Österreich - Enricos Reisenotizen - Seite 9

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken
Das kleine Österreich träumt - vor allem in Wien - noch manchmal von seiner glorreichen Vergangenheit. Diese, aber auch viele neue Strömungen in Kunst, Kultur und Alltagsleben kann man heute in den ganz unterschiedlichen Bundesländern beobachten...

Gemeinsamkeiten zwischen Wien und Bochum

Je öfter ich ins Ruhrgebiet fahre, umso mehr stelle ich Gemeinsamkeiten zwischen Wien und Bochum, Essen und Co. Fest. Glaubt ihr nicht? Dann wollen wir einige hier aufzählen:

Einst und jetzt

Wien war einst Hauptstadt eines großen Reiches – der Habsburger Monarchie. Noch heute erinnern grandiose Bauten an diese Zeit und bestimmen auch den Charme der Innenstadt. Hier wurde getanzt und gefeiert, über Krieg und Frieden entschieden. Hier war der der Mittelpunkt der Monarchie.

Wiener Riesenrad im Prater

Bochum war einst einer der wichtigsten Orte des Bergbaus, der Stahl- und der Autoindustrie. Hier wurde Kohle abgebaut und Stahl verarbeitet. Rot leuchtete der Himmel über der Stadt, wenn der Hochofen abgestochen wurde. Schwarz waren die Gesichter der Kumpels, wenn sie aus dem Berg an die Oberfläche kamen. Das Opelwerk bestimmte lange Zeit das Geschehen der Stadt. .

Im Bergbaumuseum

Heute ist Wien die Hauptstadt eines der kleinsten Länder der EU und in Bochum gibt es kein Opelwerk mehr, man sieht gerade noch einen Teil der Ruinen der Werkshallen und auch der Kohlebergbau wurde als unrentabel eingestellt, auch die Stahlindustrie hat viel an Glanz verloren Die einstigen Wiener „Weltbürger" und die stolzen Bochumer Stahl- und Bergarbeiter mussten und müssen sich in einer anderen Welt zurechtfinden, die kleiner und unbedeutender ist, als ihre Vergangenheit. Und beide denken oft wehmütig an die guten alten Zeiten zurück.

Auftreten und Schmelztiegel

Das bringt uns gleich zu Gemeinsamkeit Nummer 2, die zuallererst wie ein Gegensatz wirkt. Auf den ersten Blick sind sie grundverschieden: Der Bochumer ist kurz angeboten und direkt in seiner Aussage. Es fehlt ihm fast gänzlich, was man in Wien Charme oder diplomatisches Geschick nennen würde. Diese Ausdrucksweise ist einem Wiener fremd. Hier versucht man diplomatisch allfällige Unstimmigkeiten vordergründig zu umschiffen und es kommt selten vor, dass man einander Unannehmlichkeiten ganz direkt ins Gesicht sagt. Was bei den Bochumern wieder als Hinterlistigkeit und Falschheit angesehen wird. Die unterschiedliche Ausdrucksweise kommt wahrscheinlich auch aus der Vergangenheit: In Wien war Diplomatie angesagt – nicht nur in Zeiten Metternichs – auch sonst mussten viele verschiedene – zum Teil nationale Strömungen – unter einen Hut oder eine Krone gebracht werden (was, wie wir wissen, ja später nicht mehr gelang). Wien heiratete, intrigierte, veranstaltete Bälle und Kongresse – zu all dem hatte ein Kumpel im Berg keine Zeit. Hier musste kurz und knapp gesagt werden, was Sache ist. Die Arbeit war hart und gefährlich. Man musste sich 100% auf den anderen verlassen können, wollte man eine schwierige Situation überleben.

Auch das ist Wien - in der Lobau

In Bochum ist es vor allem das Polnische, das in das Deutsch des Ruhrgebiets Einzug gehalten hat – kamen doch viele Kumpels ursprünglich als Polen.

Auch das ist Bochum - Chinesischer Garten

Doch dann beginnen die Gemeinsamkeiten: Wien war der Schmelztiegel der Monarchie und noch heute finden sich im Wiener Dialekt sowohl Tschechische, Jiddische, Ungarische, Kroatische Ausdrücke oder Wortkreationen, die in diesen Ländern ihren Ursprung hatten. Viele sind und gehen leider mehr und mehr verloren.

Glanz und Gloria und der Nabel der Welt

Gemeinsam ist beiden Städten/Regionen aber auch, sich nach wie vor für den Nabel der Welt zu halten oder zumindest so zu tun, beide sind manchmal sogar mehr als stolz auf ihre ganz besondere Kultur, beide wissen, dass vom einstigen Glanz und Gloria der Verputz etwas abgebröckelt ist.

In der Wiener Staatsoper

Erzählen Sie mal einem Ruhri wie gut und wie toll eine Aufführung der Wiener Philharmoniker war. Sie sind noch nicht fertig, wird er Ihnen schon von den Bochumer Symphonikern vorschwärmen, die wieder unter einem berühmten Dirigenten aufgetreten sind.

Die Wiener Festspiele haben heuer ein tolles Programm – tja, da hast Du jenes von der Ruhrtriennale noch nicht gesehen. Die Donauinsel ist wirklich ein tolles Erholungsgebiet mitten in der Stadt – ja, aber an der Ruhr ist es noch viel natürlicher …

Audimax in Bochum

Diese Beispiele funktionieren natürlich auch vice versa.

Die Gemeinsamkeit lautet: Meine Stadt ist mindestens genauso gut und schön und kulturell aufgestellt wie deine. Wenn nicht noch besser. Basta.

Es war einmal und es war einmal schön – oder?

Und das führt uns zu einer weiteren Gemeinsamkeit: Im Innersten trauern beide den vergangenen Zeiten nach. Es gibt Städte und deren Bürger, die schauen nach vorne, die „Ureinwohner" von Wien und Bochum schauen gerne zurück. Beide Städte und Regionen bemühen sich smart zu werden, Modernes zu fördern, das ganze Ruhrgebiet war sogar Kulturhauptstadt Europas.

