Österreich - Enricos Reisenotizen - Seite 10

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken
Das kleine Österreich träumt - vor allem in Wien - noch manchmal von seiner glorreichen Vergangenheit. Diese, aber auch viele neue Strömungen in Kunst, Kultur und Alltagsleben kann man heute in den ganz unterschiedlichen Bundesländern beobachten...

Karlopolis – wenn ein Ort zur Großstadt wird

Es ist ein Gedankenexperiment, das Christina Gegenbauer und donhofer. vom 26.-29.5. 2016 in Karlstetten umsetzen. Was zeichnet eine Großstadt aus? Und wie würde es sich anfühlen, wenn das in Karlstetten passieren würde?

Beim Projekt des Viertelfestivals Niederösterreich 2016 scheint es, als hätte man an alles gedacht: Selbst ein Reiseführer wurde zur Besuch der „Großstadt" Karlopolis ausgegeben. Schließlich ist es ja auch wichtig alle Sehenswürdigkeiten zu sehen und ein bisschen mehr darüber zu erfahren…

Die GründerInnen der Großstadt in der Kleinstadt

Wie es aussieht, kamen die „Touristen" in Scharen …

Hier wurde noch der Speakers-Corner aufgebaut

Mit den Kunstinstallationen sollten aber nicht nur die Touristen, sondern auch die Einheimischen angesprochen werden, um mit Neugierde und Fantasie ihre Metropole zu erkunden. Wie könnte Urban Gardening aussehen? Wie würden Hochhäuser in Karlstetten aussehen? Ist mein/unser Haus auf der Luftaufnahme zu finden? Können sich Einwohner und Menschen der Umgebung wirklich einen Stau in Karlstetten vorstellen, wie er täglich auf der Südost-Tangente in Wien herrscht? Auch über die Frage der Anonymität der Großstadt versus der Verbundenheit im kleinen Ort kann nachgedacht werden.

Da kann es schon zu einem Stau kommen © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Gegenbauer & donhofer. bieten eine Vielzahl an Denkanstößen. Am markantesten ist für den Außenstehenden wahrscheinlich die 140 Meter lange Graffiti-Wall neben dem Alten Friedhof, die von den Schülern der Neuen Mittelschule Karlstetten gestaltet wurde.

Die Graffiti-Wall

Hier sind wirklich einige tolle Zeichnungen dabei und ich hoffe, dass sich alle schon jetzt den Kopf über die „Nachnutzung" zerbrochen haben – es wäre schade, wenn dieses tolle Stück verloren geht.

Die Graffiti-Wall

Doch was gab es noch alles:

Schon bei der Einfahrt fällt das Ortschild „Karlopolis" auf und ein kleines Verkehrsschild, dass vor dem Stau warnt, der in dieser Großstadt in der täglichen Rush Hour (wenn auch nur mit Spielzeugautos) auftritt.

Rush Hour in Karlopolis © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Ob bei Geschwindigkeitsübertretungen auch tatsächlich (wie im Reiseführer gewarnt wird) Strafmandate verhängt wurden, kann ich nicht sagen. Mich hat die Verkehrsüberwachung jedenfalls nicht erwischt.

Ideen für Urban Gardening

Auf jeden Fall ist es auch in Karlopolis besser die Öffis zu nutzen, schließlich wurde in Windeseile eine U-Bahn installiert und Parkplätze sind rar. Auch hier ist man ganz Großstadt: Vor Taschendieben wird gewarnt.

Der Speakers-Corner in Aktion © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Am Hauptplatz (Schlossplatz) gibt es die Touristinformation, bei der die Reiseführer ausgegeben werden, man sich den einen oder anderen Besichtigungstipp abholen oder sich einer Stadtführung anschließen kann.

Am Hauptplatz

Und schon geht's auf zum Rundgang:

Kommen Sie mit in die Green City, halten Sie ihre Rede am Speakers Corner, nehmen Sie an einer Demo teil, freuen Sie sich auf Straßenkonzerte oder werden Sie einmal zum Sprayer und füllen Sie die weißen Flecken der Graffiti-Wall. In Karlopolis ist das alles erlaubt.

Es wird gearbeitet - an der Graffiti-Wall © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Spenden Sie Sebi, dem bettelnden Stadtoriginal doch ein paar Cent und werfen Sie einen Blick ins städtische Freudenhaus, selbst Drogen werden in den dunklen Ecken von Karlopolis angeboten – also Vorsicht.

Karlopolis - Bettlerinstallation © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

So eine Stadtbesichtigung macht natürlich hungrig und durstig. Am besten man kehrt dann beim Gasthaus Sveti ein, dessen Speisekarte diesmal ganz auf die Geschmäcker der Städter abgestimmt ist: von Maki über Frühlingrollen bis zu Chilli con Carne, Geröstete Mopane Raupen und Baklava ist alles und mehr im Angebot, ganz wie es beliebt.

Beim Sveti gibt es städtische Spezialitäten

Filmvorführungen, Lesungen, Partys und Konzerte runden das Angebot des Projektes bis Sonntag ab, danach wird Karlopolis wieder zur Ortschaft Karlstetten. .

Stadtspaziergang © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Wobei es mich nicht wundern würde, wenn die Gemeinde auch nächstes Jahr wieder gerne für ein Wochenende zur Großstadt werden würde. Ich bin mir sicher, dass Gegenbauer & donhofer. noch genügend kreative Ideen für die Umsetzung hätten.

Das Stadtmodell beim urbanen Spielplatz © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Wer den Ausflug am Wochenende nach Karlopolis verpasst hat und noch ein paar Eindrücke sehen möchte, hat auf der Website www.ilovekarlopolis.com die Möglichkeit. Hier finden Sie auch weitere Informationen über die Künstler und über das Projekt.

Auch Straßenmusik gab es in Karlopolis © Gegenbauer & donhofer. (Foto Ina Aydogan)

Ein gelungenes Projekt des Viertelfestivals Niederösterreich von Gegenbauer & donhofer., von beiden würde ich gerne noch mehr sehen...

I love Karlopolis - © Christina Gegenbauer/Krasa
Share on Pinterest
  6630 Aufrufe

Stonehenge im Mamuz Mistelbach

Stonehenge – schon immer war es ein Ort der Mythen und Legenden, aber auch der ständigen Forschung. Im Mamuz Mistelbach werden interessante Erkenntnisse erstmals außerhalb von England gezeigt.

