Ungarn - Enricos Reisenotizen - Seite 2

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken
In Ungarn fühlte sich Kaiserin Sisi wohler als am Wiener Hof. Viele Wiener können das auch heute noch nachvollziehen. Ungarn ist eines der beliebtesten Ausflugs- und Urlaubsziele der Ostösterreicher.

CAFe Festival in Budapest

Budapest ist nicht nur reich an Thermen, Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Höhepunkten, sondern auch an Festivals. Im Oktober war es wieder so weit, das CAFe Festival (Contemporary Arts Festival) startete mit jeder Menge an interessanten Aufführungen.

Vom 7.-23. Oktober gab es an 16 Tagen mehr als 100 Veranstaltungen an 32 verschiedenen Orten mit einer großen Vielfalt an Musikstilen. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr meine bessere Hälfte, der sich noch viel mehr für moderne Musik interessiert, es bedauerte, nicht mitkommen zu können. Wenn ich seinen Empfehlungen nachgekommen wäre, hätte ich wahrscheinlich die ganzen 16 Tage, die das Festival dauerte, in Budapest verbringen müssen (was ja auch nicht sooo schlecht gewesen wäre).

Bunte Sessel im Zuschauerraum

​Leider ist der Oktober für mich ein sehr arbeitsintensiver Monat und so habe ich es gerade noch geschafft, ein paar Tage gegen Ende des Festivals nach Budapest zu reisen, wobei es mich doch ziemlich geärgert hat, den Kunstmarkt nicht mehr mitnehmen zu können. Auf der anderen Seite wäre mein Konto beim Besuch des Kunstmarktes sicher geschmälert geworden… Und auch einige andere Veranstaltungen wären für mich super interessant gewesen, aber leider kann man nicht alles haben.

Schon von außen beeindruckend: Der Schlossgarten Bazar...

Das ganze Festival stand unter dem Thema der 60 Jahre-Gedenk-Feier an den ungarischen Volksaufstand gegen die Regierung der kommunistischen Partei und die sowjetische Besatzungsmacht 1956.

Blick ins Innere ...

Ich hatte Béla Bartók gewählt: Das Programm versprach im Várkert Bazár ein Concerto und das Streichquartett Nr.5 – mit Ballett.

Blick ins Innere ...

Zu allererst muss ich noch ein wenig den Várkert Bazár beschreiben. Das Gebäude ist mir schon aufgefallen, als ich mit der Straßenbahn vorbei zum Gellert Bad gefahren bin: wunderschön renoviert und das Innenleben wurde teilweise ganz modern gestaltet, teilweise gibt es Galerien und die alten Gemäuer mit ihren Bogen wurden roh belassen. Ein wunderbarer Gegensatz.

Auch die Ausstellung war beeindruckend ...

Vor dem Konzert habe ich auch noch die Chance ein wenig die Bildergalerie anzuschauen – auch diese Gemälde stehen im Zusammenhang mit dem Gedenken und obwohl manche nur schemenhaft ausgeführt ist, sieht und vor allem fühlt man sofort worum es geht. Meine Nackenhaare stellen sich auf, das Schrecken und Leiden der abgebildeten, teilweise schemenhaften Personen wird fühlbar.

Beeindruckende Bilder ...

Eine Ausstellung, die zum Nachdenken einlädt, zum Reflektieren über die derzeitige politische Situation und die daran erinnert, wie schlimm und grausam es sein kann, wenn sich Menschen gewaltbereit gegenüber stehen.

Menschen, die sich unversöhnlich gegenüberstehen, sich gegenseitig quälen, noch dazu Landsleute gewesen sein konnten – Parallelen zum österreichischen Bürgerkrieg und die Auseinandersetzungen vor dem Zweiten Weltkrieg fallen mir ein.

Schnell weg mit diesen Gedanken und wieder raus in den Aufenthaltsraum – noch ein kleiner Rundgang und die Türen zum Konzert gehen auf. Bunte fröhliche Sessel erwarten das Publikum, die Aufführung ist gut besucht.

Bald beginnt das Konzert ...

Ich sitze direkt an der „Bühne" – in der Ecke stehen sparsam beleuchtet, die Sessel und die Notenständer für die Streicher. Plötzlich sind sechs Männer in grünen Hosen auf der Bühne und ein Tanztheater beginnt.

.. und eine beeindruckende Tanzvorstellung (Foto © Pályi Zsófia / CAFe Budapest)

Ich bin teilweise so von der Choreographie und vom Tanz fasziniert, dass ich die Musik gar nicht so richtig mitbekomme. Es ist – wie man hier sagt – großes Theater, aber besser gesagt: eine ganz tolle Performance.

Beeindruckend ... (Foto © Pályi Zsófia / CAFe Budapest)

Wir Zuschauer bekommen durch die Tänzer eine Geschichte erzählt: Wie es damals war, vor 60 Jahren. Was alles passiert ist und passieren konnte und es ist kaum Positives dabei. Für mich untermalt Bartóks Musik die Tanzerzählung.

Mit großem Orchester geht es weiter ...

Auch der zweite Teil – mit großem Orchester – ist grandios. Aber auch hier wieder fasziniert mich der Tanz – diesmal beiderlei Geschlechts – sehr. Auch die großen LKW-Räder, die in den Tanz mit „eingearbeitet" wurden, zeigen wie alles niedergerollt werden kann, wie sie kaum gestoppt werden konnten, aber auch wie man sich den Rädern entgegenstellte. Es ist keine leichte Kost, die hier das Publikum vorgesetzt bekommt, obwohl einige Lacher im Auditorium auf anderes schließen lassen.

Es war eine gelungene Veranstaltung ...

Für mich war es eine rundum gelungene Aufführung - auch wenn Bartók für mich noch etwas ungewohnt klingt - die auch mit viel Beifall bedacht wurde. Einziger kleiner Kritikpunkt war die Verstärkung der Musik. Ob es wirklich notwendig war, das Orchester zu verstärken?

Das wunderschön erleuchtete Parlament ...

Nachdenklich wandere ich jedenfalls durch das nächtliche Budapest heim, erfreue mich am erleuchteten Parlament, das sich wunderschön in der Donau spiegelt und der Kettenbrücken, die ebenfalls hell strahlt und hoffe, dass weder in Österreich noch in Ungarn eine Revolution oder ein Kampf gegeneinander je wieder stattfinden wird….

Die Kettenbrücke ...

Es spielte das Bujtor Kvartettund das Ungarische Studio Orchester unter der Leitung von Balázs Bujtor.
Das Quartett setzte sich aus Balázs Bujtor und Erika Kovács – Violine, László Móré – Bratsche und Bálint Maróth – Cello zusammen.
Die Tänzer waren Borbála Blaskó, Gergely Csiby, Bea Egyed, Lásló Fehér, Máté Hegymegi, Barnabás Horkay, Csaba Krisztik, Blanka Mészaros, Norbert Nagy, Márton Pallag, Vera Sipos, Kristóf Widder, Emőke Zsigmond. Choreografie: Csaba Horváth.

 Weitere Informationen unter www.cafebudapestfest.hu

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Ungarn verjüngt sich ….

Letztens war es wieder soweit – bereits zum 6.Mal fand in der Ungarischen Botschaft in Wien der Große Ungarische Tourismustag statt. Und wie immer gab es überraschend mehr zu sehen und zu hören…

Die wunderbaren Räume der ungarischen Botschaft bilden das noble Ambiente für die Vorstellung der Neuheiten am Tourismussektor in Ungarn – und wie jedes Jahr gab es viel Information, Köstlichkeiten, und jede Menge neue und interessante Ausflugs- und Urlaubstipps.

Eröffnung des großen ungarischen Tourismustag durch den ungarischen Botschafter (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Überraschend neu ist für mich, dass sich Ungarn zunehmend jugendlich präsentiert. Viele haben sicher noch das Operettenbild des Landes im Kopf, Trachten, gutes, aber schweres Essen, die Ziehbrunnen in der Puszta und tanzende und singende Mädels. Allen, die sich an der Tradition und der Volksmusik erfreuen sei versichert: auch das gibt es alles noch, aber dennoch zeigt sich Ungarn mehr und mehr überraschend jung. Auch das Musikprogramm am großen ungarischen Tourismustag zeigte sich deutlich verjüngt...

