Wasserfälle, Wasserwege, Wassertraum – Krka - Enricos Reisenotizen

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Wasserfälle, Wasserwege, Wassertraum – Krka

Skardinski buk im Nationalpark Krka in Kroatien

 Hier dreht sich einfach alles ums Wasser: es zischt, rumpelt und spritzt und ist sooo traumhaft schön.

Kroatien hat viel zu bieten, egal ob man nun Kultur- oder Naturfan ist. Die Naturliebhaber möchte ich heute in meinen Lieblingsnationalpark in Kroatien entführen: in den Nationalpark Krka.

Es zischt

Vielleicht ist Krka nicht so bekannt wie der Plitvice Nationalpark (immerhin wurden ja dort und auch im Paklenica Nationalpark Dreharbeiten für die Karl May-Filme) – aber wer in der Nähe von Šibenik oder Split seinen Urlaub verbringt, muss diesen Nationalpark einfach besuchen.

Wunderschöne Kaskaden im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Wunderschöne Kaskaden

Am besten Ihr nehmt den Haupteingang in Lozovac, vor allem wenn ihr in der Nebensaison urlaubt. Für alle in der Hauptsaison könnte es besser sein, auf einen Nebeneingang auszuweichen. In Lozovac – die Zufahrt ist gut beschildert und auch das Navi hatte keine Probleme – gibt es dann einen großen Parkplatz, auf dem man sein Auto abstellen kann.

Und schon wieder rauscht das Wasser herab (Foto © Dagmar Postel)
Und schon wieder rauscht das Wasser herab (Foto © Dagmar Postel)

Wer nicht selbst fahren will, bucht einfach einen Ausflug – kein Problem hier einen Anbieter zu finden. Wir sind bis dato allerdings immer mit dem eigenen Töff-Töff angereist, - man ist dann doch zeitlich unabhängiger.

Dann kommt wieder ein kleiner, stiller See im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Dann kommt wieder ein kleiner, stiller See im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)

Dann einfach bei der Rezeption die Eintrittskarten kaufen (im Moment = 27.9.2018 kostet der Eintritt 110 Kuna) und schon steht man vor der ersten großen Entscheidung: Gehen oder fahren? Denn so richtig beginnt der Eintritt in den Park erst im Tale.

Blick auf die Krka während der Talfahrt (Foto © Dagmar Postel)
Blick auf die Krka während der Talfahrt (Foto © Dagmar Postel)

Alle, die also auf den „Hatscher" verzichten wollen – was ich empfehle – nehmen einen der großen Busse, die ungefähr alle ¼ Stunden rauf und runter reisen. Damit bekommt ihr auch gleich ein kleines Adrenalinspritzerl mitgeliefert.

Das Wasser spritzt und schäumt (Foto © Dagmar Postel)
Das Wasser spritzt und schäumt (Foto © Dagmar Postel)

Wer mit mir schon unterwegs war oder meine Reiseberichte gelesen hat, weiß dass ich zu leichten hysterischen Anfällen neige, wenn eine enge Straße neben mir tief in das Tal blicken lässt und der ausgezeichnete Busfahrer oder Chauffeur aus welchem Grund auch immer die Straße bis zum letzten Zentimeter ausnützt. (Manchmal müssen sie das ja auch, wenn ein anderes Fahrzeug entgegenkommt). Hier ist es auch so.

Auch die Enten führen hier ein entspanntes Dasein - trotz der vielen Besucher (Foto © Dagmar Postel)
Auch die Enten führen hier ein entspanntes Dasein - trotz der vielen Besucher (Foto © Dagmar Postel)

Die Kerle verstehen aber ihr Geschäft. Hysterische oder sagen wir mal, leicht ängstliche Seelen schließen die Augen oder schicken ein Stoßgebet zum Himmel und versprechen die Heilige Lucia in Split zu besuchen (oder wer euch sonst eben Unterstützung in solchen Fällen bietet). Wer es trotzdem schafft, die Augen offen zu halten und in die Tiefe zu blicken, der kann sich bereits bei der „Abfahrt" über das wunderbare Panorama freuen.