Ein Blick in die andere Welt

Bis 27.11.2016 ist die Ausstellung noch zu sehen, die nicht nur die Kultanlage Stonehenge, sondern auch die umgebende Landschaft zeigt – und damit auch die neuesten Forschungsergebnisse zu dem noch viel größeren und älteren Steinkreis bei Durrington Walls.

Stonehenge.Verborgene Landschaften - die Ausstellung im Mamuz Mistelbach

Schon der Eintritt in die Ausstellung ist wie ein Ausflug in eine andere Welt. Gedämpftes Licht, Röhren die an Holzpflöcke erinnern, der Besucher ist gleich gefangen.

Ein Wunder? Der Stein wird pink...

Neben den Originalfunden, die die Britischen Inseln noch nie verlassen haben, beeindrucken die gigantischen Steinmodelle in Originalgröße zum Anfassen und die vielen Bildschirme, auf denen allerlei Wissenswertes gezeigt wird.

Felsenmalerei im Mamuz?

Während im Erdgeschoss ein Film über die neuen Forschungsmöglichkeiten und deren Ergebnisse gezeigt wird, glaubt man im ersten Stock direkt in Stonehenge zu sein. Mitten im Raum kann man bequem auf einer runden Sitzgelegenheit Platz nehmen und wird in die Umgebung von Stonehenge verführt.

Im Mamuz sind die Besucher mitten in Stonehenge

Die Steinmodelle tun das Übrige, um sich sowohl in die Zeit als auch die Gegend versetzen zu können. Zugleich mit den Informationen über Stonehenge wird der Besucher der Ausstellung aber auch nach Österreich entführt: so gab es im Weinviertel schon lange vor Stonehenge noch größere Monumentalbauten – die Kreisgrabenanlagen.

Die Steinmodelle

Darauf nimmt die Ausstellung ebenso Bezug wie sie Originalexponate der sogenannten Glockenbecherkultur zeigt, die für den Übergang von der Steinzeit zur Bronzezeit in Niederösterreich steht. Interessant ist auch zu erfahren, dass es ein Österreicher (oder Schweizer) bereits zu dieser Zeit bis nach Britannien schaffte: Der Amesbury Archer ist die auffallendste und reichste Bestattung eines Bogenschützen der Glockenbecher-Periode in Britannien.

Bestattung eines jungen Mannes

Er wurde 2002, nur 5 km von Stonehenge entfernt, entdeckt und man nimmt an, dass er 2350 v.Chr. gestorben ist. Die Knochenanalyse ergab, dass der 35-45 Jahre alte Mann, der eine schwere Behinderung am linken Bein aufwies, in der Schweiz oder Österreich geboren wurde.

Das Kunsthandwerk war bewundernswert

Interessant zu sehen sind auch die neuesten Erkenntnisse des Stonehedge Hidden Landscape Projects, die vom Forscherteam des Ludwig Boltzmann Instituts für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) und der Universität Brimingham ans Licht gebracht wurden.

Es gibt viel Interessantes zu Hören ...

Der Wissenschaftler des Jahres 2015, Wolfgang Neubauer, kuratierte die Ausstellung und Julian Richards, einer der renommiertesten Forscher rund um Stonehenge, stand dem Ausstellungsteam zur Seite. „Mit geomagnetischer Prospektion und Bodenradarmessungen wurde auf über 14km2 der Untergrund rund um den Steinkreis untersucht. Dabei wurden neue Entdeckungen gemacht, die wieder ein Stück zum Verständnis der Kultlandschaft um Stonehenge beitragen. Diese sensationellen Ergebnisse werden erstmals im Mamuz …. der Öffentlichkeit präsentiert," so Wolfgang Neubauer.

und zu sehen ...

Beeindruckend auch die Animation, die die Größe des gesamten Gebietes und die unterschiedlichen Kultstätten in der Landschaft zeigt. Egal, ob mit oder ohne einer Führung, diese Ausstellung ist einen Besuch wert. Bringen Sie aber genügend Zeit mit – ohne Beschäftigung mit den Filmen und den Informationen der Bildschirme ist es nur halb so interessant …

Blick in die Ausstellung

 Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

20.3.-27.11.2016 Stonehenge. Verborgene Landschaft
Mamuz Museum Mistelbach
2130 Mistelbach, Waldstraße 44-46
www.mamuz.at

Markiert in:
Share on Pinterest
  4055 Aufrufe

Keltenfest im Schloss Asparn

Jedes Jahr kommen die Kelten, eines der faszinierendsten Völker unserer Geschichte, zu Besuch ins Mamuz im Schloss Asparn. Letztes Wochenende war es wieder so weit.

Die Kelten im Mamuz Schloss Asparn an der Zaya

Leider war es – zumindest am Sonntag – arschkalt.

Es war ziemlich kalt an diesem Tag, Mütze und dicker Mantel war leider Pflicht.

Die Kelten faszinieren: sei es durch ihren Schmuck, ihre Fähigkeit zu kämpfen, ihre handwerklichen Künste.

Keltischer Schmuck

Beim Keltenfest im Mamuz kann man daher jedes Jahr nicht nur ihre Musik und ihre Geschichten kennenlernen, sondern auch viel über ihre jeweiligen Künste erfahren.

Man kann einiges über die Kelten hier lernen ...

Die Aussteller sind immer wieder gerne bereit zu erzählen, vorzuführen und auch die Besucher richtig „mitmachen" zu lassen. Bei unserem Besuch am Sonntag spielte aber leider vor allem das frostige Wetter die Hauptrolle.

Hier kann man alles fragen, was man schon immer über die Kelten wissen möchte ...

Eigentlich waren wir ja schon froh, dass es bei unserem Besuch im Mamuz nicht regnete, und dennoch: der Wind blies eisig nicht nur uns um die Ohren, sondern auch den „Kelten" im Mamuz, die sich redlich bemühten Stimmung aufkommen zu lassen.

Es wurde gehämmert und geschnitzt ...

Dank der Temperaturen war es allerdings nicht verwunderlich, dass sich die Menge am liebsten zum Brot backen einfand: Erstens schmeckten die Kostproben ausgezeichnet und zweitens freute es, sich bei den Öfen wieder so richtig aufwärmen zu können.

Feuer wärmte nicht nur die "Kelten", sondern auch die Besucher...

Wir wanderten daher doch eher schnell von Stand zu Stand, lauschten der Musik von Burning Mind, sahen kurz beim Töpfern und beim Spinnen zu, blieben beim Brotbacken (und Aufwärmen) gleich viel länger hängen, bestaunten den Schmuck der Kelten und folgten den Erklärungen und der Vorführung des Feuermachens.

