Enricos Reisenotizen

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Vom Ötzi zu Mammut und Co.

Vom Ötzi zu Mammut und Co.

Nachdem wir das Mamuz in Mistelbach und damit die aktuelle Ötzi Ausstellung besucht hatten, wollten wir uns auch Teil 2, das Mamuz in Schloss Asparn an der Zaya nicht entgehen lassen.

Schloss Asparn an der Zaya

​Die Eintrittskarten gelten für beide Museumsstandorte und beide Ausstellungen lassen sich gut in einem Tag bewältigen, wenn nicht gerade ein Fest oder eine der vielen Veranstaltungen stattfindet.

Im Freigelände

Das Mamuz in Schloss Asparn zerfällt eigentlich wieder in zwei Teile – das Freigelände und die Ausstellung im Inneren.

Das Langhaus im Freigelände, Foto © Mamuz

Allein das Freigelände ist einen Besuch wert. Kaum tritt man vom Schloss ins Freie begrüßt den Besucher ein riesiges Mammut! Hier ist besonders bei den vielen Festen und Handwerkskursen im Sommer jede Menge los.

Die Reiter beim Keltenfest, Foto © Mamuz

Ich habe das Keltenfest hier miterlebt – wenn Sie zu so einem Event kommen, gehen sich weitere Besichtigungen nicht mehr aus! Dann tauchen Sie ein in die Geschichte und leben so richtig mit. Handwerker zeigen ihre Kunst, es wird geschmiedet, Getreide gemahlen, Brot gebacken und Wolle gesponnen. Krieger erklären die Handhabung der Waffen, man kann Bogen schießen selbst ausprobieren, es gibt keltische Musik, und natürlich auch jede Menge kulinarische Spezialitäten. Aber auch die Anwendung der verschiedensten Kräuter kann man lernen.

Hier wurde früher Brot gebacken

Und wenn dann die keltischen Reiter mit ihren Pferden die hohe Schule ihrer Kriegskunst zeigen, gibt es sowieso kein Halten mehr. Es sind Veranstaltungen für die Familie, die Geschichte erlebbar machen und auch Spaß für die ganze Familie bieten. Alle Häuser und Zelte sind bewohnt und man kann miterleben, wie die Menschen damals gelebt haben, viele Fragen stellen und auch z.B. das eine oder andere Musikinstrument ausprobieren. Es sind Events, die verzaubern.

Im Inneren eines Hauses

Klarerweise finden diese Veranstaltungen in erster Linie am Wochenende statt. Wann genau diese stattfinden, können Sie hier auf ask-enrico.com oder auf der Website des Museums erfahren.

Im Freigelände

Wenn Sie unter der Woche kommen, liegt das Museumsdorf ruhig vor Ihnen. Das macht aber gar nichts. So kann man bei schönem Wetter durch den wunderbaren Schlosspark schlendern und sich in Ruhe die Hütten und Zelte – auch im Inneren – ansehen. Die Kochstellen und die Schlafstellen betrachten, die Öfen betrachten und die Phantasie spielen lassen. Aber Achtung! Erstens waren die Menschen damals kleiner und zweitens war es nicht ratsam zu große Fenster und Eingänge zu machen (Wärmeverlust, etc.) – ich habe mir daher, obwohl nur 161 cm groß, den Schädel einmal fürchterlich angestoßen! Passen Sie also auf, wenn Sie die Häuser und Hütten betreten und vor allem, wenn Sie sie wieder verlassen.

Das Heiligtum im Freigelände

Bei ihrem Rundgang treffen Sie auch auf Pflanzenbeete, die zeigen, welche Pflanzen und Früchte seit damals wichtig sind.