Und doch: eigentlich hätten die Wiener noch gerne ihren Kaiser und wären der Nabel der Welt und die meisten alteingesessenen Bochumer trauern der Zeit nach, wo noch Bergbau und Stahlproduktion den Tagesablauf bestimmten und die Opels nur so vom Fließband liefen.

Natürlich sollten die Errungenschaften von heute erhalten bleiben! Ebenso klar ist, dass ich die junge Generation von diesen Gemeinsamkeiten ausnehme – da hat sich in beiden Gebieten eine Menge getan – aber die Generation der Babyboomer und eine danach: Tja, ich finde mal, die sind so wie oben beschrieben. 

Nachdem dies jetzt geklärt (oder zur Diskussion gestellt) ist, kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Der Route der Industriekultur.

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Eine magische Welt im Schloss Schönbrunn

Im Hofratstrakt im Schloss Schönbrunn wird man in die magische Welt der Marionetten und der großen Oper entführt. Wir waren bei einer fantastischen Zauberflöte live dabei …

Manche glauben ja, Puppen- oder Marionettentheater sind nur für Kinder gemacht. Weit gefehlt. In Tschechien, dem Land, in dem die Tradition des Puppenspiels vielerorts (z.B. in Český Krumlov oder in Pilsen, der Stadt von Hurvínek und Spejbl) noch zu sehen ist, war das Puppenspiel immer auch eine Möglichkeit, theatermäßig und mehr oder weniger frech der Obrigkeit die Wahrheit ins Gesicht zu sagen und der Zensur zu entgehen.

Hohe Herrschaften im Marionettentheater Schönbrunn

Ich wusste aber nicht, wie lange das Marionettentheater auch schon in Österreich zu Hause ist. Bereits im Juli 1777 wurde beim Besuch des Kurfürst-Erzbischof von Trier, Clemens Wenzel von Sachsen, in Wien zu Ehren des Gastes das Marionettentheater des Fürsten Esterházy aufgeboten, das ganz ausgezeichnet bei den allerhöchsten Herrschaften ankam. Aber auch Goethe und Schiller dichteten für diese Kunstform, sogar Richard Wagner und Anatole France zeigten sich mit den Marionetten verbunden.

Die Darsteller der Zauberflöte ...

In dieser Tradition führen Christine Hierzer-Rideler und Werner Hierzer seit 1994 das Marionettentheater Schloss Schönbrunn.

Doch nun endlich zur Zauberflöte.

Diese Mozartoper bietet sich natürlich ganz besonders für ein Festival der Magie und des Zaubers an und beides haben wir bei der Aufführung wirklich genossen.

Kurz durften wir die Darsteller nach der Vorstellung hinter der Bühne besuchen

Da das Marionettentheater vielleicht ein bisschen versteckt im Hofratstrakt liegt, den ja nicht jeder kennt, gleich am Anfang die Wegbeschreibung: Einfach durch das Haupttor immer auf Schloss Schönbrunn und dann kurz davor auf der linken Seite durch die Rundbögen einfach der Nase nach gehen. Hier stehen dann auch die Wegweiser und auf der linken Seite sehen Sie bald danach das Marionettentheater mit seinen Flaggen davor. Treten Sie ein und lassen Sie sich verzaubern.

Links am Schloss vorbei

Schon am Eingang erwartet uns ein Bild vom „Wolferl" an der Tür und im kleinen Café, das auch einige Plätze davor im Freien bietet, kann man sich bei einem Kaffee oder einem Gläschen Wein auf die Vorstellung freuen.

Wolferl lädt ins Marionettentheater ein ...

Wer genügend Zeit hat, kann gleich in die Welt der Marionetten eintauchen und sich die kleine Ausstellung im Inneren ansehen. Hier stehen die Darsteller der unterschiedlichen Aufführungen und scheinen auf ihren Auftritt zu warten.

Die Marionetten warten auf ihren Einsatz

Aber auch wunderschöne Figurinen sind an der Wand zu sehen und man bekommt einige Informationen über die Herstellung der Marionetten.

Schon die Kostümentwürfe sind wünderschön ...

Dann geht es gleich in den Zuschauerraum. Es ist ein kleines Theater, man fühlt sich gleich heimisch. Manche Sessel knarren ein wenig, wenn Zuschauer mit wenig Sitzfleisch im Saal sind. Doch man ist gleich in eine magische Welt versetzt. ..

Bei der kleinen Einführung in die Welt des Puppenspiels, die wir zur Begrüßung von Frau Hierzer-Riedler, der Prinzipalin der Theaters bekommen, kann man schon erahnen, dass es eine besondere Kunst ist, die Marionetten zum Leben zu erwecken.

Dann beginnt die Zauberflöte mit der Ouvertüre, der Vorgang geht auf und die große Schlange kriecht über die Bühne und versetzt Pamino in eine Ohnmacht. Schließlich der Auftritt von Papageno, dem Vogelfänger: die Puppe ist wunderschön und passt im Ausdruck des Gesichts und seinen Bewegungen punktgenau zur Figur. Wir kommen aus dem Staunen gar nicht heraus, wie passend und variantenreich die Darstellung ist.

Papagena und Papageno (Foto © Marionettentheater)

Ein bisschen ängstlich, ein bisschen großspurig, von den Bewegungen her einmal Mensch, einmal fast wie ein Vogel. Man glaubt es kaum, was man mit einer Marionette alles ausdrücken kann.

Die Königin der Nacht beim "Empfang" danach ...

Die Auftritte der Königin der Nacht – Die Rache der Hölle ist ebenso deutlich zu spüren wie die Stimmakrobatik bei der Koloratur – fast wie in der Staatsoper. Da brauchen sich die kleinen Puppen vor den großen Stars nicht zu verstecken …

Auch sie haben ihren Auftritt ... (Foto © Marionettentheater Schönbrunn)

Das Bühnenbild nimmt Bezug auf den Spielort Schönbrunn: die Römische Ruine, der Tiergarten (köstlich die Auftritte des Affen, des Löwen und des Rad schlagenden Pfaus) und sein Pavillon, die Wege im Park sind zu sehen.