Auch die Bearbeitung eines Specksteins faszinierte uns.

Die Specksteine verfärben sich ...

Große Begeisterung gab es bei Alt und Jung auch beim Bogenschießen, wie wir gesehen haben.

Das Bogenschießen fasziniert immer wieder Groß und Klein...

Die Vorführungen des Schmieds waren dieses Mal auch ziemlich umlagert, braucht er doch auch Feuer (und damit Wärme) für sein Handwerk.

Was hier wohl brodelte???

Vielleicht hätten wir uns einen keltischen Umhang kaufen sollen, um die Kälte besser zu ertragen, vielleicht hätte es auch genützt, wenn wir uns durch die Beerenweine gekostet hätten

Beerenweine - eine Spezialität

Ein Tag, um gemütlich sitzen zu bleiben, die Musik zu genießen und vielleicht auch noch in Ruhe etwas zu essen, war es jedenfalls nicht.

So ein Mäntelchen hätte man brauchen können ...

Daher muss ich gestehen, dass wir nach unserem Rundgang – und dem Kauf der gebrannten Nüsse (einfach köstlich!) – bald wieder abgereist sind.

Super! Die gebrannten Nüsse...

Aber – dafür hatten wir noch genügend Zeit die Ausstellung Stonehenge. Verborgene Landschaften im Museum Mistelbach zu besuchen (Das Eintrittsband galt auch dort!) und so kamen wir auch noch in den Genuss dieser wunderschönen Ausstellung. 

Mehr über die Stonehenge Ausstellung im Mamuz Mistelbach finden Sie hier.

Share on Pinterest
  4730 Aufrufe

Ein Tag im Mittelalter auf Aggstein

Gestern war es wieder soweit: Bereits zum 10.Mal kehrte das Mittelalter auf die Burgruine Aggstein zurück – bei wunderschönem Wetter und ganz vielen tollen Attraktionen.

Burgruine Aggstein

Der Tag begann für mich ja nicht besonders freundlich: Eigentlich hatte ich noch ein wenig shoppen geplant, doch hier machte mein Auto einen Strich durch diese Rechnung. Nachdem schon beim Öffnen der Tür kein Licht für mich leuchtete, hatte ich schon so meine Ahnung. Und die wurde kurz darauf bestätigt. Kein einziger Mucks, kein Räusperer, kein Garnichts beim Startversuch. Niente. Also gleich wieder hoch in die Wohnung und den ÖAMTC angerufen. Der gelbe Engel kam – wie angekündigt – eine Stunde später vorbei und bestätigte meine Ahnung: Leere Batterie, nichts geht mehr. Doch der Spezialist hatte die Lösung mit dabei. Die neue Batterie wurde fix eingebaut und schon säuselte mein kleiner Colt besser als je zuvor.

Blick von Aggstein auf die Donau

Den Shoppingtag konnte ich allerdings abbrechen, sonst würde ich zu spät nach Aggstein kommen, aber egal: mit den 136 Euro für die neue Autobatterie war mein Einkaufsbudget für diesen Tag sowieso schon mehr als erschöpft.

Blick auf den Marktplatz vor der Burg

Das Wetter war wunderschön, die Sonne strahlte nur so vom Himmel, los gings zuerst über die Autobahn und dann durch die schmalen Gässchen der Wachauorte zur Burgruine.

Gleich nach dem Eingang die ersten schönen Dinge

​Anscheinend hatten diese Idee auch noch viele andere Menschen. Ich habe den Parkplatz unter der Ruine selten so voll gesehen und vor den Shuttlebussen (3!) stand eine richtig lange Schlange. Viele Kinder mit dabei, alle schon darauf gespannt, was sie erwarten würde und viele bereits in mittelalterlicher Kleidung.

Viele Ritter waren unterwegs ...

Burgfräuleins, Ritter und Knappen warteten in guter Laune auf den Bus, der uns hochbringen sollte. Nachdem wir auch noch den Stau vor der Kassa überwunden hatten (schließlich hatten 3 Busse ihre Passagiere gleichzeitig ausgespuckt), konnten wir in die mittelalterliche Atmosphäre eintauchen.

Ein Ritter ohne Furcht und Tadel auf seinem Turnierpferd

Zum 20. Jubiläum wurde heuer beim Mittelalterfest in Aggstein auch wirklich viel für Jung und Alt geboten.

Auch Holzspielzeug kann sehr interessant sein

Viele Händler boten ganz spezielle Waren an: vom Silber- über Holzschmuck, Seifen, Holzspielzeug, Schwerter, mittelalterlichen Kopfschmuck und Kleidung, Felle, Kunsthandwerk, Allerlei aus Olivenholz, vom Schneidbrettl bis zum Kochlöffel, Ocarinas, Bogen und Pfeile, Schwerter, Pflanzenschmuck und Kraftamulette, Räucherzeug, Trommel, Helme, Schilde und noch einiges mehr.

Schon einmal den Tönen einer Ocarina gelauscht?

Natürlich wurde auch jede Menge Kulinarisches angeboten, von italienischen Spezialitäten wie Oliven bis zu Räucherfischen, von Met bis zu verschiedenen Honigspezialitäten und Marmeladen, vom Schnaps bis zum Likör, Wildschwein und Bratwürste, Falafel und Käse, Türkischer Honig, karamellisierte Walnüsse und das war sicher noch nicht alles.

Viel Köstliches wurde angeboten ...

Jede Menge Spaß gab es auch für die kleinen Besucher, die bei all den Attraktionen begeistert mitmachten: sie zogen auf Ponys durch die Burg oder versuchten sich am „Pferd" beim Stechen, übten fleißig Bogenschießen und bewunderten die zwei kleinen Schweinchen, die aber auf Grund des großen Andrangs dann doch ein bisschen ängstlich waren und sich in eine Ecke zurück zogen. 

Die kleinen Schweinchen haben sich ein bisschen versteckt...

Es wurden Seile gedreht und Reifen geworfen, der Schmied bewundert und die Ritter bestaunt, und auch beim Ringelspiel zeigte sich, dass auch Manneskraft ausreicht um ein solches zu betreiben und moderner Schnickschnack nicht unbedingt notwendig ist um die Kleinen zum Strahlen zu bringen.

