Tischen Platz nimmt, genießt auch die Aussicht auf die türkisblaue Soča, die gleich neben dem Lokal vorbei fließt.

Spezielle Gruppenbegrüßungen  

Für Gruppen, wie eben für uns Journalisten und Blogger, die wir ja meistens im Bulk auftreten, denkt sich die Familie immer eine besondere Begrüßung aus.

Der Prosecco wird auf eigene Art und Weise geöffnet

Da das Tal der Soča (Isonzo auf italienisch und bei uns unter diesem Namen eher bekannt) einer der schrecklichsten Kriegsschauplätze während des Ersten Weltkriegs war, empfängt uns die Hausherrin als Krankenschwester, ihr Mann und Sohn in Soldatenuniform.

So entspannt ist es damals sicher nicht gewesen ...

Während wir also mit ihnen durch das Lokal an den Tennisplätzen vorbei schlendern um die größte Steinbrücke der Welt bewundern, bricht hinter uns ein „Gewehrfeuer" (natürlich mit Platzpatronen) los und die Aufforderung uns schnell in Sicherheit zu bringen.

Die Steinbrücke von Solkan  

Es ist die Eisenbahnbrücke mit dem größten Steinbogen der Welt – die Spannweite des Hauptbogens beträgt 85 Meter, ihre Gesamtlänge 220 Meter. Sie wurde zwischen 1904 und 1905 von der Wiener Baufirma Redlich und Berger aus Muschelkalkstein gebaut und das ziemlich schnell und präzise. In lediglich 18 Tagen waren 1960 m2 Steinblöcke eingebaut und nach dem Entfernen des Holzgerüstes sankt der steinerne Bogen unter seinem Eigengewicht nur 6 mm.

Ein Bild vom Bau der Brücke

In der Nacht vom 8. auf den 9.8.1916 zerstörte die Österreich-Ungarische Armee auf ihrem Rückzug auf das linke Ufer des Isonzo hinter sich den Hauptbogen der Brücke, stellte aber nach dem berühmten Durchbruch bei Kobarid im Oktober 1917 ein Provisorium aus Stahl des Typs Roth-Wagner auf.

Es ist ein gewaltiges Bauwerk

Nach dem Zusammenbruch der Monarchie, 1918, kamen die Italiener in das Gebiet und die italienische Eisenbahn übernahm die Brücke und renovierte von 1925 bis 1927 den Steinbogen.

Die riesige Brücke über den türkisgrünen Fluß

Auch im 2.Weltkrieg kam die Brücke zu Schaden, war sie doch in den Jahren 1944 und 1945 das Ziel von sechs Fliegerangriffen der alliierten Mächte. Schließlich traf am 15.3.1945 auch eine Bombe den Bogen, verursachte aber nur ein Loch, die Brücke an sich blieb stehen.

Heute wird sie von der Slowenischen Eisenbahn verwaltet und seit 20.8. 1985 ist sie als technisches Denkmal unter besonderen Schutz gestellt.

Auf den vorangegangen Schreck jetzt erst einmal ein Gläschen...  

Wenn man dann bei seinem Besuch und schnellen Schrittes bei der Brücke ankommt, sind ihre Größe und ihr Bogen schon sehr beeindruckend. Ein echtes, schönes Fotomotiv.

Jetzt werden einmal die Gläser gefüllt

Wir lauschen ihrer Geschichte und freuen uns, dass uns dann nach der Besichtigung - auch als Entschädigung für die Schrecksekunde – ein Gläschen vom feinsten Prosecco, der natürlich nicht einfach entkorkt wird, sondern der mittels „Schwert" professionell der „Kopf" abgeschlagen wird, erwartet.

Stilecht im Menagerl, wie meine Großmutter gesagt hätte

Dazu gibt es noch „Soldatenkost", die man aber zu den Spezialitäten zählen können und ich bin überzeugt, viele Soldaten hätten wahrscheinlich viel darum gegeben, diese zu bekommen: Kartoffel mit einer Mischung aus Käse und geräucherter Forelle – hier im Papier zum Prosecco auf die „Hand" serviert – einfach köstlich.