Nach ungefähr einer Stunde folgt dann eine Pause von ca. 15 Minuten – kein Gedränge an der Bar – sie bekommen in Ruhe ihr Getränk. Das Pausenende wird nicht von einer Klingel eingeleitet, sondern vom Glockenspiel des Papageno – also gut aufpassen.

Sarastro und Pamina (Foto © Marionettentheater Schönbrunn)

Die Auftritte Sarastros begeistern mich ebenso wie jene der drei Damen oder der drei Knaben. Immer wieder sind kleine Gags eingebaut und es wäre Gerhard Tötschinger, der für die Inszenierung verantwortlich zeichnete, zu wünschen gewesen, diese Ideen auch auf einer großen Bühne umzusetzen. ..

Herrlich auch die Auftritte von Monostatos und seiner kleinen Gehilfen. Nicht zu vergessen das große Liebespaar Tamino und Pamina, die nicht nur gemeinsam die Prüfungen überstehen, sondern sich auch in „echter Liebe" zugetan sind. Bemerkenswert auch der Flöte spielende Tamino, wobei anzumerken ist, dass auch das Glöckchenspiel des Papageno dem nichts nachsteht. Selten so eine Genauigkeit der Bewegungen mit der Musik gesehen und gehört.

Die Musik, die natürlich vom „Band" kommen muss, schließlich können die Marionettenspieler nicht auch noch singen (das wäre auch durch die Körperhaltung beim Führen der Marionetten nicht möglich), war ausgezeichnet. Die Aufnahme stammt vom Failoni Orchestra Budapest, Kurt Rydl singt den Sarastro, Hellen Kwon die Königin der Nacht, Elisabeth Norberg-Schulz die Pamina, Herbert Lippert den Tamino. Lotte Leitner ist die Papagena und Georg Tichy singt den Papageno.

Die Magier des Puppenspiels - Christine Hierzer-Riedler und Werner Hierzer - bei einer Aufführung von Hänsel und Gretel (Foto © Marionettentheater Schönbrunn)

Zum Schluss zeigen sich noch die Puppenspieler kurz auf der Bühne und man ist überrascht wie groß ihre Köpfe im Vergleich zu den Marionetten sind. Auch so macht Oper Spaß und – das sollte man zumindest einmal erlebt haben.

Auf der Website www.marionettentheater.at finden Sie den Spielplan, die Beginnzeiten und auch die Ticketpreise. Außerdem kann man dort auch seine Karten online buchen. 

Marionettentheater Schloss Schönbrunn 
1130 Wien, Hofratstrakt
Tel: +43 1 817 32 47
www.marionettentheater.at

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Mann, Manni, bist Du es??

Im Film Ice Age sind sie noch putzmunter, obwohl auch schon vom Aussterben bedroht. Jetzt wurde anscheinend ein Urururur… großvater (oder –mutter) von Manni oder Ellie an der A5 gefunden.

Autobahnbauten haben manchmal schon ihr Gutes: nicht nur dass man schneller von A nach B kommt, manchmal gibt es auch sehr interessante Entdeckungen. So fand man bei Bauarbeiten an der A5 nahe Bullendorf im niederösterreichischen Bullendorf im Weinviertel sensationelle Mammutreste, die Mitte August durch das Team der Geologisch-Paläontologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums geborgen werden konnten. Dank gebührt auch den Experten der Geologischen Bundesanstalt, die die Fossilien im Rahmen geologischer Aufnahmen entdeckt hatten.

Das Paläontologen-Team des Naturhistorischen Museums bei der Bergung eines der Stoßzähne. Ein dünner Mantel aus Gipsbandagen dient zur Stabilisierung, (Alle Fotos © NHM Wien)

.So wurden in einer mehrtägigen Notgrabung neben Wirbelknochen auch noch zwei vollständig erhaltene, zweieinhalb Meter lange Stoßzähne freigelegt, mit Gipsbandagen stabilisiert und ans Naturhistorische Museum Wien transportiert.

Wahrscheinlich stammen alle Zähne und Knochen von einem einzigen Tier, das im Schlamm der Ur-Zaya eingebettet wurde. Paläontologen des NHM Wien vermuten, dass es sich dabei nicht um das „gewöhnliche" Wollhaarmammut handelt, das während der späten Eiszeit in Ostösterreich weit verbreitet war, sondern um eine wesentlich ältere Ur-Mammut-Art. In den nächsten Monaten müssen die Fossilien nun aufwändig präpariert und gehärtet werden, erst dann stehen sie für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung.

Um zu rasches Austrocknen zu verhindern, wird das Fossil mit Gipsbandagen stabilisiert und mit feuchtem Zeitungspapier umwickelt. (Alle Fotos © NHM Wien)

Erst dann wissen wir es genau: War es Manni oder Peaches? Oder doch eine(r) der Urururur…großeltern?

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Ticketkauf bei der ÖBB

Sorry, aber es muss sein – irgendwann muss ich meinen Zorn rauslassen sonst platze ich…

Ich bestelle in regelmäßigen Zeitabstanden Tickets für meine 82jährige Mutter. Die rüstige Dame möchte ihre Wien-Besuche nicht mehr mit dem Auto absolvieren. Das ist gut so und daher nehmen wir das Service unserer Bundesbahn in Anspruch. Obwohl Sie sehr wohl auch ein Notebook zu bedienen weiß, fühlte sie sich schon früher beim Online-Einkauf der ÖBB-Tickets unsicher und da man auch für die Automaten an den Bahnhöfen eine Gebrauchsanweisung benötigt, sind wir auf die Idee verfallen, dass ich ihre Tickets online bestelle, per Mail sende und sie druckt sie dann einfach aus. Soweit so gut und klar.

Mein Scotty ....

Wir nutzten den guten alten „Scotty" um Muttern von einer Wohnstätte zur anderen zu „beamen". Vielleicht nicht die schönste und komfortabelste Website, aber sie funktionierte eigentlich relativ problemlos. 

Doch dann wollte anscheinend irgendwer der ÖBB ein moderneres, dynamischeres Image geben. Vielleicht war man ja auch davon beseelt, es den Kunden leichter zu machen. 