Tolle Musik-Performance am großen ungarischen Tourismustag - Teil 2 (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Neue Festivals schießen wie die Schwammerl aus dem Boden und da ist fast immer auch etwas für die Jugend oder Junggebliebene dabei: ob es jetzt das große Sziget-Festival in Budapest ist oder das Balaton Sound Festival, oder aber das diesmal vorgestellte Festival in Vesperem, Ungarn wird überraschend jünger – und das gefällt…

Tolle Musik-Performance am großen ungarischen Tourismustag - Teil 1 (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Dieses Jahr standen die Region Balaton mit ihren Heilbädern, das mittlere Transdanubien, Vesperem mit Zoo und Festival und die Somloer Weinregion im Fokus.

Region Balaton

Die Balatonregion ist die zweitbedeutendste touristische Region Ungarns und auch viele Österreicher fühlen sich rund um den hier Plattensee genannten Balaton wie zu Hause.

Viele, viele Infos ... (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Die Kurorte Hévíz, Siófok, Balatonfüred, Zalakaros, aber auch Zamárdi oder Székesfehérvár sind in Österreich und Deutschland schon wohlbekannt und werden gerne besucht. Immerhin konnten an 36 der Strandbäder am Balaton die Blauen Flaggen gehisst werden und Natur wird hier sowieso groß geschrieben: der größte Teil der Region gehört zum Nationalpark Balaton-Oberland, wobei ein Besuch am Kis-Balaton oder in Keszthely ebenfalls empfehlenswert sind.

Am See befinden sich viele Segel- und Yachthäfen (vier neue kamen heuer dazu), außerdem wartet die Region mit drei internationalen Golfplätzen auf: Balatonudvari, Balatongyörök und Hévíz.

Das Interesse war groß (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Auch die Radfahrer kommen hier nicht zu kurz: Zug um Zug wird das Radwegenetz ausgebaut – für 2017 steht die Verbindung vom Balaton zum Neusiedler See am Plan – doch schon heute kann man am 210 km langem Radweg den See umrunden. Für alle, die nicht den ganzen See umrunden möchten, stehen mehrere kleinere Touren zur Verfügung. Fahrradzentren, Fahrradverleihs, beschilderte und regionale Fahrradtouren stehen den Radlern ebenso zur Verfügung wie Notrufdienste und Schnellservice. Fahrradfreundliche Betriebe bieten Unterkunft oder Kulinarisches für Radfahrer, außerdem stehen Fahrradkarten in digitaler und gedruckter Form zur Verfügung. Auch die Kulinarik bietet einiges: immerhin finden sich sechs Weingebiete in der Region und die Gastroerlebnisse reichen von Fine Dining Restaurants über Imbisse, Street-Food und Beach-Food Lokale bis zu Weinterrassen.

Das Interesse war groß (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Balatoner Spezialitäten werden aus lokalen Zutaten gefertigt, Lavendel und Heilkräuter eingesetzt, die Region ist auch bekannt für ihren Käse, Wurst, Honig und Marmelade aus lokaler Produktion. Mit einem Wort – es gibt genügend Anregungen, um bald wieder den Balaton zu besuchen – egal ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter.

Geheimtipp: Mittleres Transdanubien

Während der Balaton auch weit über Ungarn hinaus bekannt ist, gilt das mittlere Transdanubien noch als Geheimtipp. Doch das wird sich bei diesen Angeboten bald ändern…

Székesfehérvár und Veszprém

Mittel-Transdanubien ist reich an Kulturen und Geschichte. Schließlich liegen hier die königlichen Städte Székesfehérvár und Veszprém. Székesfehérvár, Stuhlweißenburg, gilt als die Stadt der Könige, sie war ungarischer Königssitz und birgt einzigartige Schätze, Museen und Barockkirchen.

Hier gab es viele Informationen über Székesfehérvár, (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

In der historischen Innenstadt kann man sich nicht nur während der königlichen Tage und der feierlichen Krönungsspiele auf Zeitreise begeben. Veszprém dagegen war die Stadt der Königinnen und der erste Bischofssitz. Sehenswert ist die Veszprémer Burg und auch den Zoo und den neue Saurierpark sollte man unbedingt besuchen, wie uns der Direktor glaubhaft versichern konnte. Vielfältige Festivals, allen voran das VeszprémFest, zeitgenössische Kunst, Kultur und Unterhaltung runden das Urlaubserlebnis ab.

Der Informationsstand von Veszprém (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Pápa

Ebenfalls als Geheimtipp gilt noch das Schloss Esterházy in Pápa, wo auf die Besucher Geschichte zum Anfassen und Miterleben wartet. Hier kann man sich auf eine Zeitreise in eine barocke Welt begeben, bei der man auch in der Zauberwelt eines Marionettentheaters eintauchen kann.

Maskenball auf Schloss Esterházy ? (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Im Heil- und Thermalbad kann man es sich in 18 Becken – Therme, Schwimmhalle und im Wellnesszentrum – gut gehen lassen. Das Heilwasser ist gut gegen rheumatische und bewegungsorganische Krankheiten.

Masken basteln am Stand von Schloss Esterházy

Herend Porzellan

Ein Ausflug in die Porzellanmanufaktur Herend ist auch lohnenswert. Im Besucherzentrum Porcelanium gibt es viele Attraktionen, wie eine Führung durch die Minimanufaktur, ein 3D-Kurzfilm, in dem die Meister in den Schauräumen ihre Kunst zeigen; außerdem kann man die Porzellanmasse oder den Malpinsel einmal selbst in die Hand nehmen...

Herend Porzellan am großen ungarischen Tourismustag (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

Somló

Weinliebhaber sollten bei einem Ausflug nach Mittel-Transdanubien beim Weingut Tornai vorbei schauen. Dieses Weingut besteht bereits seit 70 Jahren und wird nun bereits in der dritten Generation bewirtschaftet. Im stimmungsvollen Keller, im Weinrestaurant oder im Gasthaus auf dem Weinberg kann man den speziellen Tropfen des Somló-Berges genießen.

Weinverkostung mit dem Seniorchef persönlich ...


Sektfans können in der Wein- und Sektkellerei Kreinbacher Birtok Somló diesen mit Stil genießen. Sekt und Entspannung findet der Gast hier in moderner Architektur beim Besuch der Kellerei, im Bistro und in den Designzimmern.

Destillerie Agárdi

Jahrhunderte lange Tradition wird auch in der Agarder Destillerie gepflegt, die nun die Früchte mit modernster Technologie zu ihrer reichhaltigen Edelbrandkollektion veredelt. 2009 und 2015 konnte Agárdi auf der Destillata den Titel „Destillerie des Jahres" einheimsen. Da kann man sich doch auf eine Betriebsbesichtigung mit Fachbegleitung, aber auch auf ein kulinarisches Erlebnis in der Gaststube freuen.

Die Chefs der Destillerie Agádi am großen ungarischen Tourismustag - und ich komme wirklich vorbei .... (Foto © Ungarisches Tourismusamt Geschl. AG, Repräsentanz Österreich/APA-Fotoservice/ Fotograf/in: Peter Hautzinger)

 Sooo viele Tipps und noch viel mehr – an einem einzigen Tag! Noch dazu musikalisch hervorragend untermalt und mit kulinarischen Spezialitäten und einer Weinverkostung gekrönt. Ich freue mich schon auf den nächsten großen ungarischen Tourismustag – und darauf, die vielen Tipps zu erkunden und Euch darüber zu berichten :-) - Székesfehérvár steht ganz oben auf meiner Liste …

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​Ein Tag im Zsolnay Kulturviertel

Ein Tag? Eigentlich war ich zwei Tage dort, aber immer nur einen halben. Wer aber wirklich alles sehen möchte – in Ruhe – braucht unbedingt einen ganzen Tag. So es auch noch ein Fest gibt, vielleicht noch ein bisschen mehr….

Sagt Euch Zsolnay noch was? Nein?

Im Zsolnay-Kulturviertel

Dann solltet ihr die nächsten Bilder genießen, vor allem dann wenn ihr Jugendstil-Motive ebenso schätzt wie ich und wenn ihr es auch gerne ein wenig glitzernd und schillernd liebt.

Bienenwabenmuster
Zauber der Eosin-Glasur
Blick in die Ausstellung "Das Goldene Zeitalter"
Blick in die Ausstellung "Das Goldene Zeitalter"

Zsolnay ist eine der, wenn nicht die, bekannteste ungarische Porzellan-Manufaktur. Aber nicht nur das: Ihre Gründer bzw. der Sohn des Gründers, Vilmos hat auch zwei wesentliche Erfindungen gemacht: Die Eosin-Glasur (alle Porzellan-Fachleute mögen entschuldigen, so ich mich nicht 100% fachsprachlich richtig ausdrücke), die wunderschöne grünlich, blau, aber auch rot und gelb schimmernde Farben hervorbringt und dann noch eine ganz spezielle Materialzusammensetzung (Pyrogranit), die es möglich macht, wunderbare Stück auch frostsicher zur Gartengestaltung zu nutzen.