Hier wurde geschmiedet, was das Zeug hielt

Wer wollte, konnte Helme anprobieren, Schwerter einmal schwingen oder einfach eine Runde schlafen. Musikanten spielten auf und so manches Ah und Oh, oder Uii war bei den Ritterkämpfen zu hören.

Hier konnte man nicht nur die Helme und die Waffen probieren, sondern auch viel über die Zeit des Mittelalters erfahren

Ich spazierte durch das Gelände vor der Burg und dann auch durch die Ruine und wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Natürlich habe ich – wie viele andere auch – noch einen Rundgang auf der Burg gemacht und auch noch das Rosengärtlein besucht. Der Ausblick war wie immer fantastisch.

Auch ein Scharfrichter war auf der Burg

Ich staune auch immer noch über die vielen Besucher, die in Mittelalterkleidung gekommen waren: „echte" Ritter in Rüstung, wunderschöne Burgfräuleins, zum Teil bis zum Haarschmuck und der Frisur wie man sich ein Original vorstellt. Diesmal war sogar ein Scharfrichter vertreten…

Ein Teil der großen Schmuckauswahl ...

Natürlich bin ich nicht umhin gekommen, mir die eine oder andere Kleinigkeit zu kaufen und mitzunehmen. Allein wenn ich an all die Ringe und Ketten denke, da wäre noch einiges für mich dabei gewesen.

... und nochmal Schmuck ...

Doch diesmal bin ich bei den wunderbar duftenden Seifen für mich hängen geblieben und habe auch schon ein kleines Geburtstagsgeschenk für meine bessere Hälfte gefunden.

Und obwohl ich eigentlich einen „Rückfahrschein" mit dem Bus-Shuttle in der Tasche hatte, entschloss ich mich zu Fuß zurück zum Parkplatz zu wandern. Es ist wunderschön durch den Wald zu wandern, zu schauen, was bereits alles blüht, die eindrucksvollen Felsen am Rande des Weges zu bewundern und auf das Flüstern des Baches zu lauschen, der den Weg die meiste Zeit begleitet.

Das Bächlein neben der Straße zur Burg

 Fazit: Ein wunderschöner Ausflug, der viel Spaß gemacht hat und ich freue mich schon auf das nächste Jahr und damit wir alle nicht so lange warten müssen wieder hinzufahren, gibt es ja auch noch weitere Veranstaltungen (wie zum Mutter- und Vatertag) und auch noch den beliebten Markttag auf der Burgruine, wobei sich ein Ausflug aber auch ohne Veranstaltung lohnt. 


Es blüht schon...

Mehr über die Burgruine Aggstein erfahren Sie auf askEnrico.

Share on Pinterest
  4003 Aufrufe

​Die Steirer am Rathausplatz

Seit gestern ist der Rathausplatz in Wien wieder fest in grüner Hand. Wenn die Steiermark ruft, kommen die Wiener in Scharen.

Die Steirer am Wiener Rathausplatz

Sogar um 9:30 am Rathausplatz war heute bereits einiges los. Die meisten Stände hatten bereits geöffnet, es duftete schon nach Bratwurst und Leberkäse und auch das Kürbiskernöl stand bereits brav in Reih und Glied.

Hier gibt es die verschiedenen Knödelvariationen ...

Das Steiermarkdorf ist für viele Wiener ein Vorbote zum Urlaub. Hier kann man sich nicht nur die neuesten Anregungen für die nächsten Ferien holen, egal ob nun Wandern, Radfahren, Wellness oder was auch immer am Programm stehen soll, es hat auch den Anschein, als ob sich die Besucher auch sehr über die steirischen Schmankerln freuen, die am Rathausplatz natürlich auch in großer Zahl angeboten werden

Das schwarze Gold der Steiermark und noch viele andere Spezialitäten

So grüßt das Apfelland nicht nur mit den verschiedenen Apfelsorten, sondern bringt natürlich auch gleich eine Menge Produkte mit, die mit dem Apfel im Zusammenhang stehen. Natürlich ist – zur Freude vieler – auch das Schilcherland vertreten und obwohl es noch recht früh am vormittag war, sah man bereits viele Gläser mit hellroter Flüssigkeit gefüllt, die mehr an den guten Schilcher als an einem Himbeersaft erinnerte.

Es gibt viel zu verkosten ...

Keine Angst, wenn Sie Schilcher nicht mögen – er hat ja doch einen sehr charakteristischen Geschmack – es sind auch genügend andere Weinsorten vertreten und ich bin mir sicher, dass Weinliebhaber die nächsten Tage brauchen werden, um sich halbwegs unbeschadet durch alle Sorten und Stände zu kosten.

Hochprozentiges, Wein, Tee und auch einiges anderes ..

Auch die Bierfreunde brauchen aber keine Angst zu haben, dass sie durstig bleiben – dafür sorgt alleine schon das Gösser Bier.

Noch sind die Bänke leer, aber das änderte sich schnell ...

Selbstverständlich durfte auch das schwarze Gold der Steiermark nicht fehlen. Es sind mehrere Kürbisölproduzenten vertreten, darunter auch die Berghofer Mühle, die wir bereits auf askEnrico vorgestellt haben. Aber aus Kürbis kann man auch eine Menge mehr machen: und so gibt es Knabberkerne der verschiedensten Geschmacksrichtungen ebenso wie Kübisweckerl, Kürbis-Bratwurst, Kürbisleberkäse und auch Kürbisseife und ich bin mir sicher, dass diese Aufstellung bei weitem nicht vollzählig ist.

Verpassen Sie nicht, die verschiedenen Öle zu kosten ...

Mit Gölles, Zotter, Vulcano und der Berghofer Mühle sind auch wieder meine Favoriten am Rathausplatz vertreten. Man muss nur einen kleinen Schlenker in den Park machen und schon ist die Speiskuchl wieder mit Essigspezialitäten, handgeschöpften Schokoladen, hervorragendem Schinken und Kürbisprodukten und mehr gefüllt.

Für das 20 Jahre Fest auf dem Rathausplatz gibt es jetzt den Gruß aus der Steiermark von Zotter auch in XXL

Glück für mich: hatte ich doch gestern die wunderbare Zotter Schoko mit Apfel und Balsamico komplett verputzt. Diese Sorte hatten sie heute zwar nicht dabei, aber ich habe doch glatt zwei andere gefunden - und das obwohl ich mir geschworen hatte, nichts zu kaufen. Aber ich schwöre, die XXL-Tafel habe ich nicht mitgenommen …

und die Musi spielt dazu ...

