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Frühlingsfestival in Budapest

Frühlingsfestival in Budapest

Das ungarische Tourismusamt lud zur Vorstellung des diesjährigen Frühlingsfestivals (8.-24.4.2016) in die ungarische Botschaft, wo es neben vielen Informationen auch fantastische Klavierdarbietungen einen Vorgeschmack auf das Festival gaben.

Programmvorstellung des Budapester Frühlingsfestivals in der ungarischen Botschaft

110 Programmpunkte, 60 Austragungsorte – das sind nur die Eckdaten, die zeigen sollen, wie groß das Frühlingsfestival, das heuer bereits zum 36. Mal veranstaltet wird, geworden ist und Budapest wieder in einen ganz besonderen kulturellen Hotspot verwandeln wird. .

Obwohl auch diesmal die Klassik mit Konzerten, Opern- und Ballettaufführungen im Mittelpunkt steht, geht das Frühlingsfest weit darüber hinaus und bietet seinen Besuchern auch Jazz-, World-Music-, Crossover, Tanz-, Theaterveranstaltungen und Kunstevents. Zu einem Preis von 5 – 55 Euro ist wirklich für jeden Geschmack und jedes „Börsel" etwas dabei…

Franz Liszt

Ferenc Liszt ist eine der herausragenden Gestalten der Musikgeschichte und heiß zwischen Österreich und Ungarn als einer der ihren umkämpft. Zwar in Raiding (im heutigen Österreich) geboren, fühlte er sich als zu Lebzeiten wahrscheinlich mehr als Ungar, obwohl er angeblich die Sprache nicht so gut beherrschte und wurde auch von ungarischen Adeligen in seiner Laufbahn unterstützt.

Inspiration © Istvan Praczki

​2016 steht das in Weimar entstandene Hauptwerk des Komponisten, das Oratorium Christus, auf dem Programm und wird gemeinsam von der Staatskapelle Weimar und dem Chor des Ungarischen Rundfunks aufgeführt. Auch das Werk des für seine Elektro- und Computermusik international bekannten Komponisten László DubrovayFaust, der Verdammte – wurde von Liszt inspiriert. Aufgeführt wird es durch das Ballett Pécs, das dieses Jahr sein 55-jähriges Bestehen feiert. Ebenfalls zu hören (und zu sehen) sind die ungarischen Pianisten Gábor Farkas und József Balog, die mit dem Symphonieorchester des Ungarischen Rundfunks ebenfalls Werke von Liszt aufführen. Interessant werden sicher auch die Darbietungen des Jazzpianisten und Komponisten Kálmán Oláh, der ein Konzert mit Improvisationen zu Liszt-Themen spielen wird.

Balázs Kovács mit Dezső Ránki und Edith Klukon bei der Präsentation der Frühjahrfestivals

Béla Bartók

Ein anderer großer Künstler der ungarischen Musikgeschichte feiert 2016 seinen 135. Geburtstag und daher ist es nahe liegend, dass mehrere Veranstaltungen des Frühlingsfestivals im Zeichen dieses Jubiläums stehen werden. So ist beim Eröffnungskonzert das Budapester Festivalorchester unter der Leitung von David Robertson unter der Mitwirkung von Kim Kashkashian zu hören, die Bártoks Bratschenkonzert spielen wird.

Kim Kashkashian © Steve Riskind

Andrea Rost hat in ihrem Konzert Bartók und Kodály im Programm und ihr Konzert mit Klavierbegleitung und Klängen von Volksinstrumenten und echter zeitgenössischer Volksmusik könnte ein Highlight des Frühlingsfestivals darstellen. Zu Ehren des großen Komponisten schließt das Festival mit einem Chor-Fest, bei dem neun Chöre verschiedene Chorwerke von Béla Bartók vortragen.

Andrea Rost, Balazs Szokolay, Balazs Dongo Szokolay

China

Auch China steht heuer im Mittelpunkt des Festivalgeschehens: als besonderes Highlight ist hier die Aufführung von Puccinis Turandot zu sehen, die die Chinesische Nationaloper gestaltet. Alle Darsteller, das Orchester und der Chor kommen aus Peking.

Wangwei als Turandot

Die Bühnenadaption von The Moon Opera, Bi Feiyus erfolgreichem Roman, wird ebenfalls von Pekinger Künstlern, dem Yabin Studio aufgeführt, die traditionellen und modernen Tanz sowie Elemente der chinesischen Oper in vollkommener Harmonie verschmelzen werden.

The Moon Opera © Wang Ning

Eine weiterer Höhepunkt könnte das Konzert von Wu Wei werden, der auf seiner Mundorgel traditionelle Melodien, aber auch verschiedene Musikstile und Musikrichtungen verschmelzt und auch zeitgenössische Stücke auf dem seit viertausend Jahren existierenden Instrument vorstellen wird.