Drachen aus Pyrogranit wachen über das Zsolnay-Kulturviertel

Natürlich gibt es auch wunderschöne Blumenmotive, auch traditionelle Muster werden fabriziert, aber diese sind nicht so ganz mein Ding.

Vasen gibt es in groß und klein

Zsolnay stammt aus Pécs, einer ungarischen Stadt in der Nähe zur kroatischen und serbischen Grenze. Hier lebte seine Familie, hier baute er seine Fabrik und hier wird heute noch produziert. Hier entstand aber auch im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres von Pécs ein Kulturviertel, das man unbedingt besuchen sollte.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Das ehemalige Fabrikgelände mit seinen Produktionsstätten, aber auch die ehemaligen Häuser der Familie, die hier nicht nur arbeitete, sondern auch wohnte, wurden instand gesetzt.

Hier kann man auch übernachten ...

Es entstand ein lebendiges Viertel, zu dem man (ohne Ausstellungen) kostenlos Zutritt hat.

Relaxen, chillen, die Seele baumeln lassen oder bei einer Veranstaltung mitfeiern - im Zsolnay Kulturviertel ist alles möglich

Die kleinen Besucher können dann die Spielplätze besuchen, ältere können es sich auf dem Rasen oder den Bänken gemütlich machen. Cafés und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl und mit etwas Glück gibt es auf dem weitläufigen Gelände auch eine Veranstaltung.

Auch eine Vinothek ist am Gelände untergebracht ...

Aber allein schon einen Spaziergang durch das Gelände ist lohnenswert und wer möchte, kann hier auch in einem der Appartements übernachten. Die Altstadt ist bequem mit einem kleinen Fußweg zu erreichen – warum also nicht?

Im Zsolnay Kulturviertel

Beim ersten Blick auf die geschmückten Häuser, auf die vielen Statuen und Brunnen in der Anlage musste ich sofort an Gaudi und seinen Park Güell in Barcelona denken.

Wundervolle Dekorationen überall im Viertel

Zsolnay hat hier eine etwas dezentere und abgewandelte Form praktiziert, aber dennoch steht man staunend im Park und weiß eigentlich nicht, wohin man zuerst schauen soll. Fabelwesen, Löwen oder Drachen, bewachen die Hauseingänge, allerlei Vasen und Brunnen schmücken die Rasenflächen, die Häuser sind bunt verziert.

Im Zsolnay Kulturviertel

Selbst die Schornsteine sind nicht einfach nur Fabrikschlote, sondern weisen ebenfalls Malereien und Verzierungen auf.

Im Zsolnay Kulturviertel sind selbst die Schornsteine verziert

Für alle, die es eben gerne glitzernd und schimmernd haben, empfehle ich unbedingt die Ausstellung über die Goldenen Jahre von Zsolnay zu besuchen. Allein darin könnte ich schon endlos lange Zeit verbringen. Sie basiert auf der Sammlung von László Gyugyi, der in die USA auswanderte und während seines Lebens viele der wunderbaren Stücke aus der besten Zeit der Manufaktur sammelte. Einen Teil kann man nun in der Ausstellung bewundern.

Interessant ist auch die Pink Collection, die viele alltägliche Gegenstände zeigt, die auch bei Zsolnay produziert wurden – in pink! Neben einer Riesensammlung von (Wein?)Krügen – alle in rosa und alle handgefertigt! – gibt s hier aber auch wahrlich interessante Stücke zu sehen. Und ich meine hier nicht ein Lavoir oder einen Spucknapf, sondern z.B. Zahnbürstenhalter oder Zündholzanzünder!

The Pink Collection
Der Zahnbürsten-Halter der Pink Collection

In einem ehemaligen Haus einer Tochter des Firmengründers wird nun Puppentheater gespielt, in den Werkhallen gibt es eine Schauwerkstatt, in der man den Künstlern bei der Herstellung zuschauen kann, wer sich mehr für Handschuhe interessiert, kann hier ebenfalls eine Manufaktur besuchen.

Hier gibt es sowohl ein Puppentheater als auch ein Puppenmuseum

Außerdem gibt es noch eine (neue) Ausstellungshalle, in der junge ungarische Künstler präsentiert werden. Neben den Cafés und Restaurants findet man auch noch einen Schoko-Shop, natürlich gibt es auch Souvenirs zu kaufen und einiges anderes mehr.

Die Porzellan-Manufaktur

Auch auf Studenten trifft man immer wieder, da einige der Gebäude zur Kunstuni der Stadt Pécs gehören, selbst die – moderne – Brücke, die das Zsolnay Gelände mit dem anderen Teil der Uni auf der anderen Straßenseite verbindet ist hier sehenswert.

Der Verbindungsweg zur Universität

Unbedingt sehenswert ist auch das Zsolnay Mausoleum, das auf einem Hügel ein kleines Stück weiter zu finden ist. Zum Grabmal führt ein ansteigender Weg, der von Löwen links und rechts gesäumt wird.

Das Zsolnay-Mausoleum

Hier ist eine Eintrittskarte notwendig, die man aber nur beim Eingang in das Kulturviertel kaufen kann. Am besten, ihr besucht die Ausstellung, erholt euch dann bei einem Café oder probiert etwas von den Spezialitäten der ungarischen Küche und macht euch dann (mit Kreditkarte) auf den Weg in die Innenstadt von Pécs.

Blick auf den Sarkophag im Zsolnay Mausoleum

Seitlich des Hauptplatzes – in einem Haus des sogenannten Elefantenblocks – findet ihr den Verkaufsshop der Manufaktur….. Ich konnte meine Kreditkarte nur deshalb retten, weil ich mich nicht entscheiden konnte … 

Welche gefällt Euch am besten?
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Kulturhauptstadt: Was bringt's?

​In Zeiten der „Sparsamkeit", die jetzt ja überall herrschen und in Zeiten der EU-Skepsis (alles was aus Brüssel kommt, ist schlecht) höre ich immer wieder die Aussage, dass „das Theater um die Kulturhauptstadt" sinnlos ist, nichts bringt und natürlich nur Geld kostet. Ist es wirklich so?

Am Hauptplatz von Pécs - alle Häuser sind wunderbar renoviert

Pécs, die Kulturhauptstadt 2010, lud Vertreter von Kulturhauptstädten und solche, die es werden wollen, zu einer Konferenz, um Vor- und Nachteile eines Kulturhauptstadtjahres zu klären. Das Ergebnis kurz zusammengefasst und frei nach dem Werbespruch für Beton: „Es kommt halt darauf an, was man daraus macht!"

Der Széchenyi-Platz mit dem Dschami, der Pestsäule und dem Hunyadi Denkmal

Einige Faktoren scheinen allerdings besonders wichtig zu sein:

• Die einheimische Bevölkerung muss immer eingebunden sein 

• Es sollte Feste, Aktionen, Veranstaltungen nicht nur für Touristen geben, sondern auch oder speziell für die Stadtbewohner
• Die Projekte sollten langfristigen Charakter besitzen und nicht nur im Kulturhauptstadtjahr funktionieren
• Projekte müssen nicht unbedingt zum Start des Kulturhauptstadtjahres fertig sein (das scheint am ehesten die Journalisten bei der Eröffnungsfeier zu stören), wichtig ist, dass sie mit dem Kulturhauptstadtjahr in Verbindung gebracht werden und langfristig funktionieren
• Natürlich geht es auch ums Geld: Um alle Förderungen von der EU abzuholen, gilt „Gewusst wie" Pécs ist ein gutes Beispiel, das es gelingen und wie viel es einer Stadt bringen kann.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Natürlich gab es ausgezeichnete Grundvoraussetzungen in der Stadt: die wunderschöne Altstadt mit ihren alten Häusern, die wechselseitige Geschichte der Stadt, die einen Schmelzpunkt zwischen Islam und Christentum darstellt, die Entdeckung der römischen und christlichen Vergangenheit und natürlich die berühmte Zsolnay-Fabrik, deren Produkte in der ganzen Welt bekannt waren und noch immer sind.

In der Ausstellung im Zsolnay Kulturviertel

Dennoch waren die Zeiten für Pécs nicht immer leicht und gerade vor dem Kulturhauptstadtjahr war die Situation für die Stadt nahe der Grenze schwierig. Immerhin zogen sich die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nachbarland bis zur Jahrhundertwende hin.