Blaskapellen, Chöre und viele andere Musikanten sorgen für die richtige Stimmung im Park. Auch hier schaffte man es ohne Probleme, schon in den frühen Vormittagsstunden kräftig zu schunkeln.

Auch Hochwürden macht Werbung für sein Stift ...

Wer sich also den Weg in die Steiermark dieses Wochenende ersparen will, aber dennoch in den Genuss der steirischen Spezialitäten kommen möchte, hat noch bis Sonntag am Rathausplatz Gelegenheit. 

Schauen Sie doch vorbei in der grünen Mark … 

Das genaue Programm finden Sie hier: http://www.steiermarkdorf.at/de

Share on Pinterest
  6592 Aufrufe

Blumen einst und jetzt

Ein ganz besonderes Buch wurde am 6.4.2016 in einem ganz besonderen Rahmen präsentiert. Es lohnte sich vorbei zu schauen und es lohnt sich, gerade in dieses Buch hineinzuschauen und natürlich es käuflich zu erwerben. Über den besonderen Präsentationsort - Stift Heilgenkreuz - gibt es bald auf ask-enrico.com mehr zu erfahren.

Blumen einst und jetzt von Ing. Dkfm. Gerhard Wasshuber und seine "Vorlage"

Stift Heiligenkreuz

Schon der Veranstaltungsort ließ Besonderes erwarten: Der Kaisersaal des Stifts Heiligenkreuz. Auch der Titel klang irgendwie interessant: Blumen einst und jetzt. Genaueres konnte ich mir aber zuerst nicht vorstellen, doch diese Buchpräsentation möchte ich nicht missen. Doch der Reihe nach.

Wunderschön: Der Innenhof von Stift Heiligenkreuz

Über das Buch

Mit dem prachtvollen Bildband „Blumen einst und jetzt. Klosterbibliothek Heiligenkreuz – Biosphärenpark Wienerwald" werden – um es salopp zu formulieren – gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
1. Ein barocker Kunstschatz aus der Bibliothek des Stiftes kommt (wieder) zu Ehren
2. Es entstand ein wunderschöner Bildband

Die Präsentation im wunderschönen Kaisersaal - die ersten Gäste treffen ein.

Der barocke Kunstschatz

In der Klosterbibliothek von Stift Heiligenkreuz findet sich ein ganz besonderer Schatz, in dem das ganze botanische Wissen der Barockzeit vereint ist: Ein vierbändiges Kompendium des 1683 in Regensburg geborenen Apotheker Johannes Wilhelm Weinmann mit 1025 Kupferstichabbildungen.

Ein ganz besonderer Schatz

Weinmann begann seine berufliche Laufbahn 1710 in Regensburg als Apothekergehilfe, besaß schon zwei Jahre später die Apotheke „Zum Schwarzen Mohren" und zeigte auch bei späteren Geschäften seine unternehmerische Begabung. Weinmann besaß einen Garten, indem er die verschiedenen Blumen und Kräuter kultivierte und manche davon auch in seinem vierbändigen Kompendium in Wort und Bild darstellte, aber er pflegte auch intensive Kontakte zu anderen Botanikern und publizierte einschlägige, wissenschaftliche Arbeiten - unter anderem über exotische Gewächse wie die Aloe, den Kaffeestrauch oder den Tulpenbaum.

MMag. Gerald Klonner (Pustet Verlag), links, und P. Prof. Dr. Karl Waller

Die Abbildungen der Pflanzen in der „Phytanthoza Iconographia" wurden durch ihre hohe künstlerische Qualität sogar zu Vorlagen der Porzellanmanufaktur Meißen bei der Bemalung eines erlesenen Tafelgeschirrs im 18. Jahrhundert. Allein das Stift Heiligenkreuz beherbergt alle vier Bände dieses, fast schon in Vergessenheit geratenen einzigartigen Buches, für das eine zehnjährige unermüdliche Arbeit notwendig war.

Wunderschöne Abbildungen

Der neue Bildband

Ing. Dkfm. Gerhard Wasshuber wählte nun aus dem bibliophilen Kulturschatz jene Pflanzen aus, die einst, aber auch jetzt noch im Wienerwald zu finden sind und stellte sie mit modernen Mitteln gegenüber. So werden Originalaufnahmen und kurze botanische Erläuterungen den entsprechenden Kupferstichabbildungen und Auszügen aus dem barockzeitlichen Texten gegenübergestellt und damit die Brücke vom Kulturschatz aus der Klosterbibliothek Heiligenkreuz zu den aktuellen Pflanzen und Blumen des Biosphärenparks Wienerwald geschlagen.

Die "Gegenüberstellung" - ein Brückenschlag über die Jahrhunderte

Ziel des Buches, damals wie heute, war und ist die Natur in lebendigen Farben einzufangen: Im neuen Band stehen daher die Farbaufnahmen vor einem schwarzen Hintergrund der die Pflanzenpracht so richtig zum Leuchten bringt. Was und wer aller in der Gegenwart zum Gelingen des neuen Werkes beitrug, erklärte der Autor anhand eines Rezepts:


P. Prof. Dr. Karl Wallner führte unterhaltsam durch die Präsentation, plauderte mit dem Geschäftsführer des Biosphärenparks Dr. Herbert Greisberger, dem Geschäftsführer des Anton Pustet Verlag MMag. Gerald Klonner, Autor Ing. Dkfm. Gerhard Wasshuber und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, der die Brückenfunktion der Klöster und die Bedeutung des Biosphärenpark in seinem Statement betonte.

v.l.n.r. Buchbindermeister P. Matthias, Landeshauptmann Pröll, Autor Gerhard Wasshuber, P. Karl

Musikalisch wurde die Veranstaltung von P. Prior Simeon Wester OCist mit Klängen aus dem Barock unterstützt. 

Zu guter Letzt konnte man sich auch noch vom Verkaufstalent von P. Karl überzeugen und ich hoffe, dass alle diese wunderschönen Bildbände ihre neuen Besitzer fanden. 

Gerhard Wasshuber: Blumen einst und jetzt
Klosterbibliothek Heiligenkreuz – Biosphärenpark Wienerwald
208 Seiten mit 180 Bildern
ISBN 978-3-7025-0778-7 

Bestellungen unter http://www.klosterladen-heiligenkreuz.at/blumen-einst-und-jetzt.html

Markiert in:
Share on Pinterest
  3595 Aufrufe

Ein Ausflug in die Steiermark

Vor Jahren war ich zu einer Pressefahrt nach Loipersdorf und zum anschließenden Besuch bei ein paar steirischen Kulinarikspezialisten eingeladen. Seitdem zieht es mich immer wieder ins grüne Herz von Österreich.