Ein Blick in die Ausstellungsräume

Wenn Sie also an einem ruhigen Tag unter der Woche nach Asparn gekommen sind, oder wenn das Wetter zu schlecht ist, einen Rundgang zu machen, sollten Sie sich nun in die Ausstellungsräume des Museums wagen. Sollte die Zeit nicht mehr reichen, kommen Sie einfach wieder …

Blick in die Ausstellung, Foto © Atelier Olschinsky

In den Ausstellungsräumen wird – einzigartig für Europa – 40.000 Jahre Menschheitsgeschichte präsentiert – von der Urgeschichte über die Frühgeschichte bis zum Mittelalter. Auf einer Ausstellungsfläche von 1.100m2 finden Sie einzigartige Ausstellungsstücke wie die älteste Knochenflöte aus einem Rentierschienbein (ca. 21.000 Jahre alt), das Grab der ersten Feinschmiede-Metallverarbeiterin oder ein ungarisches Reitergrab.

Blick in die Ausstellung, Foto © Atelier Olschinsky

Auch in dieser Ausstellung gibt es einiges zu entdecken und vor allem zum Ausprobieren. Es ist also nicht nur die – für Kinder oft fade – Aneinanderreihung von Ausstellungsgegenständen, sondern es gibt auf drei Stockwerken genügend zum Mitmachen: 

  • Wie schwer es war, mit einem Hammer Eisen, Kupfer und Bronze zu bearbeiten, kann man am eigenen Leib erfahren
Gar nicht so leicht, mit dem Hammer zu arbeiten…
  • Es gibt die Möglichkeit, das Modell eines Langhauses weiterzubauen
Lass uns ein Langhaus bauen, Foto © Atelier Olschinsky
  • Mit einer Art Elektrokontakt kann man herausfinden, woher all die Güter der damaligen Zeit kamen
Woher kam was? Foto © Atelier Olschinsky
  • und einiges mehr..
Scherben zu einem Krug zusammen zu setzen ist gar nicht so einfach …

Die Ausstellung ist überhaupt sehr schön gestaltet. Die einzelnen Räume in unterschiedlicher Farbtönen sind sehr ästhetisch und modern aufgebaut und bringen auch die Ausstellungsstücke wunderbar zur Geltung.

Nicht verpassen darf man auch die derzeitige Sonderausstellung Schatz-Reich. Am besten Sie nehmen sich gleich eine der – gleich beim Eingang hängenden – Lupen mit, um die wertvollen Schmuckstücke genau betrachten zu können. Wenn wir auch mit dieser nicht immer gut zurecht gekommen sind, überrascht der Prunk des einzigartigen Schatzfundes, der aus dem Raum von Wiener Neustadt stammt und in einem Garten zufällig gefunden wurde. Gold, Silber, Edelstein, einzigartig verarbeitet, zarte Muster, teilweise modern wirkende Schmuckstücke, aber auch Gefäße sind hier zu sehen.

Blick in die Ausstellung, Foto © Atelier Olschinsky…

Wer zum Schluss noch einen Einblick in die Forschungsarbeit der Archäologen machen will, dem sei noch ein Besuch im Forscherlabor empfohlen. Eine Grabungsbox zeigt, wie man sich eine Ausgrabung vorstellen kann, der Restaurationstisch, wie aus einem Scherbenhaufen ein katalogisiertes und zeitlich zugeordnetes, restauriertes Tongefäß wird und die Forschertische lassen die Besucher selbst in die Rolle der Wissenschaftler schlüpfen, sie zeigen die Aufarbeitung von Metallen, Hölzern und botanischen Funden.

Im Forschungslabor, Foto © Atelier Olschinsky

Ein Ausflug in die Geschichte, der sich lohnt: bei schönem und bei schlechtem Wetter und natürlich ganz besonders zu einer der vielen Veranstaltungen im Mamuz Schloss Asparn an der Zaya.

Historisches Handwerk: Bogenbau, Foto © Lydia Seidl

Weitere Informationen über die Veranstaltungen im Mamuz finden Sie auf www.ask-enrico.com und auf der Website www.mamuz.at und wer wissen möchte, wie uns die Ötzi Ausstellung im Museum Mistelbach gefallen hat, kann hier nachlesen.

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