​Urlaubstipps für Adrenalin-Junkies - Enricos Reisenotizen

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​Urlaubstipps für Adrenalin-Junkies

Manchmal sieht es gar nicht so gefährlich aus :-)

In Slowenien gibt es viel zu erkunden und zu entdecken und das ist manchmal ganz schön schwierig. Viele sehenswerte Ziele und auch einige hervorragende Lokale und/oder Übernachtungsmöglichkeiten liegen sehr versteckt und nur über ziemlich schmale Straßen erreichbar. 

Ich fahre ja wirklich gerne mit dem Auto und ich lasse mich auch gerne fahren. Auch Kurven (so sie nicht zu schnell kurz nach einem ausgiebigen Frühstück oder Mittagessen bewältigt werden müssen) lassen mich und meinen Magen meistens kalt und unberührt.

Ein Kurve nach der anderen (Foto © Dagmar Postel)

Schmale Straßen jedoch in den Bergen, die dazu noch kaum ein Begrenzungs- und Sicherheitsmäuerchen aufweisen, aber viele Meter steil daneben in die Tiefe abfallen, treiben meinen Adrenalinspiegel dann doch immer wieder ein wenig in die Höhe. Vor allem wenn ich von meinem Sitz in die Tiefe hinab blicken kann.

Die Bergseite ist auch für Angsthasen wie mich kein Problem (Foto © Dagmar Postel)

Bin ich privat mit meiner besseren Hälfte unterwegs und sitze ich auf diesen Fahrten am Steuer hat dies meistens folgende Reaktion zur Folge: Ich bleibe bei der nächsten besten Gelegenheit stehen, steige aus und sage zu meinem Göttergatten nur die Worte „Du fährst!" Meistens freut er sich sogar darüber – er liebt enge Straßen mit vielen Kurven. Ich nicht. Aber ich bewundere ihn für seinen Mut.

Hier noch ein Video von einer Fahrt durch einen Tunnel in Kroatien - einspurig - und auch danach geht es mit vielen Kurven eng weiter.....

Manchmal ärgere ich mich auch ein bisschen für die Schnelligkeit, mit der er es trotzdem schafft, diese zu bewältigen und kein Problem mit den Tiefen (neben mir) oder mit den entgegenkommenden Autos, Bussen und Lastwagen hat, während ich bereits versuche jenen Baum zu finden, der unser Auto beim Fall in die Tiefe auffangen und stabilisieren könnte.

Als Weg wunderbar - von der Fahrt mit dem Auto würde ich abraten - man soll doch sowieso mehr Bewegung machen (Foto © Dagmar Postel)

Meine letzte Pressereise mit MGM Best Press Story bot einige dieser Straßen und es sei auch auf diesem Wege Milan gedankt und die Goldmedaille für den besten Fahrer (natürlich ex equo mit meiner „besseren Hälfte") verliehen, für seine reibungslosen Fahrten auf – für mich –unliebsamen Gelände.
Daher hier drei Urlaubstipps für all jene, die enge Straßen nicht scheuen, aber gerne a) gut essen und b) Interessantes und Lehrreiches sehen möchten…

Entlang der Gräben am Heiligen Berg  

Bei diesem Auflugsziel kann man sein Adrenalin gleich 2x loswerden. Erstens führt eine schmale Straße mit vielen Kurven zum Einstieg in die Höhle, die allerdings von Autofahrern, die ebensolche Kurven lieben ohne Probleme zu bewältigen ist, doch dann geht es hinab in die Höhle, die im Ersten Weltkrieg den Soldaten Unterschlupf bot: 300 Meter ist sie lang, erzählte unser Guide und 30 Meter sind nur in sehr gebückter Haltung zu bewältigen.

Die Aussichten ins Tal sind jedesmal wunderschön ... (Foto © Dagmar Postel)

Kein Licht erleuchtet sie, mit einem Wort es ist zappenduster. Eine Herausforderung für Menschen mit Platzangst, der ich mich diesmal nicht gestellt habe. Daher kann ich hier (leider) auch nicht vermelden, wie der kurze steile Teil überwunden werden musste (Leiter oder Seil). Auf jeden Fall kam unser Guide mit Kopflampe und Helm und ich empfehle allen, die diesen Punkt am Weg des Friedens ausprobieren möchten, diese beiden Ausstattungsmerkmale, verbunden mit anständigen Wanderschuhen ebenfalls mitzunehmen. Keine Tour für Sandalen-Touristen!