Der Blick ins Land vom Hof der Schinkenmanufaktur..

Letzten Donnerstag war es wieder soweit. Einen Tag einmal nichts tun, das schöne Wetter genießen und endlich die Weihnachts-Gutscheine einlösen. Meine bessere Hälfte war stolzer Besitzer eines Gutscheins für eine Führung beim Schinkenspezialisten Vulcano. Ich war stolze Begleiterin und freute mich die Tour einmal abseits einer Presseführung mitmachen zu können. Denn dies kann ja manchmal zu unterschiedlichen Eindrücken führen.

So fing und fängt die Geschichte der Vulcano Schinkenmanufaktur an

Und da wir schon einmal da waren, wollten wir auch gleich unseren Bestand an Essigspezialitäten beim Gölles aufstocken.

Feine Edelbrände und wunderbarer Essig

Los ging es. Es ist ja gar nicht soweit, wie man oft denkt und als Tagesausflug auch leicht zu machen (kommt nur darauf an, wie viele Führungen man mitmachen möchte). Es sind um die 170 km, also ungefähr zwei Stunden Fahrt (für uns Frauen, die Entfernungen ja lieber in Stunden und nicht Kilometer angeben) mit dem Auto. Es ist vielleicht ein bisschen tricky um auf den Berg, auf dem die Schinkenmanufaktur liegt, hinaufzufinden und unser Navy (Handy mit App Sygic, die ich eigentlich sehr empfehlen kann) hat uns auf schmalen Weg meiner Meinung nach nicht auf den kürzesten, aber auch einen sehr schönen Weg ins Schinkenparadies geführt.

In der Vulcano Schinkenmanufaktur

Darf ich vorstellen: Herr Haberl - er hatte die Idee zum Schinken ...

Gleich zu Beginn: hier ist alles beim Alten und das ist gut so. Die Videopräsentationen (vor allem der köstliche Zeichentrickfilm über die Entstehung von Vulcano) wurden ein bisschen überarbeitet, wenn ich mich recht erinnere, sind aber nach wie vor 1A.

Die verschiedenen Schweinerassen

Dann geht es auch gleich runter in den Hof, wo man von den unterschiedlichen Schweinerassen und den Fütterungsmethoden hört und irgendwie ist es schon beruhigend, dass es den Vulcano-Schweinen doch gut zu gehen scheint, und sie länger und auch schweinegerechter leben dürfen. Und dann geht es zu den Schweinen.

Noch sind sie bei der Begrüßung der Besucher noch schüchtern ...

Zu meiner großen Freude war auch Max noch da. Er war der „Star" der Journalistenführung: Kam auf Zuruf des Herrl, setzte sich wie ein Hund hin und schmatzte dann die Eier, die Herr Haberl, der Besitzer bei der Führung für ihn mitgebracht hatte. Unsere Führerin hatte keine Leckereien für ihn mit, wahrscheinlich war das der Grund, warum er zwar kurz das Haupt hob, aber ansonsten seine schweinische Ruhe nicht unterbrach und zufrieden im Heu weiter büselte ….

Rechts vorne liegt Max, der Star im Schweinestall, dahinter der eigentlich "Herr" Im Haus und auf der linken Seite Vulcana, die aber ihren Aufgaben als Testimonial nicht immer zufriedenstellend nachkam ..

Der Rest der Schweine, gerade mal 3 bis 4 Monate alt, gab sich noch ein bissl verschreckt, da sie erst neu „eingestellt", also in ihr „Quartier" übersiedelt waren und daher die Besucher noch nicht so gewohnt. Doch das Fressen und Sonnenbaden machte ihnen wie man sah schon ziemlichen Spaß. Und einige Neugierige wagten sich schon in der Nähe der Stufen, die ins weiche Heu hinunterführen. Wahrscheinlich probieren sie aber die ersten Schritte lieber ohne Besucher.

Noch wird Abstand gehalten ..

Weiter geht's zum Speisekastl und auch das ist eine Besonderheit, die man nicht so schnell findet: hier sind viele regionale Spezialitäten ausgestellt. Die jeweiligen Erzeuger kooperieren miteinander, im Prinzip schickt einer die Besucher zum nächsten weiter. So findet man im Speiskastel (und dann auch – noch wichtiger – im Shop) von Vulcano auch die Weine von Georgiberg, Essig und Schnäpse vom Gölles, Schokolade vom Zotter, Bier und Briskey (also eigentlich Whiskey) vom Lava Bräu, Kernöl von der Berghofer Mühle und noch einiges mehr …

Das Speiskastl präsentiert die Spezialitäten der Region

Ein kurzer, wunderschön gemachter Film erklärt anschließend wie der Schinken produziert werden und unser Guide erklärt dann noch welche Stücke vom Schwein zu welchen Schinken oder Speck verarbeitet werden.

Und schon sind wir beim Höhepunkt: Der Verkostung. Ein Teller mit den verschiedenen Schinkensorten und neu! der Salami steht schon mit Brot zur Verkostung bereit. Ich gönne mir – als Fahrer - einen Hollersaft gespritzt, mein Mann entscheidet sich für ein Glas Sauvignon blanc vom Georgiberg (was später auch gleich die Mitnahme von zwei Flaschen zur Folge hat).

Eine reiche Auswahl - da fällt die Wahl richtig schwer ...

Es ist köstlich und ich ahne schon: Das wird wieder einmal teuer – und siehe da: genauso war es. Wir stehen im Shop und gustieren, was wir nicht alles mitnehmen sollen – und man kann sich wirklich kaum entscheiden.

Gölles Edelbrände und Essigmanufaktur

Dennoch treten wir mit zwei großen vollen Taschen sehr glücklich die Weiterreise zum Gölles an. Auch hier führt uns das Navy wieder durch kleine Wege (und zu guter Letzt) auf einer Privatstraße zur Edelbrand- und Essigmanufaktur. Beim Gölles hat sich einiges getan und man sieht es gleich wenn man ankommt.

Ein neues Haus wartet auf die Besucher und Kunden

Ein großer, neuer Bau ragt nun in die Landschaft. Der Parkplatz ist relativ neu (dieser war schon bei unserem letzten Besuch gebaut, allerdings war damals der Eingang noch ein Stück weiter oben).

Das Kupfer der "Schnapskessel" gibt den Ton an ...

