Perge - Enricos Reisenotizen

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Perge

Perge

Perge war eine der bedeutendsten Städte in der Vergangenheit, 60-70.000 Menschen lebten hier und wenn man die Hauptstraße entlang geht, kommt man nach wie vor aus dem Staunen kaum heraus. Wenige Kilometer von Antalya, einem der wichtigsten, touristischen Zentren der Türkei liegt die Stadt Perge, deren Besuch sich auf jeden Fall lohnt.

Perge – Das Römische Tor

Die ersten Spuren von Perge stammen aus dem 4. Jahrtausend vor Christi und wurden auf dem Tafelberg gefunden. Bereits um 2000 v.Chr. soll auf dem Hügle eine luwische Siedlung namens Paragawana (hochgelegene Burg) existiert haben. Obwohl sich für die hethitische Zeit bisher nur wenige archäologische Zeugnisse finden ließen, nimmt man an, dass der in einem Staatvertrag von 1235 v.Chr. erwähnte Ort Parcha/Parha mit Perge gleichzusetzen ist.

Perge – Das hellenistische Tor

Auch die Legende, dass zwei Teilnehmer des Trojanischen Krieges – die Seher Kalchas und Mopsos – die Stadt gegründet haben, gilt als umstritten. Erwiesen ist allerdings, dass die Stadt unter dem Einfluss von Rhodos stand und offenbar auch engen Kontakt zu Zypern pflegte.

Perge

Im 7. Jahrhundert gelangte Perge unter lydische Herrschaft, dessen legendärer König Kroisos 547 v. Chr. gegen die Perser zog, um nach der Prophezeiung des Orakels von Delphi „ein großes Reich zu zerstören" – nicht ahnend, dass damit sein Reich gemeint war. Perge kam durch diese Niederlage unter den Einfluss von Persien und blieb es bis zum Eintreffen von Alexander des Großen.

Perge – Therme

Die Stadt ergab sich freiwillig dem Feldherren, der sich hier auch einige Zeit aufgehalten hat, – nach seinem Tod (323 v.Chr.) übernahm sein General Antigonos die Stadt, die aber bald danach unter seleukidische und ptolemäische Herrschaft und wurde schließlich dem römischen Reich eingegliedert und 73/74 wurde Perge sogar die Hauptstadt der Provinz Lycia et Pamphylia. Die Lage der Stadt war damals ideal: durch den Fluss Kestros (Aksu Ҫayı) war Perge mit dem Meer verbunden und trotzdem für Feinde gut versteckt. Heute ist vom Fluss nicht mehr viel übrig, durch Versandung ist er zu einem Bach geschrumpft und damit für die Schifffahrt unbrauchbar geworden.

Perge

Einen wichtigen Sohn der Stadt sollten wir auf keinen Fall vergessen, anzuführen: um 262 v.Chr. erblickte Apollonius das Licht der Welt, der – später ein Schüler des Archimedes – zahlreiche Theorien über Kegel und Ellipsen, sowie den „Kreis des Apollonius" aufstellte.

Perge

Auch das wichtigste Heiligtum der Stadt soll nicht vergessen werden: die „Pergische Artemis", die allerdings bis heute nicht gefunden werden konnte. Unter römischer Herrschaft kam es zuerst zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung, allerdings wurde die Stadt um 80 v.Chr. vom römischen Prokonsul Gaius Verres geplündert, der eigentlich die Stadt gegen Piraten verteidigen sollte.

Perge

In Perge entstand auch eine der ältesten christlichen Gemeinde in Kleinasien. Auch Paulus und Barnabas haben die Stadt vermutlich im Jahre 53 n.Chr. besucht, wie in der Apostelgeschichte erzählt wird.

Perge - Basilika

56 n.Chr. zerstörte ein großes Erdbeben die ganze süd- und westanatolische Küste, die Ortschaften wurden nur teilweise wieder aufgebaut. Ab dem 7. Jahrhundert häuften sich die Überfälle der muslimischen Piraten und die Einwohner von Perge übersiedelten nach Antalya, deren Stadtmauern einen besseren Schutz boten.

Perge

Die Stadt geriet in Vergessenheit und erst 1835 entdeckte der französische Reisende Texier das Theater der Stadt wieder. 1946 begann man mit systematischen Ausgrabungen, bei denen heutzutage auch eine Kooperation zwischen der Universität Istanbul und Gießen besteht. Viele der gefundenen Kunstwerke sind im Museum von Antalya zu sehen. Zwei der wichtigsten Gebäude liegen außerhalb der Stadtmauern. Das Theater und da Stadion.

Perge

Das Theater

Das Theater aus dem 3. Jahrhundert hatte 14.000 Sitzplätze und gehörte zu den größten seiner Art und war früher ganz mit Marmor verkleidet. Die Hälfte des Bühnengebäudes ist in voller Höhe erhalten, man sieht noch einige Teile der früheren Ausstattung mit Marmor—Friesen und Reliefs, aber auch Wandverkleidungen und die Statuen in den Nischen sind sehenswert. Die Reliefs zeigen unter anderen den Kampf der Giganten und einige Kentauren. Von den obersten Sitzreihen hat man einen prächtigen Rundblick über die gesamte Ausgrabungsstätte und die Umgebung. Ursprünglich war hier noch eine Arkadengalerie. Leider ist das Bühnenhaus bis auf das Erdgeschoss zerstört.