So fein haben es die Soldaten damals sicher auch nicht gehabt

Das Restaurant und meine Lieblingspolenta  

In ausgezeichneter Stimmung kehren wir zu unserem Tisch im luftigen Zelt zurück und schon kommt die köstlichste Polentavariation, die ich bis jetzt gegessen habe.

Eindeutig meine Lieblingspolenta

Cremige Polenta, darauf ein Mischung aus Steinpilze und Zwiebel und ein Eigelb. Darüber werden dann noch – vom Küchenchef persönlich – schwarze Trüffel gerieben und ein wenig Pfeffer gestreut.

und hier - reichlich - mit den Trüffel verfeinert

Schließlich darf/muss man alles vermischen und fertig ist das geniale Gericht. Dafür lass ich jedes Steak und viele andere Köstlichkeiten dieser Welt stehen – wirklich.

Ebenfalls sehr schön - unser Hauptgang

Danach gab es noch ein – ebenfalls –hervorragendes, langsam gegartes überaus zartes Stück Rindfleisch mit einem Kartoffel-Zucchini-Püree und knackigen Zwiebelringelchen. Ebenfalls so ausgezeichnet wie es aussieht, aber ihr wisst ja – diese Polenta von vorhin ….

Dessert einmal anders

Das Dessert stand eigentlich fast unter dem Grundsatz „Käse schließt den Magen"´, aber eben nur fast: karamellisierte Mozarellakügelchen, süßes Tomatenragout und Basilikumgelee.

Sieht einmal ganz hervorragend in der Präsentation aus, der Geschmack überrascht dann allerdings doch erstmal, aber nach dem zweiten oder dritten Löffelchen merkt man die Stimmigkeit der Zusammenstellung und die Raffinesse. Sollte man ausprobiert haben.

Ein gutes Glas Wein gehört in dieser Gegend dazu …  

Dazu wird und wurde auch ein ausgezeichneter Wein serviert: an Weißweinen haben wir einen Jakot Gredoč von Ščurek probiert, sehr empfehlenswert. Zum langsam geschmorten Rind kam Rotwein ins Glas – ein Merlot von Bagueri– so ganz nach meinem Geschmack, einfach köstlich. Und den Abschluss zum Dessert machte kein süßer Dessertwein, sondern ein trockener Wein, ausgezeichnet passend zu unserem ausgefallenen Nachtisch, mit sehr viel eigenem Charakter.

Weiß oder Rot ist hier nicht die Frage

Dazwischen und danach wurde mit der Familie des Hauses gescherzt, gelacht, diskutiert und geredet. Einmal hier bei uns am Tisch, dann wieder mit den anderen Gästen – das ist einfach so üblich.

Meine Empfehlung für alle Rotweinfreunde

Dazwischen schiebt die Chefin ihre Enkelchen im Kinderwagen hin und her und fragt neu ankommende Gäste nach ihren Wünschen, der Chefkoch verlässt seine Küche und erkundigt sich schnell zwischendurch am anderen Tisch ob es geschmeckt hat und der Sommelier des Hauses berät nicht nur uns, sondern auch die anderen Gäste welcher Wein am besten zum ausgewählten Gericht passt. Es ist wirklich fast so als ob man bei Freunden im Garten sitzt und mit ihnen tratscht plaudert und dabei ein Gläschen trinkt und von ihnen bewirtet wird.

Hier wird getratscht, gelacht und gescherzt ...

Hier werden nicht nur Kreationen, die einer Sterneküche Lob einbringen würden, aufgetragen, sondern auch köstlich aussehende Pizzen an mir vorbei getragen. Und so schwöre ich mir heimlich, bald wieder zu kommen und dann eine „simple" Pizza zu probieren – mit einem oder zwei Gläsern dieses köstlichen Rotweins.

Keine Ahnung, ob Weiß- oder Rotwein? Und welchen? Lasst Euch einfach beraten...

Dann setze ich mich wieder ganz nahe zur Soča, höre ihrem Rauschen zu und genieße einfach den Sonnenuntergang. Schatz, kommst Du mit??

Die Pressereise erfolgte auf Einladung von MGM Best Press Story

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