Über die Treppe geht's zum Eingang und allein schon das Tor zeigt, jetzt kommt Edles. Die Schiebetür geht auf und ein „Wow" macht sich breit. Kupfer, Holz und Glas sind die Materialien, die hier bei der Innenausstattung sofort ins Auge stechen.

Der Treppenaufgang zur Information und zum Shop

Im Erdgeschoss ist ein kleines, feines Museum eingerichtet, und eine Glaswand gibt auch den Blick auf die vielen Glasgefäße im Nebenraum frei. Leider konnte ich nicht erkennen, ob sie schon gefüllt sind, oder noch auf ihre Befüllung mit den edlen Tropfen des Schnapses, der hier erzeugt wird, warten.

Museum ist vielleicht zuviel gesagt ....

Über die Treppe geht es dann hoch in den Shop, der eigentlich gar nicht wie einer aussieht. In der Mitte eine Theke, die als Information und als Kasse fungiert, daneben einige Tische und dann – wie zufällig verstreut ein paar Regale in denen die wunderbaren Essige und Schnäpse, solo oder in Geschenkpaketen verpackt, auf ihre Käufer warten. Neu – und ebenfalls ein hervorragender Gedanke ist eine Verkostungsstrecke, an der man die verschiedenen Essige verkosten kann. Auch die wunderbaren Gelees, die es beim Gölles gibt, können hier probiert werden.

Ein kleiner, aber feiner Shop und es ist alles da und noch viel mehr ..

Wir sind schon wieder überwältigt, können uns wieder kaum entscheiden – und es wird natürlich – wieder teuer. Dennoch gehen wir auch hier mit unserem Karton glücklich zum Auto und treten die Heimreise an. Vielleicht mache ich hier das nächste Mal auch wieder eine Führung mit. Ich bin mir sicher, auch da hat sich auch wieder etwas geändert.

Diesmal haben wir nur Essig und Schokolade (Zotter) mitgenommen, aber vielleicht wird es ja nächstes Mal auch wieder ein Edelbrand ...

Abschließend noch ein Wort zu teuer: 

Natürlich können die Produkte der Steirer nicht mit den SuperSonderAngeboten der Diskonter ums Eck mithalten. Müssen und sollen Sie auch nicht. Wer bedenkt, wie diese Sonderangebote zustande kommen und dann sieht wie hier in der Steiermark gearbeitet wird, kann nachvollziehen, dass das eben mehr kosten muss.
Doch: Ich kann mich mit der Philosophie unserer Steirischen Spezialitätenproduzenten eigentlich recht gut identifizieren. Das ist vielleicht ein bisschen mehr „Zurück zum Ursprung". Es sollte uns mehr wert sein, wenn unsere „Nutztiere" (allein das Wort ist schrecklich) auch etwas von ihrem – noch immer kurzen – Leben haben dürfen. Abgesehen davon, dass man es auch schmeckt.
Außerdem ist das Lohnniveau und die Abgaben in Österreich eben ein bisschen höher als anderswo und das ist gut so. Produkte aus Österreich – mit relativ kleinen „Produktionseinheiten" - haben auch eine andere Kostenstruktur als ein Riesenschweinezuchtbetrieb in Holland oder Polen. Nur - dort darf sich die Sau auch nicht bewegen, wird mit Medikamenten vollgestopft und kommt so schnell wie möglich unter grauslichen Umständen zum Schlachter und wird manchmal auch noch quer durch Europa transportiert, damit alle Förderungen genutzt werden können. Wollen wir das wirklich?
Ist es da nicht wirklich besser, sich eben mehr von regionalen, aber saisonalen Obst und Gemüse zu ernähren, Fleisch vielleicht ein wenig spärlicher, dafür aber von besserer Qualität auf den Speiseplan zu setzen? Die Restlküche von Oma und Opa wieder zu entdecken? Weniger einzukaufen, dafür aber mehr davon zu verwerten und weniger wegzuschmeissen?
Nur um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Ich muss mir mein Geld auch sehr gut einteilen. Ich gehöre also nicht jener Gattung an, die es sich leisten kann, über Sonderangebote großzügig hinwegsehen zu können, Bio zu propagieren und nicht auf den Preis achten zu müssen. Das muss ich sehr wohl, wobei es mir noch immer sicher weitaus besser geht, als Bezieher der Grundsicherung.
Trotzdem: Lasst uns mal darüber nachdenken. Es müssen nicht immer exotische Früchte aus der ganzen Welt sein und auch nicht die Äpfel aus Chile. Lasst uns auf die burgenländischen Erdbeeren warten und auf den Spargel aus dem Marchfeld – und ab und zu machen wir dann einen Ausflug in die Steiermark. 

PS: Übrigens: Die Steirer kommen jedes Jahr nach Wien auf den Rathausplatz. Diesmal bereits vom 14.-17.April. Zotter, Berghofer Mühle, Vulcano und Gölles sind auch mit dabei! Weitere Informationen unter www.steiermarkdorf.at

Share on Pinterest
  3637 Aufrufe

Dumme Gans? Ganz und gar nicht!

Im Martinsjahr 2016 zeigt das Burgenländische Landesmuseum vom 26.2.-27.11.2016 eine kleine, aber sehr feine Sonderausstellung über das heimliche Wappentier des Burgenlandes. Letzten Donnerstag war es so weit. Kulturlandesrat Helmut Bieler eröffnete die Sonderausstellung, die sich nicht nur dem Landespatron – dem Heiligen Martin – widmet, sondern auch seinen Begleitern: den Gänsen. Viele Geschichten, Symbole und auch Rezepte ranken sich um die Gans. Einige werden uns dabei in der Ausstellung näher gebracht.

Ausstellungsgestalterin Jasmin Trabichler, die KuratorInnen Harald Grabenhofer und Elke Ferderbar sowie Kulturlandesrat Helmut Bieler bei der Ausstellungseröffnung im Landesmuseum Burgenland, © KSB

Kooperation mit dem Nationalpark Neusiedler See

So erzählt ein Teil der Ausstellung in Kooperation mit dem Nationalpark Neusiedler See von den unterschiedlichen Gänsearten, die immer wieder die Lange Lacke besuchen und dort auch brüten. An einer Audiostation kann sich der Besucher die unterschiedlichen Laute von Saatgans, Blässgans und Graugans anhören und ein Stückchen weiter staunt man an der großen Wandtafel über die Routen, die die Vögel bei ihrer Wanderung zurücklegen.

Die Gänse kommen weit herum ...