Liebe Leute, ich kann euch nur sagen, dass ist ziemlich in die Hose gegangen…. Frisch und dynamisch schaut sie ja aus die Seite, aber sagt mal, habt ihr diese nicht vor dem livegehen getestet?? 

Ab gesehen davon, dass ich Eingaben mit „fertig" bestätigen muss (auch wenn nur eine Eingabe erfolgen kann – und dann ist man doch fertig oder?) und dieses „fertig" aber nicht unter der Eingabe steht, sondern irgendwo sonst auf der Seite, dass man die Uhrzeit nicht auswählen kann, sondern überschreiben muss, da anscheinend angenommen wird, dass alle „Jetzt" fahren möchten – an all das kann ich mich ja nach einer gewissen Lernphase gewöhnen – auch wenn es nicht kundenfreundlich ist. 

Es ist auch verständlich, dass die unterschiedlichen Ermäßigungen ziemlich versteckt sind (wirtschaftlich sicher besser, wenn ohne gebucht wird) und dass anstatt dessen Zusatzleistungen wie eine Wienführung oder Theaterticket gleich unter dem Bahnticket aufgeführt werden. 

Und jetzt kommen wir zum Bezahlen des Tickets ...

Und damit zur echten Katastrophe! 

Erster Versuch: Kreditkartenzahlung mit MasterCard. Gescheitert. Auf Visa umgestiegen. Funktioniert. 

Nächster Versuch, vielleicht 14 Tage später: Kreditkartenzahlung mit MasterCard (Visa ist meine Geschäftskarte). Das System erklärt mir, dass die Zahlung nicht durchgeführt werden kann. Ich rufe ziemlich genervt die Servicenummer an (mein Beileid an alle Mitarbeiter, die dort Dienst machen müssen und Toi toi toi für die nächste Zeit – ihr habt Euch wirklich eine Gehaltserhöhung und eine Zulage verdient!). Ein netter Mitarbeiter erklärt mir, dass sie leider bei der Kreditkartenzahlung Probleme hätten und dass ich die Banküberweisung probieren sollte, die gehe immer. Ok, neues Glück, neues Spiel – zurück zur Bestellung.
Fast hätte ich nochmals von vorne angefangen, und den Bestellvorgang daher gelöscht, als ich im Hintergrund etwas "Ticketmäßiges" sehe – Überraschung! Die Zahlung ging doch durch – mein Ticket war abrufbereit. 

Vor zwei Tagen – inzwischen sind gute 6 Wochen vergangen und ich will wieder mal ein Ticket online buchen.
Ich beginne mit der Online-Banküberweisung. Ergebnis: richtig – diese konnte nicht durchgeführt werden, aber man sollte30 Minuten warten ob sich vielleicht doch was ergibt. Schließlich gab es ja einen „Unklaren Zahlungsvorgang". Es ergab sich nichts - zumindest nicht nach 10 Minuten -  und da das System von mir nichts wusste, außer welche Bank ich beauftragen wollte, versuchen wir es doch mal mit der MasterCard. 

Obwohl das System nun behauptet, dass ein Transfercode (oder so ähnlich) abgefragt wird, leitet mich Erste und MasterCard angeblich ohne Code weiter, da sie intern prüfen. Das ÖBB-System behauptet daher oder darum oder warum auch immer, dass die Zahlung nicht durchgeführt werden konnte. Aber? 

Eins, zwei, drei, Zauberei – ich überlege gerade ob ich wieder bei der Servicenummer anrufen soll, erscheint wieder mein Ticket, ich erhalte meine Buchungsbestätigung und die Rechnung, kann das PDF ausdrucken – alles in Ordnung. (Bis auf die Fehlermeldung, dass meine Zahlung nicht durchgeführt wurde…) 

Und jetzt hätte ich ein paar kitzekleine Fragen an die dafür zuständigen Damen und Herren der ÖBB:
1. Ist diese Verbindung wirklich sicher?
2. Wer bitte hat diese Website bzw. das Zahlungssystem oder Shopsystem dazu programmiert? Sollte es ein externer Anbieter sein, solltet ihr diesen schnell wechseln und nur ja nichts bezahlen, sollte es intern gemacht werden, holt Euch einen Experten von außen – BITTE!
3. Wann wird dieser Fehler behoben? Es warat nämlich wirklich sche langsam Zeit… 

Hat noch wer mit diesem Angebot Probleme? Oder bin ich die Einzige in diesem Land, die es nicht schafft, ordnungsgemäß ein Zugticket online zu bestellen … 
Nehme Tipps und Anleitungen für ein erfolgreiches Bestellwesen gerne entgegen!

Update 31.8.2016: Hurra!!! Meine Gebete wurden erhört! Heute wieder einmal ein Ticket bestellt und ohne Probleme und Verzögerungen mit Kreditkarte bezahlt! Vielen Dank ÖBB

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Summer in Vienna

​Wien ist doch wirklich eine der lebens- und liebenswertesten Städte, die ich kenne! Warum? Da gibt es mehrere Gründe, die man anführen kann: z.B. die Donauinsel. 

Es ist Samstag morgen: eigentlich war Schönwetter angesagt. Ein Blick aus dem Fenster zeigt ein wenig grau in grau... Soll ich trotzdem skaten gehen? Das könnte ein echtes Abenteuer werden, schließlich ist es doch schon etwas lange her, seit ich das letzte Mal auf Rollen unterwegs war.
Egal. Ich überwinde meinen inneren Schweinehund (ja, auch das kommt manchmal vor), setzte mich ins Auto und fahre auf den Parkplatz bei der Floridsdorfer Brücke. Der Start wird etwas wackelig, aber dann läuft es doch - fast - wie früher:

Sportlich unterwegs ....

Los geht es Richtung Nussdorfer Schleuse. Erst jetzt bemerke ich, dass die Sonne durchkommt und es anscheinend Nebelschwaden sind, die den Floridus-Tower einhüllen - dem Vergnügen sind also keine - wettermäßigen - Grenzen gesetzt.