Die Kirche Javorca in Zatolmin  

Diese Kirche, eigenhändig erbaut von den Soldaten des Ersten Weltkriegs in ihren Kampfpausen, ist ebenfalls ein sehenswerter Punkt, der zum Weg des Friedens gehört. Geplant von einem Schüler Otto Wagners im Jugendstil ist die Kirche ein ganz besonderer Platz, um auf den Wert des Friedens hinzuweisen. An ihren Wänden finden sich die Namen von hunderten gefallenen Soldaten, die in diesem schrecklichen Stellungskrieg ihr Leben lassen mussten.

Ein schmales Wegerl führt durch die Berge zur Kirche (Foto © Dagmar Postel)

Der Weg dorthin ist allerdings steinig: entweder man geht 8km oder man fährt auf einem schmalen Straßlein hinauf zu einem Parkplatz und von dort sind es dann noch ca. 15-20 Minuten Fußweg bis zur Kirche. Ganz Unerschrockene fahren bis zur Kirche, davon würde ich in jedem Fall abraten, da die Umkehrmöglichkeit oben – formulieren wir es einmal so – enden wollend ist.

An Kühen vorbei führt es zur Kirche - es ist besser hier zu wandern als zu fahren (Foto © Dagmar Postel)

Milan hat es einmal versucht und musste dann die ganze Strecke rückwärts wieder runter – ich rate wirklich davon ab und zum Fußweg! Allein die Strecke bis zum Parkplatz bietet genügend frei werdendes Adrenalin, vor allem wenn ihr einen Platz habt, bei dem ihr in die Tiefe schauen könnt. Und wenn dann auch noch ein anderes Auto entgegen kommt, sind vom Fahrer sowieso starke Nerven und ein gutes Auge gefragt.

Die Abzweigung - links zur Kirche, rechts mitten in den Bauernhof (Foto © Dagmar Postel)

Wobei für Einheimische auch das kein Problem ist – angeblich können auf dieser Straße auch zwei Autobusse an einander vorbei. Wo und wie ist mir allerdings nicht klar und ich bin eigentlich recht froh nicht in diese Situation gekommen zu sein. Wer dieses Erlebnis hat, besucht die Kirche wahrscheinlich dann doppelt gern und spricht auch noch ein Dankgebet.

Zu guter Letzt führen noch einige Stufen zur Kirche hinauf - doch es lohnt sich (Foto © Dagmar Postel)

Letzter Tipp: Passt auf, dass ihr den Parkplatz nicht verfehlt, sonst seid ihr mitten auf einen Bauernhof, dessen Bauer es erstens nicht besonders schätzt, wenn Fremde fast durch die Stallungen fahren und dessen Platz zum Umdrehen ebenfalls nicht besonders groß ist.

Blick in den Innenraum der Kirche (Foto © Dagmar Postel)

Nach den beiden Besichtigungspunkten und der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg im Sočagebiet haben wir uns ein wenig Erholung und auch ein gutes Essen verdient. Ein Ausgangspunkt für viele Unternehmungen in der Region und ein Endpunkt für ausgezeichnetes Essen könnte die Turistična kmetija Toncevi in Perovo sein.

Turistična kmetija Toncevi in Perovo  

Dieses kleine Dorf, dessen Auffindung schon schwierig ist, wird heutzutage gerade einmal von 14 Menschen bewohnt, hat eine wunderschöne alte Kirche, ein paar Häuser und eben die Turistična kmetija Toncevi zu bieten. Hier kann man gut übernachten und noch besser Essen. Wer also fähig ist, die richtige Abzweigung zu finden, den erwartet wieder einmal ein schmales Gässchen und einige herausfordernde Kurven.

Die Straßen sind eng in Perovo (Foto © Dagmar Postel)

Die Kmetija Toncevi liegt ziemlich in der Mitte des Ortes, kann aber bei kaum mehr als 10 Häusern auch nicht unbedingt verfehlt werden. Nehmt am besten gleich den ersten Parkplatz, weitere werdet ihr nicht finden und im Ort mit einem Pkw zu wenden kann auf Grund der Steinbegrenzungen schon einmal ganz schön schwierig werden und im Notfall auch einige Schrammen am Auto verursachen.

Obwohl es kaum Autos gibt, sind Parkplätze rar (Foto © Dagmar Postel)

Vorsicht ist also geboten, aber im Urlaub hat man ja Zeit. Belohnt wird man auf jeden Fall mit einem wunderbaren Mahl – das Restaurant ist in den Sommermonaten auf jeden Fall immer Samstag und Sonntag geöffnet. Wer zu den hervorragenden Gerichten auch passenden Wein genießen möchte, sollte sich gleich in eines der Appartements einmieten.

Das Essen hier ist köstlich - nicht nur der Schinken (Foto © Dagmar Postel)

Adressen:  

Der Wert des Friedens ...
 

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