Wu Wei

Das Ungarische Nationalmuseum zeigt Kleidungsstücke junger und arrivierter chinesischer Modeschöpfer, aber auch Kreationen der berühmten ungarischen Designerin und Seidenliebhaberin - Katti Zoób – sind ausgestellt.

Berühmte Künstler, berühmte Werke und weitere Highlights Weltstar

Ramón Vargas gibt sich in Idomeneo von Mozart die Ehre, Vladimir Galuzin wird in Tschaikowskis Pique Dame zu hören sein. Das Orchestra Filarmonica della Scala, von Myung-Whun Chung dirigiert präsentiert Mozarts Sinfonie in g-Moll und Mahlers 5. Sinfonie. ..

Ramon Vargas

Ein einzigartiges Erlebnis verspricht auch das Konzert des Ungarischen Nationalen Philharmonie Orchesters, das Beethovens Klavierkonzert in c-Moll – gespielt von Shai Wosner aus Israel – und Rachmaninows Aleko in der konzertanten Form mit Dimitrij Uljanov in der Titelrolle spielen wird.

Shai Wosner © Marco Borggreve

Das Schwedische Kammerorchester kombiniert bei ihrem Konzert Bachs Brandenburgische Konzerte mit extra zu diesem Anlass komponierten musikalischen Kommentaren und Bearbeitungen von sechs zeitgenössischen Komponisten, um zu beweisen, dass die beinahe dreihundert Jahre alten Werke noch immer unser musikalisches Denken beeinflussen. Längst kein Geheimtipp mehr ist das Pianisten-Ehepaar Dezső Ránki – Edith Klukon, das sein Konzert dem vor 150 Jahren geborenen Eric Satie widmet. Ich hatte bei der Pressekonferenz das Glück eine kleine Darbietung zu hören und kann nur eine Empfehlung abgeben: unbedingt anhören!!!

Dezso Ranki und Edit Klukon © Andrea Felvegi

In jedem Fall erwähnenswert sind auch das Konzert des Kodály Streichquartetts, das gemeinsam mit den Bläsern der Berliner Philharmoniker selten aufgeführte Stücke von Richard Strauss, Smetana und Schubert spielen wird und die Aufführung der außergewöhnlichen Jazzoperette Die Herzogin von Chicago von Imre Kálmán. Schlagzeug-Virtuose Martin Grubinger kehrt mit Orffs Carmina Burana auf das Festival zurück.

Martin Grubinger © Felix Broede

Ferner werden der Jazzgitarist Ferenc Snétberger, der Womex Artist Award Gewinner Cheikh Lô, die australische Jazz-Pianisten Sarah McKenzie, Richard Bona, Joey DeFrancesco, Jeff Mills, Wayne Shorter und Robert Glasper erwartet. Außergewöhnliches präsentieren Igudesman&Joo, die klassische Musik mit unwiderstehlichen Humor kombinieren, aber auch Les 7 doigts de la main, die als originellsten Vertreter des Neuen Zirkus gelten, oder Kimmo Pohjonen und Minna Tervamäki mit ihrer atemberaubenden Produktion Bright Shadow oder Ula Sickle und Kinshasa Electric mit ihrer improvisativen, auf DJ-Musik basierenden Tanzvorführung.

Igudesman&Joo © Michael Sachsenmaier

Das St. Petersburger Michailowski-Theater bringt die drei Einakter Without Words, Duende und Na Floresta auf die Bühne nach Budapest.

Für Fans der bildenden Künste gibt es ebenfalls einen herausragenden Leckerbissen: die Ungarische Nationalgalerie zeigt eine groß angelegte Picasso-Ausstellung, die alle Perioden des Gesamtwerkes des katalanischen Genies einschließt und mehr als hundert Werke, darunter Bilder, Zeichnungen und Plastiken präsentiert und die ständigen Veränderungen bei der Formung der menschlichen Gestalt thematisiert. Außerdem schließt sich zum ersten Mal auch die Budapest Art Week dem Festival an, die Liebhaber der Bildenden Kunst eine Woche lang zu besonderen Programmen und Führungen in ca. 60 Museen und Galerien einlädt. 

Schlendern Sie aber auch während des Festivals durch Budapest, freuen Sie sich auf die Promenade zur Festivaleröffnung oder auf das Chorsingen am Abschlusstag und verpassen Sie nicht, sich unter dem Motto Kopf hoch Budapest genauer umzusehen und die Geheimnisse über charakteristische Jugendstilgebäude der Stadt zu entdecken. 

Karten sind je nach Kategorie von 5 – 55 Euro erhältlich und können über die Website des Festivals www.btf.hu, Vienna Ticket Office www.viennaticketoffice.com, Classictic www.classictic.com oder Eurotours International www.eurotours.at bezogen werden. 

8.-24.4.2016 Budapester Frühlingsfestival
www.btf.hu Hier finden Sie das genaue Programm, die Website ist in Englisch.

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