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Rudolf Klaudus – Ein Magier der Farben

Rudolf Klaudus – Ein Magier der Farben

Am 13.1.2016 eröffneten die Klänge der Tamburica Harmonija Kapelle Großwarasdorf die große Ausstellung über eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des Burgenlandes: Rudolf Klaudus.

Rudolf Klaudus

​Er gilt als Magier der Farben, aber wenn man durch die Ausstellung geht, erkennt man nicht nur die Magie seiner Farben, sondern auch die Vielfältigkeit des Künstlers.

Klaudus wurde 1895 in der kroatischen Gemeinde Nebersdorf/Šuševo bei Großwarasdorf geboren. Er war eine der bedeutendsten, burgenländischen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er absolvierte das Benediktinergymnasium in Güns/Köszeg und sollte eigentlich Priester werden, aber dann musste er nach seiner Matura im Jahre 1915 einrücken.

Rudolf Klaudus – Selbstporträt

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs studierte er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien uns anschließend bis 1926 an der Kunstakademie in Zagreb. Hier kam er auch mit den damals aufstrebenden kroatischen Malern Vladimir Bećić und Ljubo Babić in Kontakt. In seinem Schaffen orientierte er sich auch an historischen Größen wie Cezanne, Matisse und van Gogh. Später kehrte er ins Burgenland zurück und unterrichtete zunächst an der Hauptschule in Deutschkreuz, bis er 1936 zum ersten Inspektor für das kroatische Schulwesen im Burgenland bestellt wurde. Bereits in den 30er Jahren war er Mitglied des Eisenstädter bzw. dann des Burgenländischen Kunstvereins geworden.

Ausstellungseröffnung Rudolf Klaudus, Landesgalerie Burgenland

Klaudus war auch eine Galionsfigur des selbstbewussten und intellektuellen Kroatentums. In der Zwischenkriegszeit war er Funktionär an der Vaterländischen Front und nach dem Zweiten Weltkrieg gründete er mit Dr. Lorenz Karall, dem Landeshauptmann von 1946 – 1956 die kroatische Wochenzeitung „Naše selo" (Unser Dorf), bei der er dann auch als Herausgeber fungierte.
Wegen seines Engagements für das ständestaatliche System wurde er während der Nazizeit aus dem Schuldienst entlassen, auch wurde ihm jede berufliche und nebenberufliche Betätigung auf dem Gebiet der bildenden Künste untersagt. Er lebte zurückgezogen in Kleinwarasdorf, blieb aber als Maler nicht untätig. Klaudus nahm auch gleich nach dem Kriegsende seine Ausstellungstätigkeit wieder auf und gründete 1956 die Künstlergruppe Burgenland, deren Obmann er bis 1967 war.

Kulturlandesrat Helmut Bieler und die Tochter des Künstlers Dusenka Müller, Foto © KSB, Weiß

Klaudus war ein Maler südeuropäischer Prägung, während seiner Studienzeit in Zagreb wurde er vom slowenischen Impressionismus beeinflusst, aber auch die Zwischenkriegszeit und die Zeit der Weimarer Republik in Deutschland mit ihrer „Neuen Sachlichkeit" hat in den früheren Werken von Rudolf Klaudus Spuren hinterlassen. 1974 nannte ihn die Neue Züricher Zeitung einen Emil Nolde des Burgenlands.

Rudolf Klaudus

Alfred Schmeller, ein führender Kunstkritiker Österreichs der 1960er und 70er Jahre rühmte Rudolf Klaudus mit folgenden Worten: „Er keltert in seinen Bildern die Farben der Landschaft, presst gleichsam den Saft aus ihr, kocht die Atmosphäre ein, zieht aus der Erde Kräfte und steigert burgenländische Gegend ins Subtropische: Sie wird farbenprächtig, fruchtbar wie die Flanke eines Vulkankegels, schillernd zwischen Blaufränkisch, Ackerbraun, Dschungelgrün und allen Nuancen des Herbstes. Die Bilder sind kleine Fässer besten burgenländischen Weins, kräftig in der Substanz, würzig und mit herrlicher Blume. Hier hat der Maler die scheinbar unscheinbare Landschaft des mittleren Burgenlandes entdeckt, ein paar Kilometer vom Geburtsort Franz Liszts entfernt."

Rudolf Klaudus

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer: machen Sie sich auf in die Landesgalerie Burgenland und schauen Sie sich das an. Der Eintritt ist frei.

Rudolf Klaudus

Vergessen Sie aber keinesfalls auch die permanente Ausstellung in der Landesgalerie anzuschauen und sich so über die vielen Künstler, die im Burgenland leben und lebten einen Überblick zu verschaffen. Sie werden auf viele Berühmtheiten treffen. Schauen Sie sich das an …

Landesgalerie Burgenland

Die Landesgalerie Burgenland ist vom 22.1.-30.6.2016 und vom 1.9.-13.11.2016 Dienstag bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr, am Sonn- und Feiertag von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Vom 1.7.-31.8. ist die Landesgalerie auch zusätzlich am Montag von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Landesgalerie Burgenland

Vom 29.2.-10.3. und vom 18.4. bis 12.5.2016 ist die Landesgalerie Burgenland geschlossen.

Landesgalerie Burgenland

Landesgalerie Burgenland
7000 Eisenstadt, Franz Schubert-Platz 6
Tel: +43 2682 719-5000
www.landesgalerie-burgenland.at

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