Enricos Reisenotizen

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Die Karawanserei Öresin Han (Delikhan Tepesi)

Die Karawanserei Öresin Han (Delikhan Tepesi)

Die Karawansereien könnte man vielleicht mit unseren Poststationen vergleichen. Reisende konnten hier ihre Tiere versorgen und übernachten. Aber Karawansereien waren noch mehr …

Karawanserei Öresin Han

Das Wort Karawanserei kommt aus dem Persischen, wird aber auch heute noch in vielen Sprachen verstanden. Die ersten „Gebäude" entstanden bereits im 10. Jahrhundert in Zentralasien. Im 13. Jahrhundert erstellten die Seldschuken ein großes Netz an Karawansereien in Anatolien. Der Abstand zwischen den einzelnen Karawansereien betrug um die 40 km und entsprach damit der Strecke, die eine Karawane in einem Tag zurücklegen konnte. Sie waren ursprünglich wahre „Luxushotels": verfügten über Werkstätten, Ärzte kümmerten sich um kranke oder verletzte Reisenden, es gab Bäder, Küchen, Tee- und Kaffeestuben. Auch für die Unterhaltung war gesorgt: Musikkapellen spielten für die Gäste. Meistens befand sich seitlich des Eingangstores ein Betraum, die größeren hatten auch eine kleine Moschee im Innenhof. Später unter osmanischer Herrschaft wurde es spartanischer: Nun mussten Matratzen und Decken, Koch- und Essgeschirr mitgebracht werden. Aber immerhin waren die Dienstleistungen an den Karawanenstraße kostenlos.

Karawanserei Öresin Han

Der Grundriss der Karawanserei entsprach meist einem Quadrat oder Rechteck, seltener wurde im Achteck gebaut. Sie hatte einen großen Innenhof, um den arkadengesäumte Gebäude standen. Während im Erdgeschoss die Ställe für die Tiere und Läden waren, wurden die Reisenden im Obergeschoss untergebracht.

Karawanserei Öresin Han

Karawansereien waren massive Wehranlagen mit steinernen Mauern und eisenbeschlagenen Toren. Hier konnte man sicher übernachten, die Tiere verpflegen und Lebensmittel für die Weiterreise einkaufen. Große Karawansereien dienten auch als Warenlager und Handelsplatz. Erst im 20. Jahrhundert verloren sie ihre Funktion.

Karawanserei Öresin Han

Die Öresin Han Karawanserei gehört zu einer Gruppe von gut erhaltenen Gebäuden, die auch auf der Unesco Liste angeführt sind. Bis vor kurzem nahm man an, dass die Öresin Han im dritten Quartal des 13. Jahrhunderts gebaut worden war. Doch bei der Renovierung 2007 wurde eine Inschrift entdeckt, die das Datum 1188 angibt.

Karawanserei Öresin Han

Das Portal zeigt nach Südosten und die Karawanserei verfügt über einen großen Saal mit fünf Gängen, die durch ihre ungewöhnliche Anordnung auffallen. Die Halle ist 727m2 groß. Obwohl das Gebäude vor der Renovierung schon sehr verfallen war, beeindruckten die architektonischen Proportionen, die Verarbeitung und vor allem die Zwickel der Kuppel. Das Portal und ein Teil der Kuppel lagen in Trümmern. Lange Jahre wachte der Bau, obwohl verfallen, stolz und würdevoll über die einsame Strecke, die früher eine wichtige Verbindungsstrecke der Seldschuken war. Heute führt die Straße von Aksaray nach Nevşehir, die Karawanserei liegt ca. 12 km östlich von Aksaray.

Karawanserei Öresin Han

Nach der Renovierung, die 2010 abgeschlossen wurde, eröffnete man in der Halle ein Restaurant und einen Souvenirshop. Auch wir legten in der Karawanserei einen Zwischenstopp ein, um einen türkischen Café zu trinken, die Halle zu besichtigen und auch das eine oder andere Souvenir zu kaufen. Damit hat das Gebäude eigentlich die gleiche Funktion wie früher: Reisenden einen Ort zum Rasten und Ausruhen zu bieten.

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