Eingehüllt in Nebelschwaden, das Wasser der Neuen Donau spiegelglatt

Noch ist nicht viel los auf der Insel: einige Wiener sind mit ihren Vierbeinern unterwegs, einige Radfahrer zischen durch die Gegend und es gibt auch noch einige Läufer, die entlang des Wassers ihre Kilometer abspulen. Etwas misstrauische von den Fischern beäugt. Bei der Florisdorfer Brücke gibt es ein kleines Wettschwimmen, bei dem die Teilnehmer von den Zuschauern angefeuert werden (allerdings nicht zu laut um die Fische nicht zu stören).

Auf einer Bank sitzt ein Wiener Original, das von der Weite so aussieht, als würde er dort seinen ganzen Sommer verbringen..

Die Sonne blinzelt ja doch durch die Nebelwolken

Doch das sind nicht die einzigen Überraschungen: Die zuständige Magistratsabteilung ist ebenfalls bereits unterwegs und putzt und säubert Grillplätze und Griller. Ist doch eigentlich toll, dass man sich in einer Großstadt einen Grillplatz mieten kann, der auch noch vor der Übernahme professionell gesäubert wird. Wo bitte, gibt es das noch? Ich wage mich zwar auf meinem ersten Ausflug noch nicht bis zur "Grillwiese" vor, hoffe aber doch dass es sie noch gibt. Selbstverständlich werden auch die Mistkübeln ordnungsgemäß entleert und gesäubert.

Ein Radfahrer ist ebenfalls unterwegs

Plötzlich blitzt etwas sehr buntes aus dem Gebüsch - sieht sehr chinesisch aus. Anscheinend ist er der Vorbote des Chinafestivals, das am 1. September auf der Donauinsel eröffnet werden soll. Neugierig bin ich schon, aber auch schon etwas müde, daher verschiebe ich meine Erkundungstour auf einen anderen Tag

Der Drache kündigt schon das China-Festival auf der Donauinsel an

Zurück geht's zum Parkplatz und da treffe ich auch noch auf den netten Herren der Toiletten-Reinigung - die Donauinsel macht sich für ihre Besucher bereit. Zufrieden ziehe ich meine Roller aus und mache mich auf den Heimweg.

Alles wird sauber gemacht auf der Insel

​Und erlebe doch glatt noch eine Überraschung! Auch die Müllabfuhr ist unterwegs! An einem Samstag! Außerdem lauter freundlichen Menschen begegnet, lächelnden Menschen, hier, auf der Insel, überall :-) 

Damit ist eigentlich eines fällig: Ein großes Danke schön an all die guten Geister, die mithelfen - auch am Wochenende - die Stadt und die Insel sauber und schön zu halten. 

Und all den Nörglern, Meckerer, Besserwisser, Herummoserer, Querulanten und Raunzern sei gesagt: Es ist schön hier! Schaut Euch mal um, traut Euch mal raus und dann werdet ihr vielleicht mehr zu schätzen wissen, was ihr hier habt.

Ich für meinen Teil liebe diese Stadt! 

Kommentare??

Die Donauinsel - ein herrliches Erholungsgebiet
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Mahler Meets Glass in Grafenegg

Ich bin spät dran – mit meinem Blogeintrag über ein neues, wunderbares Grafenegg-Erlebnis mit den Schwestern Labèque und um ein Hohelied auf das EUYO zu singen…

Gleich vorweg zwei Statements:

Ich liebe Grafenegg und die Atmosphäre die im Metternich-Schloss und Schlosspark herrscht ist einfach einmalig. Wo sonst noch kann man bereits am Nachmittag gemütlich anreisen, einen Liegestuhl in der Wiese okkupieren, die Sonne und das Ambiente genießen, dann zum Prélude (je nach Wetterlage im Schlosshof oder in der Reitschule) aufbrechen, anschließend bei der Einführung zum Abendkonzert wieder einiges Interessantes dazu lernen und dann das Abendkonzert genießen? Und wenn man noch außergewöhnliches Glück hat auch noch eine Late Night Session mit dem EUYO erleben?

Schloss Grafenegg

Moderne Komponisten machen mich eigentlich immer ein bisschen nervös. Ich kann mit Zwölfton-Musik und Dissonanzen, mathematischer Musik und was es da sonst noch alles gibt, leider nicht sehr viel anfangen. Vielleicht kommt das ja noch…
Im Moment ist Xenakis mein Gottseibeiuns der modernen Musik. (Man sollte eben nicht von allen griechischen Komponisten Theodorakis-Klänge erwarten). Glass kannte ich – zu meiner Schande – überhaupt nicht, auch der Ausdruck „minimal music" sagte mir rein gar nichts. Und Mahler: naja, klappt eigentlich auch nicht so richtig.

Der Wolkenturm in Grafenegg

Aber ich bin ja aufgeschlossen, wiss- und lernbegierig und folge daher meiner besseren Hälfte zu jeder "Schandtat". Meistens bin ich dann positiv überrascht und so auch diesmal.

Blick auf die Reitschule und das Auditorium - ganz außen rechts: die Liegestühle

Es war ein herrlicher Nachmittag. Das Wetter wunderbar. Die bereits vorher angesprochenen Liegestühle luden zum Verweilen ein.

Wir waren in freudiger Erwartung auf das Prelude Konzert im Schlosshof, wo es auch immer wieder ein Genuss ist, die Architektur des Schlosses bei einem Konzert zu bewundern und in den blauen Himmel darüber zu blicken. Leider war der Himmel nicht ganz so blau und anscheinend kündigte die Wettervorhersage weitere Wolken mit Aussicht auf einige Tropfen an, sodass das Konzert in die Reitschule verlegt wurde.

Prelude-Konzert mit dem EMCO und Peter Stark am Dirigentenpult

Nicht ganz so schön vom Ambiente, aber trotzdem einfach toll. Das European Music Campus Orchestra spielte unter der Leitung von Peter Stark Company for String Orchestra von Philip Glass, Schuberts 3. Symphonie und Blumine von Mahler. Was soll ich sagen? Ich bin nach wie vor rundherum begeistert. Erwartet jetzt von mir keine ausführliche Musikerkritik, kann ich nicht – ich kann nur sagen: es was w-u-n-d-e-r-s-c-h-ö-n. Auch die vielgeschmähte Moderne: hervorragend.