Die berühmte Eosin-Glasur der Zsolnay Manufaktur

Doch die Stadt nutzte ihre Chance: Heute ist die Altstadt renoviert, viele kleine Lokale laden zum Verweilen ein, bei schönem und warmen Wetter kann man vor den Restaurants gemütlich sitzen und die Stadt und das Leben genießen.

Blick auf das Nationaltheater

Viele Museen warten auf ihre Besucher und das neu geschaffene Cella Septichora Besucherzentrum zeigt stolz die beeindruckenden Ausgrabungen des römischen und christlichen Erbes.

Das Schachspiel im Vasarely Museum

Natürlich muss man die Kathedrale besuchen, in die Moschee von Pascha Gazi Kassim gehen, dann über den Hauptplatz zum Zsolnay-Brunnen schlendern und wer sich in diesen verliebt hat, der muss ins neu gestaltete und renovierte Zsolnay-Viertel pilgern.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Dort sieht man ganz besonders, was ein Kulturhauptstadtjahr bringen kann. Es sind nicht nur die wunderschön renovierten Häuser der Familie und der Fabrik, es sind nicht nur die tollen Ausstellung der Zsolnay-Kunstwerke – dieses Viertel lebt.

Im Zsolnay-Kulturviertel

Auf der einen Seite wird es von der Universität Pécs begrenzt und genutzt, auf der anderen Seite wird in der Fabrik noch gearbeitet, dazwischen gibt es immer wieder Veranstaltungen, Puppentheater, Picknick und vieles mehr…

Blick auf das Zsolnay-Mausoleum

Es ist wunderschön hier durchzugehen, zu staunen oder einfach sich im Café niederzulassen, einen Café oder in der Vinothek ein Glas vom besten ungarischen Wein zu genießen. Wer möchte, kann hier auch übernachten.

Das moderne Kodály Center

Als weiteres Highlight für die Bewohner, aber auch für Touristen würde ich das Kodály Center bezeichnen, das nicht nur als Konferenzzentrum dient, sondern in dem auch wunderschöne Konzerte (z.B. der Pécer Philharmonie) stattfinden. Wenn Sie also Pécs besuchen, erkundigen Sie sich auf jeden Fall nach den Veranstaltungen.

Der Zsolnay-Brunnen am Hauptplatz

 Pécs ist, obwohl das Zsolnay-Kulturviertel auch nicht gleich zu Beginn des Kulturhauptstadtjahres fertig war und auch das Kodály Center erst später in Betrieb ging, ein äußerst gelungenes Beispiel für eine Kulturhauptstadt.

Im Inneren der Kathedrale

Auf www.ask-enrico.com stellen wir die Stadt bald noch genauer vor und beschreiben, was man unbedingt gesehen haben sollte. Lassen Sie sich Pécs nicht entgehen, besuchen Sie das alte Fünfkirchen.

In der Cella Septichora Ausstellung
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Sportlich in Bük

Über die kulinarischen Highlights aus Bük habe ich ja bereits berichtet. Jetzt sollen jene Aktivitäten folgen, mit denen man – vielleicht ein bisschen – die Kilos wieder weg bringt.

Wasser

Da wäre an erster Stelle gleich die Therme zu nennen. Das Heilwasser ist angenehm warm, egal ob Winter oder Sommer, allerdings soll man die Anwendung nicht übertreiben. Nach 20 Minuten sollte man schon wieder eine Pause einlegen und extreme Schwimmübungen wären im Thermalwasser auch kontraproduktiv.

Blick auf die Becken mit Heilwasser

Wenn ihr aber einen Muskelkater von den vielen anderen Aktivitäten zu bekämpfen habt, werdet ihr den gemütlichen Aufenthalt im warmen Wasser zu schätzen wissen. Aber das Erlebniszentrum bietet noch jede Menge andere Freizeitaktivitäten und wer einige Längen schwimmen möchte, kann das im Normalwasser im großen Freibecken im Sommer fast schon unter Wettkampfbedingungen machen.

Hier könnten die Kalorien doch einfach wegschwimmen ...

Außerdem gibt es die verschiedenen Rutschen, zu deren Start man ja einige Stiegen steigen muss, um dann mit Speed hinunter"flutschen" zu können. Das macht Spaß und verbrennt auch einige Kalorien. Außerdem stehen im Freien auch zahlreiche Sportplätze für Strandvolleyball, Handball, Fußtennis, Federball, Fußball, und einiges mehr zur Verfügung.

Rutschen ohne Ende ...

Wer die Kilos lieber „herausschwitzt" wird sich in der großen Saunalandschaft wohlfühlen und im Medical Wellness Zentrum kann man versuchen das Hüftgold durch diverse Massagen loszuwerden. 

www.bukfurdo.hu

Radfahren

Die Umgebung von Bük ist flach, man muss also keine Berggämse sein, um hier gemütlich durch die Gegend radeln zu können. Bük ist mit einigen Radwegen ausgestattet, die zwar manchmal der Straße entlang, meistens aber durch Felder führen.

In der Pannonischen Tiefebene gibt es kaum Steigerungen ...

Räder kann man sich in den meisten Hotels ausborgen und wenn ihr eurer Kondition doch nicht traut, könnt ihr euch zur Unterstützung eurer sportlichen Ambitionen bei der Tourinfo vor der Therme Elektrofahrräder ausborgen. Von Mai bis September gibt es auch einmal pro Woche geführte Fahrrad-Touren. 

Tourinform Bük: Bük, Eötvös u. 11
Tourinfo Büro: Bükfürdő, ehemaliger Autobus-Bahnhof bei der Therme

Golf

Keine Ahnung, ob man beim Golfen viele Kalorien verbraucht, auf dem Goldplatz beim Greenfield-Hotel in Bük ist man auf jeden Fall in wunderschöner Landschaft eine ganze Weile unterwegs. Der 18-Loch Championship Golfplatz ist international zertifiziert und erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar.

Die "hoch-professionelle" Golftruppe

Keine Ahnung, ob man beim Golfen viele Kalorien verbraucht, auf dem Goldplatz beim Greenfield-Hotel in Bük ist man auf jeden Fall in wunderschöner Landschaft eine ganze Weile unterwegs. Der 18-Loch Championship Golfplatz ist international zertifiziert und erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als 100 Hektar. Da kann man schon eine Weile marschieren und da 7 Hektar mit Wasser bedeckt sind, sollte man vielleicht auch ein paar Ersatzbälle einstecken.

Bei der Rundfahrt mit den Golfwägelchen verliert man natürlich keine Kalorien ...

Wir haben eine Besichtigung mit einer Caddy-Rundfahrt genossen und dann auch noch ein wenig das Einlochen probiert. Vielen Dank an István Wilhelm, unseren Golftrainer, der sich redlich bemüht hat, uns die richtige Haltung zu erklären. Leider ist ihm das bei mir nicht ganz gelungen, ich fürchte Golf fällt als Sportbeschäftigung für mich im Alter aus …

Tja, wer kann, der kann

Aber auf einen Drink ins Clubhaus komme ich gerne wieder. Hier kann man entspannt genießen und hat einen wunderschönen Ausblick auf den Golfplatz. Diesen Ausflug haben wir auch als „Nicht"-Golfer sehr genossen.

Der wunderschöne Blick auf den Golfplatz vom Clubhaus aus ...

Spaß für Adrenalin-Junkies

Der KristallTurm (gleich bei der Konditorei Villa Rosato) bietet für alle, die es gern abenteuerlich haben, ein Erlebnis auf drei Ebenen – eben ganz so wie man es gerne haben möchte.

Der KristallTurm

Unsere mutigsten Bloggerinnen haben sowohl die Schaukel wie auch den Flying Fox ausprobiert, ich bin ganz gemütlich die Stufen bis zur obersten Plattform gewandert und habe die Aussicht genossen, aber der KristallTurm bietet klarerweise noch viel viel mehr.

Auf geht's zum Flying Fox ...

Hier kann man ohne Probleme mit Kind und Kegel einen ganzen Tag verbringen. Immerhin besitzt der Turm 90 Elemente, ist 17 Meter hoch und 35 Meter breit, 120 Personen können hier gleichzeitig ihrer Kletterfreude frönen und auf einer 10 Meter hohen Kletterwand zeigen, ob sie auch die Kraft haben, diese zu meistern.

Gut zuhören wie der Karabiner eingehängt wird

Beim, auf und rund um den KristallTurm finden auch immer wieder verschiedene Veranstaltungen statt, von der Grillparty bis zu einem Spinning Bike Wettbewerb auf der oberen Plattform, fragt einfach beim KristallTurm nach.