Perge

Das Stadion

Wenn man vom Theater in Richtung Stadt wandert, kommt man am Stadion vorbei, das einst das größte in Kleinasien war. Dieses hatte 12.000 Sitzplätze und an die 50 Gewölbe, in denen Geschäfte untergebracht waren, über die man aber auch Zugang zum Stadion hatte. Im 34 Meter breiten und 234 Meter langen Stadion in Hufeisenform fanden neben den Wagenrennen auch noch die verschiedensten Sport-Wettkämpfe statt, wie Boxen, Speerwerfen, Laufen. Da die Kämpfer die Wettkämpfe mehr oder weniger nackt austrugen, war den verheirateten Frauen das Zuschauen bei den Kämpfen verboten. Im 3. Jahrhundert wurde die offene südliche Seite zugebaut, um das Gebäude auch für Gladiatorenkämpfe nützen zu können.

Das römische Tor

Perge

Man betritt die antike Stadt durch das römische Tor, das relativ einfach ausgeführt ist

Das hellenistische Tor

Perge - Hellenistisches Tor

Das hellenistische Tor ist schöner gearbeitet und wird von weiteren zwei Toren flankiert. Es wird auch Paulustor genannt, da angeblich der Apostel Paulus durch dieses Tor die Stadt bei seinem Besuch betrat.

Die Süd-Therme

Perge

Geht man die breite Straße entlang, gelangt man auf der linken Seite zur Süd-Therme, die eines der besterhaltendsten Gebäude in Perge ist. Sie ist im Vergleich zu anderen Thermen aus Pamphylien größer und monumentaler gestaltet. Der Thermenkomplex bestand aus mehreren Räumen: dem An- und Auskleideraum (Apodyterium), dem Kaltbad (Frigidarium), dem Warmbad (Tepidarium), den Heißbad (Caldarium) und einem Sportraum (Palaestra).

Perge - Südtherme - Die Heizung

In einigen Räumen kann man noch heute die Bodenheizung sehen. Auch die früheren unterirdischen Warmwasserleitungen kann man noch erkennen. Außerdem ist auch noch das Gymnasion (Räume für die Bildung) erhalten. In diesem, wie auch in den anderen Räumen wurden viele Skulpturen gefunden, die heute im Museum von Antalya zu sehen sind. Die Therme wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. gebaut und war mit Umgestaltungen bis in das 5. Jahrhundert in Verwendung. Das Baden war meistens kostenlos, da reiche Römer, Kaiser, Feldherren oder Politiker die Eintrittskosten für ein ganzes Jahr oft bezahlten. Außerhalb des Bades gab es Restaurants und andere Lokale.

Der Plan der Therme

Die Straße zur Akropolis

Perge - Straße zur Akropolis

Beeindruckend ist die etwa 20 Meter breite von Säulen geschmückte Straße die zur Akropolis und dem Brunnen der Akropolis führt. In der Mitte wurde sie durch eine Wasserleitung geteilt, links und rechts waren früher Geschäfte

Der Brunnen der Akropolis

Perge - Der Brunnen der Akropolis

Der 75 x 75 Meter große Baukomplex besteht aus einem quadratischen zentralen Platz, der von Säulengalerien und Geschäftsräumen umgeben war. Der Komplex, der früher als Agora interpretiert wurde, besaß eine Funktion als Macellum, ein Verkaufsplatz für exklusive Lebensmittel und wurde in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Es hatte jeweils einen Eingang an den vier Seiten. Die an der Nord- und Westseite befindlichen Geschäfte öffnen sich entweder nach innen oder nach außen zur Straße hin. Die Geschäfte an der Ostseite hatten dagegen keine Verbindung mit der Straße, an der Südseite waren die Geschäfte zweistöckig. Die Galerien waren mit Bodenmosaiken geschmückt. Im Zentrum der Anlage gab es eine rundliche Struktur, deren Funktion umstritten ist. Manche meinen, dass dies der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche gewesen sein könnte.

Die Markthalle (Agorá)

Die Markthalle von Perge

Der 75 x 75 Meter große Baukomplex besteht aus einem quadratischen zentralen Platz, der von Säulengalerien und Geschäftsräumen umgeben war. Der Komplex, der früher als Agora interpretiert wurde, besaß eine Funktion als Macellum, ein Verkaufsplatz für exklusive Lebensmittel und wurde in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. erbaut. Es hatte jeweils einen Eingang an den vier Seiten. Die an der Nord- und Westseite befindlichen Geschäfte öffnen sich entweder nach innen oder nach außen zur Straße hin. Die Geschäfte an der Ostseite hatten dagegen keine Verbindung mit der Straße, an der Südseite waren die Geschäfte zweistöckig. Die Galerien waren mit Bodenmosaiken geschmückt. Im Zentrum der Anlage gab es eine rundliche Struktur, deren Funktion umstritten ist. Manche meinen, dass dies der Rundtempel der Glücksgöttin Tyche gewesen sein könnte.

Der Plan der Markthalle

Die Nekropole

Nekropole von Perge

Hinter den Thermen beim Westtor liegt die Nekropole. Die wichtigsten Sarkophage und Statuen befinden sich im Archäologischen Museum von Antalya.

Der Tafelberg oder die Akropolis

Der Tafelberg im Norden wird seit 1890 als Akropolis bezeichnet (Karl Graf Lanckoronski), auf die die Hauptstraße der Stadt direkt hinführt. Auf dem 90 Meter hohen und ungefähr 700 Meter breiten Plateau mit steilen Flanken wurden Funde entdeckt, die zeitlich bis an das Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. zurückreichen. Ab dem 3. Jahrtausend vor Chr. kann man eine ununterbrochene Abfolge der Siedlungsschichten feststellen. Die anfänglich am Akropolis-Hügel gegründete Stadt wurde in hellenistischer Zeit nach Süden in Richtung Ebene erweitert und mit Befestigungsanlagen umgeben. Seine prachtvollste Zeit hatte die Stadt unter den römischen Kaisern, viele der heute noch erhaltenen Gebäude stammen aus dieser Zeit.

Plan von Perge
Antalya
Konya

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