Prelude-Konzert mit dem EMCO und Peter Stark am Dirigentenpult

Dazu ein Orchester und ein Dirigent, denen man den großen Spaß und die Freude beim Musizieren anmerkte. Vielleicht hat sich auch das Übertragen…

Beim anschließenden Einführungsgespräch erzählte Marshall Marcus, der Chef des European Union Youth Orchestra von den Schwierigkeiten mit denen das Orchester im Moment zu kämpfen hat. So wurden irgendwelche bürokratische Richtlinie für Förderungen geändert, was dazu führt, dass das Orchester nicht mehr unterstützt werden kann ohne gegen die Regel zu verstoßen und so natürlich sein weiterer Bestand in Schwebe ist, obwohl eigentlich alle Mitgliedsstaaten (alle? Wie sieht es da eigentlich mit Good Old England nach oder während des Brexits??) dafür sind, das Orchester weiter zu unterstützen

Alexander Moore und Marshall Marcus beim Einführungsgespräch

Hallo Europa! Aufwachen! Dieses Orchester und auch das EMCO, das European Music Campus Orchestra, das MusikerInnen aus den österreichischen Nachbarländern Ost- und Südeuropas und des Mittelmeerraums und aus dem Gastgeber-Bundesland Niederösterreich vereint, beide müssen unbedingt erhalten bleiben. Ich habe selten so dynamische, spielfreudige „Musikanten" erlebt wie an diesem Abend. Und diese Stimmung überträgt sich natürlich auf das Publikum.

Der Eingang zum "Wolkenturm"

Das Wetter hielt! Daher stand der Aufführung im Wolkenturm nichts im Wege. Gegen das filigrane Schloss ist der Wolkenturm natürlich schon ein Klotz in der Landschaft, aber trotzdem hat es etwas sehr persönliches, fast „Heimeliges", wenn man unter der Tribüne „hinein" zu seinen Plätzen geht.

Blick auf die Bühne des Wolkenturms

Noch schnell die Decke ausgepackt – als erfahrener Besucher von Freiluftaufführungen weiß man ja dass es kühl werden kann – und schon kann es losgehen.

Einstimmung auf das Abendkonzert

Wir hörten das European Union Youth Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko. Gespielt wurde – als österreichische Erstaufführung – das Konzert für zwei Klaviere und Orchester mit Katia und Marielle Labèque. Großes Kompliment an beide Damen! Auch sie haben dazu beigetragen, dass ich gestehen muss: Philip Glass mag ich. Auch die „Minimalmusik" ist gar nicht so minimal und die Wiederholungen für meinen Geschmack nicht lähmend, sondern im Gegenteil sehr interessant.

Traumhaft: Katia und Marielle Labèque nach dem Konzert

Das Konzert wurde von Glass für die Labèque Schwestern komponiert und sie waren – vielleicht auch deshalb – beeindruckend in Form (um die Wortwahl auf die derzeitige Olympiabegeisterung abzustimmen.) Es ist einfach unglaublich, was sich bei ihrem Spiel auf, im und beim Klavier abspielt. Das muss man gesehen und vor allem gehört haben, sinnlos zu beschreiben – nehmt einfach nur meine Begeisterung mit.

Ein Klavier-Feuerwerk - die Katia und Marielle Labèque

Nach der Pause wurden wir dann mit Gustav Mahlers Symphonie Nr.1 D-Dur verwöhnt. Wenn ich Mahler auch nicht ganz begreife, so muss ich doch feststellen, dass ich auf dem Weg bin. Einzelne Passagen der Symphonie sind wirklich traumhaft schön und wurden vom EUYO wunderbar interpretiert.

Dirigent Vasily Petrenko und die Labèque-Schwestern

Ein wunderbarer Tag mit einem wunderbaren Prelude und einem wunderbaren Abendkonzert. Eigentlich genug, um als Besucher zufrieden und glücklich nach Hause gehen zu können.

Auf geht's in die Reitschule zur Late Night Session

Doch nicht so in Grafenegg! Denn EUYO und EMCO luden noch in die Reitschule zu einer Late Night Session – und da ging es noch einmal so richtig rund: Von Jazz bis Klassik war alles dabei.

Late Night Session in der Reitschule

Auch Katia und Mariella Labèque kamen nochmals auf die Bühne, um mit den jungen Künstlern zu musizieren. Beim anschließenden Interview wurden sie dann gefragt, was der Unterschied zwischen dem EUYO und anderen Orchestern sei. Ihre Antwort: „Die überschäumende Begeisterung und die Freude beim Musizieren." …. und genauso war es …..

Late Night Session in der Reitschule

Nachtrag 1: Fast hätte ich noch eines vergessen: Ein Weg im Garten wurde von Standeln österreichischer Winzer gesäumt, an denen man manch köstliches Tröpferl verkosten konnte.

 Nachtrag 2: Das EUYO ist zu seinem 40jährigen Jubiläum auf Sommertour. Wenn ihr die Möglichkeit habt, sie zu hören, lasst euch die Chance nicht entgehen. 

Hier schnell noch die Daten:
19.8.2016 Grafenegg (EUYO Alumni)
19.8.2016 Festival Bozen
21.8.2016 Alpbach
25.8.2016 Festival Bozen
27.8.2016 Grafenegg (mit Late Night Session!!)
29.8.2016 Amsterdam

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Zu Ehren von Don Quijote in die Wiener Staatsoper

Der 400. Todestag des großen spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes wurde von hochrangigen Gästen in der Staatsoper mit dem Besuch des Balletts Don Quijote gefeiert. Spanien und natürlich auch das Spanische Fremdenverkehrsamt in Wien feiern mit einem internationalen Gedenkjahr den großen Schriftsteller Spaniens und luden nach der Präsentation des Projekts „Auf den Spuren des Don Quijote" zu einem Event der Extraklasse in die Staatsoper zur Ballettvorführung Don Quixote.

vlnr.: Anunciada Fernández de Córdova, Alberto Carnero, Botschafter, Sabine Schwanz, Teresa Ortiz, Fernando Honrado

