West-Norwegen - Enricos Reisenotizen

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West-Norwegen

West-Norwegen

oder: bei 200 Tagen Regen pro Jahr bleiben ja noch genug schöne Tage übrig. Als bekennende Skandinavien-Liebhaber haben wir uns heuer entschlossen West-Norwegen zu erkunden.

… und los geht’s mit unserem California …

Wir (meine Freundin Mia und ich) sind in Skandinavien meist mit unserem VW California Beach unterwegs. Für Nicht-Kenner: das ist ein quasi puristisches Wohnmobil, mit dem Vorteil, dass das Auto „normale" Abmessungen hat, man also noch in die meisten (ok, sagen wie viele) Parkgaragen kommt und natürlich auch bei Fähren, meist die PKW Preise bezahlt. Im Bericht gehe ich dann noch auf ein paar Details unserer Erfahrungen mit „unserem" California ein.

Das geht sich aus …

Wir sind daher sehr individuell unterwegs, d.h. wir schlafen meist im California, selten in Hütten oder Hotels und wir stehen auch selten auf offiziellen Campingplätzen. Alle, die also gerne Pauschalreisen buchen, und sich mit dem Bus von einer Touristenattraktion zur nächsten bringen lassen, dürfen hier aufhören zu lesen. Das soll jetzt übrigens keine (Ab-) Wertung dieser Form von Urlaub sein – es wäre einfach nur nichts für uns.

Etappe 1 – ans nördliche Ende von Deutschland

Geplant war eine Abreise gegen 8:00 Früh und eine gemütlich Etappe von ca 900km bis ans nördliche Ende von Deutschland. Es gibt ja sehr viele Möglichkeiten nach Skandinavien zu kommen. Wenn man wie wir mit dem Auto unterwegs ist, gibt es z.B. den Autoreisezug nach Hamburg. Leider erlaubt die ÖBB nur Höhen bis 1,96m unser California ist laut Zulassungsschein 1,99m hoch – also knapp zu hoch. Wir sollten vielleicht mal versuchen vor der Verladung Luft rauszulassen, ich glaube nächstes Jahr rufe ich bei der ÖBB an und schlage das einmal vor.

Als zweite Frage für die Skandinavien Anreise bleibt immer: Fähre oder Brücken. Wir haben beides probiert, speziell für West-Norwegen ist die Fähre sicher eine interessante Alternative, da man sich den Teil durch Schweden erspart. Letztlich sind wir aber doch wieder über die Brücken gefahren. Hauptgrund war die größere Flexibilität (man muss nicht reservieren) und die geplante Reiseroute. Da wir auch noch einen Bro-Bizz haben (so ein automatisches Maut-Ding, davon später noch mehr), kommen wir auch relativ günstig über die Brücken.

Was soll ich sagen – wie immer sind wir nicht um 8:00 sondern erst um 14:00 von zuhause weggefahren, aber was sind schon 6 Stunden Zeitverlust auf einer Etappe? Der nicht zu unterschätzende Vorteil – ja, ich bin Optimist – durch die Verschiebung waren die großteils staufreien Autobahnen in Deutschland. Im Vergleich zur Rückreise, wo wir tagsüber unterwegs waren, ist die Reise außerhalb der Berufsverkehrszeiten eine gute Option. Wie dem auch sei, gegen 1:00 nachts waren wir am Tagesziel in Neumünster kurz vor Dänemark.

Tag 2 oder das Wikingerfest lag gerade am Weg …

Nach einer kurzen Nacht am Waldrand ging es weiter Richtung Tagesziel Ängelholm in Schweden. Beim Plaudern auf der Autobahn sind wir auf die Idee gekommen Freunde anzurufen, die gerade in Dänemark Urlaub machten, um Sie zu fragen, wo sie denn gerade sind. Wie es der Zufall will, waren sie auf dem Weg zu einem Wikinger-Festival in Trelleborg.

Beim Wikinger-Fest

Skandinavien-Kenner kennen diese Stadt als Zielhafen für Fähren in Südschweden. Bis zu diesem Tag war auch ich dieser Meinung. Was jetzt aber folgte, war eine 10 minütige Diskussion meiner Freundin mit ihrem telefonischen Visavis wo genau Trelleborg liegt. Wir wollten uns nach der (Öresund) Brücke treffen, weil wir ja das beschriebene Trelleborg meinten. Unsere Freunde meinten aber, dass das bald nach der ersten (Storebelt) Brücke ist, was dann ja in Dänemark ist. Nach einigem Hin und Her (als Fahrer habe ich nur Bruchstücke davon mitbekommen, dafür hatte ich 10 Minuten beste Unterhaltung) fanden wir dann heraus, dass es zwei Trelleborgs gibt (die nur mein VW Navi nicht findet, auch dazu noch mehr) und das dänische Trelleborg nur 10km von unserer Route abseits liegt.

Beim Wikinger-Fest

Das erste spontane Reiseziel war also das Wikingerfest in Trelleborg. An der Stelle noch Grüße an unsere Freunde Kathi und Mansch – war echt nett 1200km entfernt von zuhause Freunde zu treffen.

Wikingerfestung Trelleborg

Dort sieht man die Grundmauern eines Wikinger-Forts, das um 980 vom damaligen Wikingerkönig geschaffen wurde. Beeindruckend ist auch das nachgebaute Langhaus. Wie schon gesagt fand hier das jährliche Wikingerfestival statt und es gab viele, viele Aussteller und Schausteller.

Wikingerfest

Man konnte alles kaufen vom Schaf-Fell bis zu Schmuck. Am schönsten ist es immer in die Atmosphäre bei solchen Festivals einzutauchen – man fühlt sich richtig zurück versetzt in die alten Wikingerzeiten.

Am Wikingerfest

​Als kulinarischen Tipp könnte ich jetzt z.B. den selbstgemachten Honig nennen, der dort u.a. verkauft wurde. Details gibt es hier: http://en.natmus.dk/museums/trelleborg/

Wikingerfest in Trelleborg

Nach dem Besuch machten wir uns auf den Weg zu unserem Tagesziel Ängelholm. Dort ist ein schöner öffentlicher Sandstrand, den wir noch von unserer letzten Schwedenreise kannten. Voller Freude schlugen wir unser Nachtlager auf und begannen zu kochen (was gibt es Schöneres als gutes Essen mit der Freundin und Blick auf den Sandstrand). Das ist leider auch schon das Ende vom romantischen Teil dieses Abends, denn scheinbar (es war Samstag) hatten die einheimischen Jugendlichen genau an diesem Tag vor, ca. 100 Meter entfernt von uns eine Techno-Party zu schmeißen. Etwas resigniert verlagerten wir unser Nachtlager ca. 800 Meter entfernt in einen angrenzenden Wald. Leider war die Nacht aber dann nicht das, was man sich von Skandinavien erwarten würde (Ruhe). Merke: Bäume schlucken Schall eher schlecht.

 

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