Bogenschießen

Hinter dem KristallTurm kann man auch der Kunst des Bogenschießens nachgehen. Hier zum ersten Mal probiert – Verbesserungen für die Treffsicherheit sind noch unbedingt notwendig und wenn ich den Bogen spanne, sollten in der Nähe des Ziels keine Lebewesen herumstreifen.

So geht's ...

Da kann ich einfach für nichts garantieren. Aber ich denke, wenn ich da mal den Bogen raus habe (wie man ja so schön sagt) könnte das eine ganz nette Unterhaltung werden. Danke auf jeden Fall für die Erklärungen und die Haltungskorrekturen: wenn man einiger Maßen richtig steht und auch Bogen und Pfeil entsprechend behandelt, fällt es einem gleich viel leichter, es ist das Ziel besser anzuvisieren und es kommt dann schon ein bisschen das Gefühl der Elben auf – vielleicht werde ich ja noch zu Legolas, besser zu einem seiner Gefährtinnen …

Das funktioniert ja schon ganz gut ...

Nordic Walken, Joggen und „trocken" kneipen

Natürlich kann man in der Gegend in und um Bük auch Joggen und Nordic Walken (Stöcke kann man sich auch in manchen Hotels und in der Tourinfo ausborgen). Es gibt einen Nordic Walking Rundweg mit 3 km, der aber auch auf 7,5 km ausgebaut werden kann.

Ahh, das Laufen mit den nackigen Füßen auf Bockerl ist nicht meine Sache ...

Es soll auch nicht verschwiegen werden , dass es in der Hauptsaison auch zweimal in der Woche kostenlosen Nordic Walking Unterricht gibt und auch dazu geführte Touren. Etwas ganz Besonderes ist aber der Kneipp-Park:
auf 510 Meter kann man durch den Park barfüßig auf den unterschiedlichsten Materialien wandern und so seine Durchblutung anregen.

Eine Runde trocken kneipen

Und sie wird angeregt – besonders wenn ihr über jenen Teil geht, der mit Bockerl ausgelegt ist. Uhhaaahh. Angeblich tut es überhaupt nicht weh, wenn man gut in Schuss ist. Na, da muss ich dann noch ziemlich trainieren. Egal, es ist schon ein kleines Erlebnis über die verschiedenen Untergründe zu gehen.

Platz nehmen zur Entspannung ...

Wer davon erschöpft ist, oder nicht kneipen möchte, kann sich gleich zu den Yoga- Meditationspunkten aufmachen, um seine körperliche und geistige Balance wieder zu finden. Im anschließenden Kräutergärtlein kann man dann sein Wissen über die unterschiedlichen Kräuter erweitern – wir haben es einmal mit verbundenen Augen und trockenen Kräutern getestet: ist ziemlich schwierig….

Welches Kraut ist das wohl?

Der Sportplatz für Erwachsene

Das ist eine ausgezeichnete Einrichtung, die man auch mit einem Nordic Walking Rundgang verbinden kann. Schräg vis à vis vom ehemaligen Autobusbahnhof stehen jede Menge Fitnessgeräte im Freien, einige davon sind auch für Menschen mit Beeinträchtigung zu benutzen.

Hier kann man auch noch eines abtrainieren ...

​Hier kann man einmal den ganzen Körper durchgehen und die verschiedenen Muskelpartien (von denen man oft erst am nächsten Tag weiß, dass man sie hat) zum Arbeiten animieren. Gut ist, dass es gleich daneben einen großen Kinderspielplatz gibt. Damit können Eltern und Großeltern trainieren und Kinder oder Enkel haben auch ihren Spaß und sind dabei aber in Sichtweite

Der Sonnenschein Spielplatz

Eigentlich ist es ja ein riesiger Indoor-Spielplatz, aber es wurde auch an die Erwachsenen gedacht und so gibt es auch hier einige Möglichkeiten die Kalorien des guten ungarischen Essens wieder abzutrainieren. Ihr könnt Euch auf einer 2-spurigen Bowlingbahn mit UV-Licht matchen oder eine Squash-Partie spielen, wenn das nicht reicht: es ist auch ein Fitnessraum mit modernen Geräten zum Auspowern vorhanden.

Hier gibt es jede Menge Spaß für Kinder ...

Wer es gemütlicher will, kann im Freien Minigolf spielen, Jet Ski oder Tretboot fahren oder den ZORB-Ball probieren. Für die jüngeren Besucher gibt es ebenfalls jede Menge Attraktionen, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Boote und Jetski am Teich ...

Bük bietet eben alles: 

ausgezeichnetes Essen und Trinken, das die Kalorienzufuhr vielleicht überdurchschnittlich erhöhen könnte, aber auch viele Möglichkeiten diese kleinen Biester wieder los zu werden – und für das körperliche Wohlbefinden ist ein wenig Bewegung auf jeden Fall gut. Also auf nach Bük….

www.visitbuk.hu

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Ein kulinarisches Weekend in Bük

Also eigentlich waren wir nach Bük der Entspannung wegen gekommen. Die gab es auch, doch darüber später. Doch dazwischen landeten wir immer wieder in diesen herrlichen Lokalen ….

Die ungarische Küche ist in Österreich ja nicht unbekannt: Gulasch (das in Ungarn eigentlich die Suppe bezeichnet), Palatschinken, Gänseleber und auch viele hervorragende Torten sind den Österreichern wohlbekannt.

Herrliche kleine Köstlichkeiten aus der Koditorei Villa Rosato

Schließlich gibt es einen regen Einkaufsverkehr zwischen den beiden Ländern und wenn auch Ungarn nicht dem Euro beigetreten ist, wird er doch von den meisten Anbietern akzeptiert. Kulinarisch hat Ungarn aber in den letzten Jahren enorm aufgeholt – und das merkt man nicht nur daran, dass sogar das Bocuse d'Or Finale heuer im Mai in Budapest stattfand und dann auch noch die Goldmedaille gewinnen konnte. Die Zeit für Feinschmecker und Leckermäulchen ist gekommen …

Der Bauernmarkt

Wurst, Speck, Schinken, Käse - am Bauernmarkt gibt es die regionalen Spezialiäten

​Doch bevor wir so richtig in den kulinarischen Highlights schwelgen, vorab nochmal down to earth und zu regionalen Spezialitäten. Es soll nämlich nicht unerwähnt bleiben, dass während der Hauptsaison auf dem Platz vor der Therme (dem ehemaligen Busbahnhof) jeden Freitag von 16:00 bis 22:00 Uhr ein Bauernmarkt stattfindet, bei dem es neben Wurst und geräuchertem Fleisch, Grammeln unter anderem auch hervorragenden Ziegenkäse aus regionaler Produktion zu kaufen gibt.

Lebkuchenherzen

Auch verschiedene Fruchtsäfte, Lebkuchenherzen, Marmeladen, aber auch Lavendel, Keramik und Schmuck wird hier angeboten. Scheut euch nicht, nach einer Kostprobe zu fragen. Die Standler gehen gerne darauf ein.

Lavendel, Lavendel ...

Allerdings sollte man dieses freundliche Angebot auch nicht überstrapazieren, wie ich doch bei einigen Leuten bemerkt habe.  Nach dem deftigen Einstieg am Bauernmarkt kommen wir aber schon zum ersten Highlight.

Rigótanya Etterem

Das Rigótanya ist alleine von außen schon eine Pracht. Einer ungarischen Csárda nachempfunden wirkt es schon einladend, wenn man ankommt. Im Inneren kommt dann nochmal der Wow-Effekt. Liebevoll dekoriert, wirken die Gasträume so richtig heimelig, man fühlt sich eigentlich gleich wohl.

Das Rigótanya in Bük

Die vielen Dekorationsgegenstände im Inneren kann man kaum überblicken, immer sieht man etwas neues, wobei ich mir bei einigen Gegenständen nicht sicher bin, wozu sie verwendet wurden.

Im Inneren des Rigótanya

Bei Schönwetter lockt auch der gemütliche Garten. Egal – keine Zeit sooo lange herum zu schauen, uns erwartet ein festlich gedeckter Tisch, auf dem schon die ersten Köstlichkeiten stehen.

Schinken, Wurst, Speck und Käse - das sieht doch gut aus...

Die Käse- und Wurstplatte ist nicht nur für das Auge schön, sondern auch der perfekte Appetizer. Kaum haben wir uns gesetzt, gibt es auch schon die echt ungarische Begrüßung – ein Pálinka aus Marille wird serviert.

Der gute Pálinka - egészségére!