Im Nationalpark Krka in Kroatien (Foto © Dagmar Postel)
Im Nationalpark Krka in Kroatien (Foto © Dagmar Postel)

Im Tale angekommen geht es erst richtig los. Nach einer kurzen Einführung durch eine Nationalpark-Rangerin, die erklärt, wann die Boote zur Rundfahrt oder zur Insel mit dem Franziskanerkloster starten (auch sehenswert) machen wir uns auf den Weg. Ein Rundgang – die meiste Zeit auf Holzstegen – führt durch den Park und an den schönsten Wasserfällen vorbei.

Eine der Stufen des großen Wasserfalls (Foto © Dagmar Postel)

Es zischt, es rauscht, es gluckert, wohin man auch geht. Fische – ich nehme an Forellen – in den unterschiedlichsten Größen von Minis bis zur „essbaren Größe" schwimmen im sonnigen Wasser gegen die Strömung an. Dann sieht man wieder ein, manchmal auch mehrere Entenpaare, die es sich in der Sonne gut gehen lassen, ihre Federn putzen oder im Wasser untertauchen – ich nehme mal an auf Nahrungssuche.

Nicht nur Enten, Schmetterlinge und Libellen fühlen sich im Nationalpark Krka recht wohl (Foto © Dagmar Postel)
Nicht nur Enten, Schmetterlinge und Libellen fühlen sich im Nationalpark Krka recht wohl (Foto © Dagmar Postel)

Oft huscht die Menschenmenge an ihnen ohne sie eines Blickes zu würdigen vorbei. Es lohnt sich, langsam zu gehen und zu versuchen seinen Platz (oder seinen Weg) zwischen zwei „Busladungen" an Mitmenschen zu finden. Leider ist das nicht immer möglich und ich fürchte, dass es in der Hauptsaison manchmal übervoll sein wird. Jetzt in der Nebensaison war es für mich gerade noch erträglich.

In der Nachsaison gibt es nicht ganz so viele Besucher (Foto © Dagmar Postel)
In der Nachsaison gibt es nicht ganz so viele Besucher (Foto © Dagmar Postel)

Wer genauer hinsieht, wird auch an den Mini-Zyklamen nicht ohne Bewunderung vorbeilaufen, dem werden auch die Riesenlibellen auffallen, manche gerade im Liebesspiel beschäftigt und auch die Schmetterlinge, die äußerst farbenprächtig durch die Luft schweben. Mit ein bisschen Glück sieht man auch noch die eine oder andere Eidechse, die allerdings ob der auf sie zukommenden Menschenmenge ganz rasch hinter den nächsten Steinen verschwindet.

Sind es Alpenveilchen oder Zyklamen? Schön sind sie in jedem Fall (Foto © Dagmar Postel)
Sind es Alpenveilchen oder Zyklamen? Schön sind sie in jedem Fall (Foto © Dagmar Postel)

Immer wieder geht ein kleiner Abstecher vom Hauptgang weg und gibt die Sicht auf einen besonders schönen Wasserfall frei. Es fällt wirklich schwer zu sagen, welchen man am schönsten findet. Natürlich ist der Hauptwasserfall, das Motiv vieler Selfies und Fotos beeindruckend, aber auch die vielen kleinen und mittleren Flüsse und Flüsschen, die sich immer wieder neue Wege in den Grund „bohren" sind einfach wunderschön.

Unter dem großen Wasserfall wird gebadet und fotografiert, was das Zeug hält .. (Foto © Dagmar Postel)
Unter dem großen Wasserfall wird gebadet und fotografiert, was das Zeug hält .. (Foto © Dagmar Postel)

Kaum biegt man ums Eck macht sich das Wasser wieder in einem kleinen See breit, in dem sich die Bäume und das Schilf oder ist es gar Bambus (?) darinnen spiegelt.

Hier wieder ein Blick auf einen anderen kleinen See

Dann fällt der Blick wieder auf einen knorrigen Baum, auf einen Stamm der aussieht, als ob mehrere Stämme ein Strickmuster gebildet hätten oder auf einen abgebrochenen Ast, der nun im Wasser liegt und dieses rund um ihn aufschäumen lässt. Geht einfach langsam durch, nutzt die Aussichtsplätze und wer gerne fotografiert, wird dann nach dem Rundgang wahrscheinlich auch unendlich viele Fotos gemacht haben. (Hier noch ein Hoch auf die Digitalfotografie – wenn ich diese Anzahl analog gemacht und zum Entwickeln gegeben hätte - und ich hätte – hätte ich wahrscheinlich in dem Monat mein Konto mehr als überzogen!)