Teresa Ortíz, die Direktorin des Spanischen Fremdenverkehrsamtes präsentierte den über siebzig geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Medien mit den Vertretern der Regionen den Wirkungsbereich von Cervantes und seiner geschaffenen Figur Don Quijote: Anunciada Fernández de Córdova, Direktorin für Kultur und Tourismus von der Region Madrid, Fernando Honrado, von der Tourismuspromotion der Region Castilla-La Mancha und Sabine Schwanz, Direktorin Tourismus Promotion der Stadt Madrid erzählten von den vielfachen Möglichkeiten, die sich den Besuchern bieten, die Spanien auf den Spuren des Don Quijote kennen lernen möchten.

vlnr.: Dr. Josef Peterleithner/Präsident ÖRV, Mag. Wolfgang Lackner/ CEO Europäische Reiseversicherung, Teresa Ortiz, Direktorin Spanisches Fremdenverkehrsamt, Alberto Carnero/Span. Botschafter, Alexander Richard/ Eigentümer Columbus Reisen (Dr. Richard Gruppe)

Nach der Pressekonferenz am Vormittag ging es abends mit der Ballettvorführung und einem eleganten Empfang im Teesalon spanisch weiter. Die Gäste zeigten sich vom Programm, den touristischen Möglichkeiten und der Vorstellung hellauf begeistert und die Veranstalter freuten sich über das echte Interesse der Gäste, das Spanien des Don Quijote kennen zu lernen.

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Die 3K und Lachen ohne Ende

Kultur, Kulinarik und Kobersdorf: Bei den Schloss-Spielen finden diese drei K's wieder einmal zusammen. Wer einen wahrlich unterhaltsamen Abend verbringen möchte, sollte – nein, muss – sich ganz schnell Karten besorgen.

Otello darf nicht platzen, eine Komödie von Ken Ludwig, wurde heuer von Intendant Wolfgang Böck auf den Spielplan gesetzt und dieses Stück, das vom 5.-31.7.2016 in Kobersdorf von jeweils Donnerstag bis Sonntag gezeigt wird, garantiert Lacher ohne Ende.

Intendant Wolfgang Böck begrüßt das Publikum

Der Inhalt ist schnell erzählt: Der Operndirektor von Cleveland erwartet den italienischen Startenor Tito Morelli, den er für einen Auftritt in seinem Opernhaus engagiert hat, um den Otello zu singen, doch dieser kommt und kommt nicht. Als er endlich mit seiner, nicht zu Unrecht eifersüchtigen Gattin erscheint, ist man zwar glücklich, den Sänger hier zu haben, doch der Star ist schwierig. Anscheinend hat er bei der Anreise viel zu viel gegessen (den Grund dafür erklärt seine Ehefrau) und nun kämpft er mit Magenweh und Blähungen.

Max und seine angebetene Maggie

Max, dem Assistenten des Direktors, wird aufgetragen ihn nicht aus den Augen zu lassen, doch der Star ist schwierig zu betreuen. Mit einigen Überredungskünsten und ein paar Pillen schafft es Max, Morelli ins Land der Träume zu schicken.

Wolfgang Böck und Gerhard Kasal bei der "Übungsstunde" (Foto © Wolfgang Voglhuber)

Die nächste Katastrophe nimmt ihren Lauf: anscheinend waren es der Tabletten zu viele. Tito, der Göttliche wacht von seinem Nickerchen nicht mehr auf – Ersatz wird gesucht. Das ist die große Chance von Max, der seit langem von einer Sängerkarriere träumt und die Rolle auch einstudiert hat. Eine kleine Übungssession mit dem Meistersänger hat ihm anscheinend das notwenige Selbstvertrauen gegeben, sein Auftritt als Otello gelingt, das Publikum ist begeistert und jubelt dem falschen Tito Morelli zu.

Wolfgang Böck und Gerhard Kasal - Wer ist der richtige und wer ist nun der falsche Otello? (Foto © Vogus)

Damenbesuche in seiner Hotelsuite (Maggie, die Tochter des Direktors, Diana, die Desdemona des Abends, aber auch Julia, die Vorsitzende der Cleveland Opera Gesellschaft) könnten den Betrug noch auffliegen lassen. Außerdem ist auch noch die Leiche des richtigen Tito Morelli verschwunden und dann ist noch dieser Irre, der als Otello verkleidet von der Polizei gejagt wird, da er unbedingt ins Opernhaus eindringen wollte …

Kasal, Böck, Schleyer, Futterknecht, Roll, Jung, Kramer, Braunshör (Foto © Vogus)

Das Ensemble ist wieder in Höchstform! Erich Schleyer, einst ein unvergesslicher Frank N Furter in der Rocky Horror Show, gibt den cholerischen Direktor der Cleveland Opera, dessen Nervenkostüm nicht nur vom Sängerstar, sondern auch von seiner Tochter immer wieder herausgefordert wird. So gilt seine Sorge nicht nur seiner Karriere, dem Opernhaus, sondern auch immer wieder seiner Tochter, die so richtig schön auf seiner Nase herumtanzt.

Gerhard Kasal und Erich Schleyer (Foto © Wolfgang Voglhuber)

Unterstützt in all seinen Bemühungen wird der durch Max, seinen Assistenten, der von Gerhard Kasal köstlich gespielt wird. Kasal steht dem Intendanten im italienischen Akzent als Morelli-Kopie in nichts nach. Allein die Lockerungsübungen der Beiden bei der kleinen „Übungsstunde" zwischen Startenor und Sangesnovizen sind eine Herausforderung für die Lachmuskeln. Überzeugend wie Gerhard Kasal den verkrampften, unsicheren, unterdrückten, unglücklich verliebten Max spielt und dann – zumindest teilweise – als Star und Otello auf die Bühne zurückkehrt.

Wolfgang Böck und Erich Schleyer (Foto © Vogus)

Herrlich auch seine „Verlobte" (die Herrschaften sind sich nicht ganz einig) und Tochter des Direktors Maggie, die wiederum Tito Merelli anhimmelt und gar nicht sieht, was sie eigentlich an ihrem Max hätte.