Es folgt eine Ragout-Hühnersuppe mit Butternockerln – einfach köstlich. Die Portionen sind typisch ungarisch: kleine Portionen gibt es hier einfach nicht. Man meint es wirklich gut mit uns.

Die Ragoutsuppe mit Butternockerl - das Rezept zum Nachkochen gibt's zum Nachkochen auf www.ask-enrico.com

Eine weitere typische Spezialität gibt's zum Hauptgang: Pörkelt (so heißt das Gulasch wirklich hier) und Dödölle. Sagenhaft gewürzt der Saft, butterweich das Fleisch und die Dödölle sind ein Kartoffelsterz, der in Nockerl gerissen wird, die dann wieder in Fett und Zwiebel herausgebacken werden. Einfach köstlich.

Dödölle mit Pörkölt (auch die Dödölle könnt ihr mit ask-enrico.com nachkochen)

Der Topfenkuchen ist dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Habe ich übrigens schon erwähnt, dass auch der ungarische Wein auch wieder zu einem Höhenflug angesetzt hat? Auf keinen Fall zu verachten – probiert es einfach aus

Beinahe hätten wir mitgekocht :-)

… Und übrigens: wer zu tief ins Pálinka- oder Weinglas geschaut hat, im Rigótanya kann man auch übernachten. Es empfiehlt sich aber vorab zu buchen.

Wer diese Spezialitäten nachkochen möchte, sollte sich die Rezepte bei ask-enrico.com ansehen. Hier finden sich die Anleitungen für die Ragoutsuppe mit Butternockerln, die Dödölle und den Topfenkuchen.

Das Badrestaurant

Ich gebe es ja zu: ich hatte eigentlich keine große Erwartung – der Name „Badrestaurant" schreckte mich. Da denkt man eigentlich bei uns an Berner Würstel mit Pommes, Fertigware aus der Metro oder einem anderen Gastroanbieter und Frische – naja. Livia hatte uns noch dazu ein gemütliches Restaurant versprochen, und gemütlich sind die meisten Badrestaurants bei uns auch nicht…

Marketinglady Livia aus Bük mit dem Gastgeber

Bitte vergesst all diese Vorurteile wenn ich nach Bük fahrt. Das einzige was hier gemeinsam ist, ist der Name und dass das Restaurant wirklich auch in der Therme ein Snackrestaurant betreibt. Ansonsten gibt es keine Gemeinsamkeiten: Toll gedeckte Tische, freundliches Personal, die flink und zuvorkommend trotz einer Hochzeits- und einer Geburtstagsfeier unseren Tisch betreuten.

Blick in Richtung Garten

Auch hier ist ein Garten für laue Sommernächste vorhanden, aber auch der Gastraum, dekoriert mit Jagdtrophäen ist gemütlich, obwohl ziemlich groß, eingerichtet. Durch die Größe kann es bei Feierlichkeiten schon ein bisschen laut werden, aber das wird durch die Güte der Küche und die Freundlichkeit des Personals locker wieder wettgemacht.

Blick in die Hunter Hall

Doch nun zu unserem Menü mit Weinbegleitung: Auch hier gab es einen Schnaps gleich zur Begrüßung, Himbeerschnaps von Pannonhalma für die Damen und Quitten für den Herrn. Die Suppe ist eine besondere Spezialität des Hauses: eine Fasanbrühe auf Újházy Art. Bitte mich nicht zu fragen, was genau diese Art ausmacht, ich kann nur sagen, sie schmeckt köstlich und ist ähnlich einer Hühnersuppe. Auch hier kommen die „kleinen" ungarischen Portionen auf den Tisch.

Hier muss niemand hungern: Die Fasansuppe für eine Person

​ Ich dachte zuerst, der Suppentopf ist für zwei Personen, doch weit gefehlt: alles meins! Dazu wurde ein Riesling (gerebelt!) von Szeremley aus der Badacsony Region serviert.

Das kommt davon, wenn man gierig ist - ich musste einfach gleich probieren - und dann erst das Foto schießen

Als Zwischengang wartete ein warmer Gänselebertoast und ein Tokajer Szamoródni der Kellerei Oremus auf uns. Probiert ihn ruhig – es sind auch die Zeiten der Kopfweh-Tokajer vorbei. Lasst Euch in diesem Lokal zu den einzelnen Gängen einfach von den Kellnern beraten. Ich bin mir sicher, ihr werdet zufrieden sein.

Auch der Pinot Noir war hervorragend

Es folgt: der erste Hauptgang.
Richtig gelesen: der 1. Hauptgang. Eine rosé Entenbrust mit heißen Weichseln und Topfenknödel, dazu ein Pinot Noir der Kellerei Vylyan aus Villány. Toll, dass wir vorab gefragt wurden, ob wir die Entenbrust lieber rosa oder durch hätten.

Wunderbar zart und ene ausgezeichnete Partnerschaft: die rosa Entenbrust mit den Topfenknödel und den Weichseln

Toll auch die Kombination, die ich so – ehrlich gesagt – bei meinen Kochexperimenten nie so auf den Teller gebracht hätte. Aber es ist eine ganz ausgezeichnete Kreation, die sich wunderbar ergänzt: das Säuerliche der Weichsel mit den nur ganz wenig süßlichen Topfenknödel und dazu eine perfekt rosa gebratenen und wunderbar gewürzte Entenbrust – Himmel im Mund (wie meine polnische Freundin zu sagen pflegt). Was sollte das noch toppen?

Der Hirschbraten - ein Gedicht ...

Ob ihr es glaubt oder nicht: man konnte es noch toppen:
Als 2. Hauptgang (in Worten: zweiten) wurde ein Hirschbraten auf Burgunder Art mit Kartoffelkrapfen mit Blaubeersauce und einem Segens Stierblut aus der Kellerei St. Andrea aus Eger serviert.

Eine weitere Weinempfehlung ...

Der Hirsch: einzigartig zart, die Sauce ein molliges Gedicht, das hervorragend mit den Früchten und der Blaubeerensauce harmonierte und dazu noch die Kartoffelkrapfen, einfach perfekt. Auch wenn der Hunger längst einem Gefühl der Sattheit gewichen war, einfach unmöglich was übrig zu lassen. Es wäre wirklich schade gewesen.

... und eine kleine süße Köstlichkeit zum Abschluss ...

​Zum Abschluss gab es dann noch eine Somlauer Revolution – die Ungarische Siegertorte aus dem Jahre 2015. Ebenfalls köstlich. Dazu ein Tokajer der Kellerei Oremus. Hier musste ich dann wirklich leider passen…. Gott sei Dank gibt es keine Waage auf dem Hotelzimmer….

​Einen Restauranttipp habe ich aber noch!

Restaurant Aurora

Auch das Aurora ist zu Fuß zu erreichen, schließlich sind in Bük die Wege ja nicht besonders weit und nach so vielen guten Essen ist es gut, auch ein paar Schritte zu tun.

Livia Horvath mit dem Chef des Hauses

Bei unserem Ausflug war das Aurora allerdings der Abschiedsbesuch, danach ging es mit dem Bus wieder nach Wien zurück.

Das Gänseleber-Parfait

Doch nun zum Wesentlichen: Welche Köstlichkeiten wurden hier aufgetischt? Der erste Gang war ein Gänseleber-Parfait mit Zwetschken-Marmelade, dazu wurde ein Zenit 2015 der Kellerei Figula aus Balatonfüred kredenzt. Ich hoffe ja nur, dass all diese armen Gänse nicht gestopft wurden.

Ein Gläschen geht noch...

Das Parfait war wirklich ausgezeichnet und ganz hervorragend, ich muss aber gestehen, dass ich schon ein bisschen ein schlechtes Gewissen hatte.

Keine Bedenken hatte ich bei der Suppe: Eine wunderbare grüne Erbsencreme-Suppe mit Bacon Chips wurde serviert. Allein die Farbe war ein Traum und so frisch und leicht (ok, durch die Bacon Chips vielleicht nicht ganz so leicht, aber das braucht man einfach für den Geschmack) im Geschmack, ein Träumchen, wie der gute Horst Lichter meiner Kochshows sagen würde.

Ganz wunderbar und köstích - so eine Erbsensuppe schmeckt einfach ...

Doch es fehlte ja noch der Hauptgang und auch hier wurden wir nicht enttäuscht: Ein Zander- und ein Lachsfilet, auf den Punkt gegrillt, mit einer Garnele als Highlight auf einem wunderbaren Spargel-Risotto.

Schön für Augen und Gaumen ...