Knorrige Bäume schlagen Brücken (Foto © Dagmar Postel)
Knorrige Bäume schlagen Brücken (Foto © Dagmar Postel)

Vor dem großen Wasserfall – dem Skardinski buk – kann man noch im Restaurant einkehren und eine Grill- oder Fischplatte bestellen. Das Essen ist hier zwar natürlich ziemlich auf die Touristen ausgerichtet, aber trotzdem – bis auf das Hühnerfleisch (ziemlich trocken) ausgezeichnet, egal ob Cevapcici, Bratwürstel oder Schopfbratenschnitzel.

Wir haben uns diesmal für die Fleischplatte entschieden ... (Foto © Dagmar Postel)
Wir haben uns diesmal für die Fleischplatte entschieden ... (Foto © Dagmar Postel)

Natürlich gibt es auch Suppen und Salate und wer nur eine Kleinigkeit möchte, wird von den zahlreichen Standeln mit Palatschinken, Sandwiches, Hot Dogs aber auch frisch gepressten Säften und natürlich Eiscreme verwöhnt.

Hier rauscht es wieder laut und deutlich (Foto © Dagmar Postel)
Hier rauscht es wieder laut und deutlich (Foto © Dagmar Postel)

Dann kommt der große Selfie-Augenblick! Nicht nur, dass man dieses unbedingt mit dem großen Wasserfall im Hintergrund machen muss.

Unter dem großen Wasserfall wird gebadet und fotografiert (Foto © Dagmar Postel)
Unter dem großen Wasserfall wird gebadet und fotografiert (Foto © Dagmar Postel)

Da es nun erlaubt ist, hier vor dem Wasserfall zu baden, gibt es eine nicht zu kleine Gemeinde, die mit Smartphone oder Tablett (oder auch Actioncam) ins Wasser eilt, um von sich und dem aktuellen Liebsten ein Selfie zu schießen. Gefährlich, gefährlich für die teuren Geräte!! Der Untergrund ist nicht immer eben und viele sind steinigen, doch etwas glitschigen Boden nicht gewohnt, da kann man schon einmal abrutschen und mit dem Mobile ins Wasser rutschen. Wasserfeste Handys sind also hier eindeutig angesagt.

Blick auf die vielen Kaskaden des Skardinski buk (Foto © Dagmar Postel)
Blick auf die vielen K

Hier hat die Nationalpark-Verwaltung anscheinend resigniert. Früher war das Baden in der Nähe des Wasserfalls noch verboten, dennoch gab es an zunehmender Zahl immer wieder Besucher, die sich in das kalte Nass vorwagten. Nun ist zumindest ein bestimmter Raum für die Badewilligen freigegeben, die sich nun ganz offiziell ins Wasser stürzen dürfen. Badekleidung aber erbeten!

Wunderschöner Ausblick auf den Skardinski buk (Foto © Dagmar Postel)
Wunderschöner Ausblick auf den Skardinski buk (Foto © Dagmar Postel)

Damit ist man als Besucher eigentlich fast schon am Ende und am Highlight des Rundgangs angekommen. Wir genießen von der Brücke noch einmal den Ausblick auf den Wasserfall und machen und dann aufwärts – zurück zum Ausgangspunkt.

Blick auf die Brücke beim großen Wasserfall (Foto © Dagmar Postel)
Blick auf die Brücke beim großen Wasserfall (Foto © Dagmar Postel)

Aber auch das letzte Stück sollte man nicht zu schnell in Angriff nehmen. Auch hier gibt es zahlreiche Ausblickspunkte, die wunderbare Fotos auf den Wasserfall von der Seite her erlauben. Noch einmal zischt es überall so richtig los, wenn die Wassermassen auf ihren Weg in die Tiefe stürzen.

Nach dem Wasserfall und der Brücke fließt die Krka ruhig dahin (Foto © Dagmar Postel)
Nach dem Wasserfall und der Brücke fließt die Krka ruhig dahin (Foto © Dagmar Postel)

Am Weg warten jetzt zahlreiche „Souvenirstände" mit ihren Angeboten: von diversen Lavendelerzeugnissen über Honig, Feigen, Olivenöl ist so ziemlich alles zu bekommen.