Wolfgang Böck und Anna Kramer (Foto © Wolfgang Voglhuber)

Den italienischen Star gibt – wie könnte es anders sein – der Intendant der Schloss-Spiele persönlich. Fast hätten wir ihn in seinem Bühnen-Outfit nicht erkannt. Perfekter italienischer Akzent und eine Gelenkigkeit in den Knochen (wie bereits vorher geschildert), die mir jedes Mal Bewunderung abringt, und die Lacher immer wieder auf seine Seite bringt. Ein perfekter Star mit all seinen Ecken, Kanten und seiner Überheblichkeit, der aber auf der andern Seite Verständnis für den armen und unterdrückten Max zeigt und ihm bei der Stimmentwicklung hilft (eine der vielen köstlichen Szenen) und auch seine Ehefrau liebt, aber bei den Damen (und beim Essen und Trinken) leider nicht immer nein sagen kann.

Wolfgang Böck und Gertrud Roll (Foto © Wolfgang Voglhuber)

Allein die Szene, in der er Max zeigt, wie man als Star über die Bühne stolziert, ist einen Besuch der Vorführung wert.

Hier liegt der Star noch am Bett - Böck, Kramer, Roll, Braunshör (Foto © Vogus)

Köstlich auch Marie-Therese Futterknecht als Gattin von Tito Merelli, auch ihr nimmt man die eifersüchtige Italienerin ohne Probleme ab, Sarah Jung als Diana versucht den Opernstar als Karrierebooster zu nutzen und Gertrud Roll ist eine überzeugende Vorsitzende der Cleveland Opera Gesellschaft. Ziemlich genauso kann es schon mal in der Organisation zugehen.

Der Star und seine Gattin - Wolfgang Böck und Marie-Therese Futterknecht (Foto © Vogus)

​Keineswegs vergessen möchte ich Alexander Braunshör als Pagen, der sich ebenfalls als Opernfreund outet.

Das Bühnenbild erstrahlt dann im Dunkeln in wunderschönen Farben...

Toll das Bühnenbild und die Lichtgestaltung von Erich Uiberlacker, manche mögen es vielleicht ein bisschen kitschig finden, aber für mich passt es einfach genau so. Im Prinzip findet das ganze Geschehen in der Hotelsuite des Stars statt, die ziemlich spartanisch eingerichtet sind, ein Bett, eine Bank, aber dann wird mit Spiegeln bei den Türen gearbeitet und mit viel Licht und genau das macht die Stimmung aus. Wenn dann noch die Bögen des Schlosses in blau ausgeleuchtet werden – einfach schön.

Assistent Max, der Herr Direktor und seine Tochter

Auch die Inszenierung von Michael Gampe und die Kostüme von Gerti Rindler-Schantl überzeugen. Alles in allem ein wunderbarer Abend, den wir sehr genossen haben und uns schon auf das nächste Jahr freuen.

Kulinarik

Auch die Kulinarik soll nicht vergessen werden: Gönnen Sie sich vor dem Theaterabend einen Besuch (Reservierung unbedingt notwendig!) im Restaurantzelt Horvath. Es empfängt Sie auch hier eine kompetente und sehr freundliche Truppe, die fantastisch aufkocht.

Das Restaurant Horvath lädt ins Zelt-Restaurant

Wir haben uns für das dreigängige Menü entschieden: schon der Gruß aus der Küche mit einem köstlichen Aufstrich, grünen und schwarzen Oliven, Butter und drei verschiedenen knackigen Brötchenvarianten erfreute.

Fast wäre ich nicht zum Fotografieren gekommen - die Hälfte der Vorspeise ist hier bereits verspeist ...

Als Vorspeise folgten Miniparadeiser mit Mozarella im Glas mit einer (Senf-Balsamico?) Sauce und frischen Sprossen.

Einfach köstlich: das Beiried und die Pfeffersauce (und die Eierschwammerl musste ich auch noch schnell probieren... hmmmm)

Dann die große Auswahl der Hauptgänge am Buffet: Gebratenes Schweinsfilet mit Eierschwammerlsauce, rosa gebratene Rinderbeiried, Zanderfilet vom Rost mit Kräuterbutter, gekochter Tafelspitz mit Apfelkren, rosa gebratene Entenbrust, gegrilltes Maishähnchenbrüstchen, Lasagne a la Italia, dazu verschiedene Gemüse (unter anderem knackig gekochte Fisolen) und Beilagen und Salat vom Buffet.

Immer wieder ein Genuss: Der Zander ...

Wir haben uns für den Zander, das Rinderbeiried und den Tafelspitz entschieden und waren voll begeistert, außerdem möchte ich auch noch den knackigen Salat und einen hervorragenden Gurkensalat nicht unerwähnt lassen.

Ein seitlicher Blick auf die Dessert-Köstlichkeiten, die der Nachwuchs ganz charmant präsentierte ...

Auch das Dessertbuffet hat uns nicht enttäuscht. Machen Sie keinesfalls den gleichen Fehler wie ich und bitten Sie um eine ganz kleine Portion vom Schokomousse – ich empfehle eher das Gegenteil. Mit frischen Früchten kombiniert – ein Traum, aber auch die Profiteroles und das Tiramisu waren ausgezeichnet. Zur Auswahl standen noch Topfen-Joghurtnockerln mit Fruchtsaucen, die Schokomousse gab es mit dunkler und weißer Schokolade, Panna cotta, frischer Obstsalat und die hausgemachten Crèmeschnitten über die wir bereits einmal begeistert berichtet haben

Im Garten des wunderschönen Schlosses

Fazit: Ein ganz toller Sommerabend, bei dem einfach alles passte. Und da ein leichter Wind auch noch die Hitze erträglich machte, müssen wir uns auch beim Wettergott bedanken. Einfach Sommertheater wie es sein soll

Otello darf nicht platzen
Schloss-Spiele Kobersdorf
Schloss Kobersdorf
7332 Kobersdorf, Prof. Martha-Bolldorf-Platz 1 (ehemalige Schlossgasse 1)
www.schlossspiele.com

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