Der begleitende Weißwein stammt aus der Kellerei Figula, heißt einfach 3 und stammt aus 2014. Fruchtig und leicht passt er ausgezeichnet zu unserem Fischgericht. 

Zum Abschluss freuten sich unsere Mehlspeistiger ganz besonders über Vargabéles. Dies ist ein Topfennudelauflauf im Strudelteig, der mit einer sensationellen Vanillesauce und Erdbeeren zu einem Tokajer Szamorodni serviert wurde.

Auch diese Kombi hat uns ausgezeichnet geschmeckt ...

Restaurant Aurora
Bük, Rózsa utca1
Tel:+36 20 294 8430
www.aurora.co.hu (Die Seite befindet sich im Aufbau, Stand 6/2016)

Apropos: Mehlspeistiger

In einem Kurort wie Bükfürdő darf natürlich auch eine ausgezeichnete Konditorei nicht fehlen. Und auch da hätten wir einen Tipp.

Eine kleine Auswahl des Angebots der Konditorei ...

Machen Sie doch einen Spaziergang zum Kristallturm (gleich neben dem Hotel Caramell) und besuchen Sie die Konditorei Villa Rosato. Es gibt dort nicht nur tolle Fruchtsäfte, einen ausgezeichneten Café und gutes Eis, sondern auch Torten!!!!

Mein süßes Erdbeer-Geheimnis ...

Riesengroße Auswahl, sie schmecken supergut und sind auch noch soo schöne anzusehen. Zum Abnehmen kann man sich ja anschließend im Bogenschießen oder beim Klettern am Kristallturm versuchen – oder aber mit dem Bummelzug durch den Ort fahren. Egal, was Sie bei ihrem Besuch in Bük machen, die Torten müssen Sie einfach probiert haben.

Ein guter Durstlöscher: Grüner Apfel-Saft
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Zu Besuch bei der Kaiserin

Ok, ich gebe es zu: ich bin ein Sisi-Fan, irgendwie erinnert sie mich immer ein bisschen auch an Prinzessin Diana. Klar, dass ich mich auf meiner letzten Pressereise entlang der Straße der Kaiser und Könige besonders auf Schloss Gödöllő freute.

Blick auf Schloss Gödöllö

​ Gödöllő war das Lieblingsschloss von Kaiserin Elisabeth, das sie immer wieder dazu nutzte, um vor dem strengen Reglement des Wiener Hofs fliehen zu können. Hier konnte sie auch ihrer großen Leidenschaft dem Reiten nachgehen.

Schloss Gödöllö

Sogar eine beheizbare Reithalle wartete hier auf die ungarische Königin, sodass sie mit ihren Pferden auch bei Schlechtwetter trainieren konnte.

In der ehemaligen Reithalle finden nun Konferenzen, Hochzeiten und unterschiedliche Veranstaltungen statt.

Das Schloss hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Ursprünglich wurde es von Antal Grassalkovich I. gebaut, der gleich das ganze Dorf gekauft hatte. Grassalkovich war ein Vertrauter Maria Theresias, die auf dem Schloss auch einige Tage zu Besuch weilte. Sisi bestand bei ihren Besuchen darauf im Zimmer Maria Theresias zu schlafen, angeblich verehrte sie die Maria Theresia sehr.

Das Schloss zur Winterzeit (Foto © Schloss Gödöllő)

Sein Sohn, Antal II. erweiterte das Schloss, zeigte aber leider in finanziellen Dingen keine gute Hand, sodass der Enkel das Schloss bereits mit einem so hohen Schuldenstand übernahm, dass es sogar unter Zwangsverwaltung gestellt wurde. Die Besitzer wechselten von nun an immer wieder: auch der ungarische Revolutionär Kossuth hatte hier mit seiner Truppe einmal seine Basis.

Das Arbeitszimmer von Franz Joseph I. (Foto © Schloss Gödöllő)

Nach der Schlacht von Königsgrätz diente es als Lazarett und hier verliebte sich Sisi zum ersten Mal in den Besitz. Doch Franz Joseph lehnte ihren Wunsch, das Schloss zu kaufen ab, die Kassa war durch den Krieg leer und es hätte für den sparsamen Kaiser auch kein gutes Bild gemacht, in Zeiten wie diesen ein neues Schloss zu kaufen.

Veilchenblau war die Lieblingsfarbe der ungarischen Königin und österreichischen Kaiserin Elisabeth. (Foto © Schloss Gödöllő)

Schließlich kam das Schloss in den Besitz des Ungarischen Staates, der es anlässlich des Österreich-Ungarischen Ausgleichs und ihrer Krönung dem ungarischen Königspaar Sisi und Franz Joseph zum Geschenk machte, wobei sie nur Wohn- und Nutzungsrecht auf Lebenszeit innehatten.

Sisi, die die ungarische Sprache perfekt beherrschte, kam oft hier her, traf sich mit Personen, die am österreichischen Hof nicht so gerne gesehen wurden, ging reiten, trainierte ihre Pferde, schrieb Gedichte und konnte sich von den Wiener Intrigen erholen. Ihre häufigen Aufenthalte in Gödöllő führten zu Eifersüchteleien in Österreich, sogar die Presse nahm sich dieses Themas an.

Der Prunksaal auf Schloss Gödöllő (Foto © Schloss Gödöllő)

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es eine Zeitlang noch in der Horty Ära genutzt, doch nach dem Zweiten Weltkrieg ging es bergab. Das Schloss wurde geplündert, Teile von russischen Soldaten als Lager benutzt und auch als Altersheim wurde es genutzt. Erst 1990 ziehen die sowjetischen Truppen aus dem Schloss ab und es wird mit der Renovierung begonnen.

Heute strahlt schon wieder ein großer Teil des Schlosses im neuen alten Glanz. Schon von außen kann man erkennen, welch tolles Gebäude hier auf die Besucher wartet.

Blick auf den Park und das Schloss (Foto © Schloss Gödöllő)

Am besten man erkundet das Schloss und die Ausstellungen im Rahmen einer Führung, da hier nicht nur Informatives über das Schloss, sondern auch über die Geschichte und die Gerüchte der damaligen Zeit erzählt wird. Wie weit ging denn die Freundschaft zwischen Sisi und dem schmucken Grafen Andrassy? War Franz Joseph wirklich der Vater von Sisis Lieblingstochter Valerie?

Geschichte wird doch gleich viel interessanter und lebendiger, wenn auch noch ein paar Society-Gerüchte dabei sind, und die gab es damals genauso wie heute. Eine weitere Parallele von Sisi zu Diana…

Schloss Gödöllö ist nun im Besitz des ungarischen Staates

Doch dann die ganz große Überraschung: Wir lauschen gerade den einführenden Worten des Herrn Direktors und da erschien sie: Sisi.

Sisi, Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn

Majestätisch begrüßte sie uns auf Deutsch und schwebte dann die Treppe nach oben in den Prunksaal zu unserem Fototermin.

In einem wunderschönen Kleid geht es über die Treppe zum Prunksaal

Huldvoll lächelnd spielte sie für uns Fotomodell, fächelte sich mit ihrem Fächer Luft zu, drehte eine Runde durch den Saal mit ihrer Schleppe – eben ganz königlich. Ob es so damals wohl auch gewesen ist?? (Natürlich ohne die Fotografen. Immerhin hat Sisi nach ihrem 30.Geburtstag verboten, dass von ihr Fotos oder Abbildungen gemacht wurden!)

Königlich mit roter Schleppe im Prunksaal von Schloss Gödöllö

Dann ging es noch fast zu schnell durch die Dauerausstellung der königlichen Gemächer, ein Kurzstopp in der Reithalle und im Barocktheater und schon mussten wir zum nächsten Programmpunkt weiter.


Sisi, ich komme wieder nach Gödöllö, und dann schaue ich mir alles (auch den Park!) ganz genau an – vielleicht erfahre ich dann ja auch wieder ein paar neue Society-Gerüchte von damals …

Sonderausstellung im Audienzsaal der Kaiserappartement der Wiener Hofburg (Foto © Dieter Nagl für SKB)

Wer noch mehr über die Reiterin Sisi erfahren möchte und vielleicht ganz zufällig in Wien ist, sollte sich die Sonderausstellung "Eine Kaiserin hoch zu Ross" im Audienzsaal der Kaiserappartements in der Wiener Hofburg anschauen (Sisi Museum und Silberkammer inklusive). Auch hier gilt: bei einer Kuratorenführung habt ihr auf jeden Fall das meiste Vergnügen. Mehr darüber auf askEnrico.