Die riesige Turbine vor dem Wasserkraftwerk (Foto © Dagmar Postel)
Die riesige Turbine vor dem Wasserkraftwerk (Foto © D

Weiter oben kann man dann auch noch das alte Wasserkraftwerk von außen – es schaut so aus, als ob es gerade wieder aufgebaut und renoviert wird – bestaunen und natürlich die riesige Turbine, die vor dem Kraftwerk aufgebaut ist. Schon beeindruckend - dieses Teil.

Ganz nah beim Skardinski buk (Foto © Dagmar Postel)
Ganz nah beim Skardinski buk (Foto © Dagmar Postel)

Auch hier haben die Fototermine wieder Hochsaison: wer lässt sich nicht gerne so aufs Foto bannen, als ob er das mächtige Stück gerade in die Höhe wuchten möchte? Es ist nicht das einzige technische Monument, das am Flusslauf der Krka zu finden ist. Immerhin sind noch drei Wasserkraftwerke angeblich in Betrieb und natürlich gedenkt man hier an den großen Erfinder und Konstrukteur aus Kroatien: Nikola Tesla, schließlich geht unser Wechselstrom unter anderem auf seine Ideen zurück.

Eines der Wasserkraftwerke im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Eines der Wasserkraftwerke im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)

Ein paar Schritte weiter kann man dann die Wassermühle besichtigen. Bei unserem Besuch hat sich zumindest ein Mühlenstein gedreht und ein paar Körner Mais gemahlen. Ein Stückchen weiter kann man einem Schmied bei seiner Arbeit über die Schulter schauen und manchmal wird auch gerade ein Stoff gewebt.

Ein Blick in die Mühle (Foto © Dagmar Postel)
Ein Blick in die Mühle (Foto © Dagmar Postel)

Wer am großen Wasserfall noch nicht hungrig war, kann hier dann auch noch Durst und Hunger loswerden. Im Schatten unter den Bäumen oder Sonnenschirmen kann man auch hier gemütlich am Fluss sitzen, dem Wasser beim Rauschen zuhören und eine Kleinigkeit essen oder trinken. Und dann ist der Rundgang schon wieder vorbei. Je nach Schnelligkeit und mit Pausen sind zwei bis vier Stunden vergangen.

Der ruhigere Teil des Nationalparks (Foto © Dagmar Postel)
Der ruhigere Teil des Nationalparks (Foto © Dagmar Postel)

Jetzt hat man die nächste Entscheidung zu fällen: soll man noch eine Rundfahrt mit dem Boot machen oder nicht? (Wobei man diese Frage – schönes Wetter vorausgesetzt – gleich am Anfang des Rundgangs treffen sollte: wenn viele Busse und Reisegruppen den Park besuchen, kann es sonst sein, dass die geplante Zeit für die Schiffstour bereits ausgebucht ist. Bei schlechtem Wetter – und auch wir hatten bereits das Vergnügen bei Regen bis auf die Unterhosen durchnässt zu sein - empfiehlt es sich allerdings, das Risiko einzugehen und nicht im Voraus zu buchen. Die Tickets werden –auch beim heftigsten Regen – nicht zurückerstattet und die Boote sind nicht bzw. nur teilweise überdacht)

Am Ende des Rundgangs durch den Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Am Ende des Rundgangs durch den Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)

Dieses Mal haben wir uns gegen die Schiffstour entschieden und sind mit dem Bus wieder nach oben gefahren. Adrenalin und tolle Aussicht wie bei der Talfahrt inkludiert… 

Noch einmal ein Blick zurück - im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Noch einmal ein Blick zurück - im Nationalpark Krka (Foto © Dagmar Postel)
Wir fahren sicher wieder hin – es gibt immer etwas Neues zu entdecken, da sich das Wasser ja auch immer wieder neue Wege bahnt, sich auch die Nationalparkverwaltung immer wieder etwas Neues einfallen lässt und auch der Wasserstand den Wasserlauf und auch die Wasserfälle immer wieder ein wenig verändert und außerdem: wir haben noch immer nicht alles gesehen…
Ein letztes Mal rauscht das Wasser (Foto © Dagmar Postel)
Ein letztes Mal rauscht das Wasser (Foto © Dagmar Postel)

Weitere Informationen finden Sie auf 
https://ask-enrico.com/krka-nationalpark und http://www.np-krka.hr/en/

Mehr Meer – eine Ode an das Mittelmeer …
Opatija im Regen – einfach schön…
 

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