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Auf der Straße der Kaiser und Könige - Visegrád

Die Donau ist seit langem Verkehrsweg, Fischgrund, Lebensraum für viele Lebewesen und seltene Pflanzen. Die Donau teilte Länder und ihre Überschwemmungen verwüsteten manchmal ganze Landstriche. Und sie war eines: Die Straße der Kaiser und Könige.

Blick auf das Donauknie bei Visegrád

Wie Perlen an einer Kette sind die Orte und Städte an der Donau aufgefädelt, die alle mit Herrschern, Kaisern und Königen in Verbindung stehen. Auf Einladung der Arge Donau und des Ungarischen Tourismusamts waren wir auf der Straße der Kaiser und Könige unterwegs und machten einen ersten Stop in Visegrád.

Visegrád - Die Zitadelle

Den meisten wird der Name durch die Visegrád-Staaten (heute Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn) bekannt vorkommen, ein loser Zusammenschluss der Staaten, um sich bei wichtigen Entscheidungen innerhalb der EU vorab abzustimmen. Diese Verbindung reicht allerdings lange Zeit zurück. 1335 trafen sich hier in Visegrád der ungarische, böhmische und polnische König, um Verhandlungen zu führen.

Damals wie heute geht man hier gerne auf die Jagd

Die Einladung erfolgte vom ungarischen König – Karl Robert Anjou, der die verschiedenen Streitereien und Unstimmigkeiten mit seinen „Kollegen" beenden wollte, um nicht ihren gemeinsamen Aufschwung und ihre Weiterentwicklung aufs Spiel zu setzen. (Was auch klappte!)

Das Tor nach Visegrád

Von Budapest kommend fährt man durch ein Tor, das den Anfang der Stadt kennzeichnet. Wenn man dann ziemlich bald nach links sieht, kann man noch einen Blick auf den Palast, die größte Sehenswürdigkeit der Stadt erhaschen.

Der Palast von Visegrád

Hier muss zu der damaligen Zeit wirklich das Paradies auf Erden gewesen sein. Nicht nur die Größe ist beeindruckend, es gab ein Bad (mit Warm- und Kaltwasser), ein ausgezeichnet durchdachtes Wasserleitungssystem, das auch dafür sorgte, dass die „Rückstände" des königlichen Toilettegangs (ja, es gab auch eine eigene Toilette für den König) weggespült wurden und so auch keine allzu große Geruchsbelästigung in den königlichen Räumen entstand.

Der Löwenbrunnen im Palast von Visegrád

Und da sind dann auch noch die vielen schönen Brunnen, aus denen bei besonderen Festen auch Wein sprudeln konnte.

Unser Guide - vielen Dank für die tollen Erklärungen

Am besten man besucht den Palast mit so einem kundigen Führer, wie wir hatten. Ausgezeichnetes Deutsch (nicht verwunderlich bei einem gebürtigen Deutschen) und dazu noch Archäologie-Student, der in Visegrád der Liebe wegen hängen blieb und nun all sein Wissen über den Palast weitergibt und noch dazu auch noch einige Sprichwörter erklären kann.

Heute gibt's Wildschweinbraten ...

Nachdem wir auch noch die Küche des Palastes besucht haben und dort auch einiges über die mittelalterliche Kochkunst erfahren haben, macht sich langsam Hunger breit.

Das Pálinkamúzeum in Visegrád

Jetzt wäre doch die beste Zeit für einen Aperitif - und schon sind wir auf dem Weg ins Palinkamuseum, wo wir vieles über die Herstellung – und auch über das Schwarzbrennen – der ungarischen Spezialität erfahren.

Der Chef des Hauses berichtet über die Gefahren des Schwarzbrennens

Wusstet ihr z.B. dass Palinka auch aus Quitten gemacht werden kann? Oder dass das Brennen von Palinka lange Jahre in Ungarn verboten war? Oder dass selbst Milchkannen für die Schwarzbrennerei umgebaut wurden?

Probieren geht über Studieren ...

Tja, all das kann man im Palinkamuseum erfahren – und natürlich auch verschiedene Sorten verkosten …

Zur Begrüßung wird getrommelt

Danach geht's ab ins Renaissance Restaurant, wo Trommler jede Reisegruppe laut begrüßen.

Es war schon köstlich ...

Drinnen geht es dann mit einem Lautenspieler und zarteren Klängen weiter. Wichtig jedoch: Das Essen schmeckt hervorragend.

Im Inneren des Renaissancerestaurants erklingt ruhige Lautenmusik ...

Nach einem Abstecher nach Esztergom – einem weiteren Ort der Straße der Kaiser und Könige, doch davon später, - geht es zu einem weiteren Highlight in Visegrád: einem Ritterspiel am Salamon-Turm.

Im Inneren des Salomonturms - bei einem Gläschen Wein

Dieser Turm war Teil der früheren Befestigungsanlage, die lange Zeit als uneinnehmbar galt. Auch hier sind die Trommler wieder in Aktion, ein König und eine Königin wird gewählt, ein Hofnarr ist klarerweise auch dabei und nach einer kleinen Strafaktion sind die Ritterspiele eröffnet: Bogen, Schwert, Armbrust, Lanzen, Morgensterne, Hellebarden und Streitaxt sind in ihrer Anwendung zu sehen.

Der Kampf beginnt ...

Da kracht es schon anständig und ich denke, auch der König war froh, bei den Kämpfen nicht mitmischen zu müssen. Zum Abschluss kann man auch noch mit dem Falken ein kleines Tête à tête veranstalten.


Der Vogel muss sich auch was denken, wenn er von einem Arm der Besucher auf den anderen klettert und wir alle ein Selfie bzw. Foto mit ihm möchten. Brav kommt er aber allen Fotowünschen nach und manchmal hat es fast den Anschein, ob er versteht, was man ihm zuflüstert.

Er versteht mich schon ....

Ein wunderschöner Tag nimmt nun sein Ende. Zurück geht es ins Thermal Hotel Visegrád, wo noch das Thermalwasser und der Wellness-Bereich auf uns warten.

Blick auf den Innenhof des Palastes von Visegrád

Es war ein Kurzbesuch und um der Stadt gerecht zu werden, muss man länger bleiben oder wieder kommen – was ich mir auch fest vorgenommen habe. Schließlich muss noch eine Menge erkundet werden: 

  • Die Umgebung des wunderschönen Donauknies – da muss man einfach eine Wanderung oder auch eine Schifffahrt machen Wandern, Joggen oder Nordic Walken in den umliegenden Wäldern, vielleicht entdecke ich dann ja auch das eine oder andere Wildschwein (zwei haben wir vom Palast aus gesehen) oder Hirsche.
  • Das Thermalwasser (auch Visegrád ist reich an Quellen und Heilwasser) und auch die verschiedenen Wellness-Einrichtungen genießen, eben einmal so richtig schön Relaxen und Entspannen.
  • Die Zitadelle besichtigen – hier gibt es auch noch einige Ausstellungen, die man besucht haben sollte
  • Durch den alten Stadtkern spazieren und schauen was die Stadt noch alles zu bieten hat
  • Die Ruinen des nahen Römerlagers auf dem Sibrik-Hügel besichtigen
  • Und dann wären da noch die Internationalen Palastspiele. Ein Spektakel das einmal jährlich die ganze Stadt in Beschlag nimmt. 
  • Vielleicht geht sich dabei ja dann auch noch der eine oder andere Konzertbesuch aus… 
  • Tja und den Wochenmarkt sollte ich doch auch noch einmal besuchen. 

So wie es aussieht, werden da wohl mehrere Besuche notwendig sein ….

Zeit zum Relaxen im Thermal Hotel Visegrád

Mehr über Visegràd, das Renaissance Restaurant und das Thermal Hotel Visegràd findet ihr auch auf www.ask-enrico.com.

Der beeindruckende Palast bietet auch eine schöne Aussicht auf die Donau


Hier noch einige wichtige Adressen:
www.visitvisegrad.hu (Die Seite der Stadt in Deutsch, Englisch, Ungarisch)
www.thv.hu (Thermal Hotel Visegrád, Deutsch, Englisch, Ungarisch)
www.lepencespa.hu (Das Wellness und Spa-Center des Thermal Hotels, das aber auch für Gäste von außerhalb des Hotels nutzbar ist – Ungarisch) www.renvisegrad.hu (Renaissance Restaurant Visegrád - Ungarisch)
www.parkerdo.hu (Zitadelle – Ungarisch)
www.palinkamuzeumvisegrad.hu (Palinkamusem – Ungarisch)
http://www.strassederkaiserundkoenige.com (Deutsch)
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