Oder haben Sie schon einmal mit einem Federkiel (einer Gänsefeder) geschrieben? Für mich war es das erste Mal: und auch hier staunt man wieder, welche anderes Schriftbild sich einfach durch den anderen „Griffel" ergibt. Interessant ist auch die Geschichte des Ganters Martin, dem ein würdiges Alter von 18 Jahren zugeschrieben wird und dessen Ring mit seiner Bezeichnung X-69, in der Ausstellung zu sehen ist. Selbstverständlich wird auch Konrad Lorenz und seiner Graugänse gedacht.

Schon einmal mit einem Federkiel geschrieben?
Interpretenname-dummegans.MP3

Die wirtschaftliche Bedeutung der Gans

Die Gänse bzw. die Gänsehaltung war früher eng mit dem Burgenland verbunden, fast jeder Ort hatte einen Gänseteich und die Gänse bedeuteten auch Reichtum, konnte man doch die Gans fast komplett wirtschaftlich nutzen: an erster Stelle stand und steht natürlich der Gänsebraten, aber auch das Federschleißen sorgte entweder für eine weitere Einnahmequelle oder zumindest für eine warme Tuchent. Ihr Fett ist gut haltbar und in früherer Zeit waren Gänse auch ein Teil der Naturalsteuer, die an den Grundherren abgeliefert werden musste. 

Die Gans ist aber gar nicht dumm ...

Wussten Sie z.B. dass das Gänsestopfen in Österreich zwar mit dem Tierschutzgesetz verboten ist, aber nicht der Handel mit gestopfter Gänseleber? Und dass in Frankreich, Ungarn und Bulgarien noch immer die Tiere damit gequält werden? Vom Gänse rupfen in osteuropäischen Ländern ganz zu schweigen, in denen die Gänse auch noch heutzutage dreimal – davon zweimal bei lebendigen Leibe – gerupft werden. Also ich verzichte hiermit in Zukunft auf billige Daunenware …

Der Heilige Martin

Er wurde in der Garnisonstadt Savaria, dem heutigen Szombathely (Steinamanger) als Sohn eines Soldaten geboren, trat zum christlichen Glauben über und trat schließlich aus der römischen Armee aus. Am bekanntesten ist wohl die Erzählung, in der Martin mit einem Bettler seinen Mantel teilt, aber auch in seiner Vita spielen die Gänse eine Rolle. So wird einerseits erzählt, dass ihn eine Gänseschar durch ihr lautes Geschnatter verriet, als er sich versteckte um nicht Bischof von Tours werden zu müssen, eine andere Legende erzählt jedoch, dass die Gänse durch ihr Geschnatter seine Predigt störten und daher als Braten zur Bestrafung endeten. Das Martinigansl ist auf jeden Fall eine Spezialität, die noch heute im Burgenland kredenzt wird und die von allen Besuchern wie auch von den Einheimischen gerne mit einem guten Glas burgenländischen Weines genossen wird.

Der Heilige Martin, der Schutzheilige des Burgenlandes

Legenden und Geschichten über die Gans

Man glaubt es gar nicht, wie viele Geschichten, Bücher und auch Legenden es mit und über Gänse gibt. Einige haben wir ja schon erwähnt. Aber auch Wilhelm Busch setzt den Gänsen im Hinterlistigen Heinrich ein Denkmal, Nils Holgerson reist mit ihnen und wird so ein besserer Mensch, Gustav Gans ist jener Vertreter der immer Glück hat, und schließlich gibt es ja auch noch die Gans, die goldene Eier legt. Und das ist nur eine kleine Auswahl …

Die vielen Geschichten über die Gans ...

Auch Herr Landesrat Bieler gab bei der Eröffnung drei "Gänsegeschichten" zum Besten:

Daher gibt es nur eine Empfehlung: Schauen Sie sich das an…

Unsere Hausgans ...

Zur Ausstellung gibt es auch einen wunderschönen Katalog, der im Museumsshop erhältlich ist, viele interessante Informationen über die Gans, aber auch über das Burgenland enthält und durch viele Fotos von einst und jetzt überzeugt. Es ist ein Stückchen Geschichte des Burgenlandes, das man mit diesem Katalog in der Hand hält, ein kleiner Ausblick auf frühere Zeiten.

Manche Gemeinden führen die Gans auch in ihrem Wappen ...

Rahmenprogramm

Die Kunst des Eierkratzens

Diese alte Handwerkskunst kann man nicht nur in der Ausstellung ebenfalls bewundern, sondern auch in einem Workshop selbst probieren. Gefärbte Ostereier werden dabei mithilfe einer Kratz- oder Ritztechnik gestaltet, die nur noch wenige Burgenländerinnen kennen. Berühmt sind die Stinatzer Kroaten für dieses Kunsthandwerk. Am Sonntag, den 6.3.2016 kann man mit einer kundigen Ostereier-Kratzerin aus Stinatz die Technik selbst probieren und ein besonderes Ostergeschenk herstellen. Dauer des Workshops von 14:00 bis 17:00 Uhr. Kosten: 19 Euro pro Person inklusive Materialkosten. Anmeldung und weitere Informationen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Tel: +43 2682 719-4003

Die berühmten Stinatzer Ostereier ...

Mord im Museum – Ein Dinner mit Gänsehaut

Schon letztes Jahr waren diese Veranstaltungen ein Hit, heuer dreht sich natürlich auch hier alles um die Gans. Eine feine Jagdgesellschaft, eine goldene Gänsefeder, Familienintrigen und –geheimnisse sind der Stoff aus dem dieser Krimi ist. Kulinarische Genüsse und Krimispannung garantieren ein unterhaltsames „Dinner mit Gänsehaut". Dresscode Tracht ist erwünscht, aber nicht Pflicht.
Termine: 20.5., 3.6., 29.10., 11.11., 18.11.2016, Beginn jeweils um 19:00 Uhr.

Das Goldene Ei

Ganserl-Workshop

Auch für die kleinen Besucher gibt es einen Workshop, bei dem sich alles um die Gans dreht: ob Gänseblümchen, Gänseliesl oder Gänsefedern. Viele Märchen und Lieder drehen sich um Gans und Ganter. Graugänse brüten im Schilf des Neusiedler Sees, Hausgänse leben bereits seit langer Zeit mit uns Menschen und auch für den Heiligen Martin spielte die Gans eine besondere Rolle in seinem Leben. Hier wird die intelligente Gans gezeigt und bewiesen, dass sie keinesfalls dumm ist! Es wird „Gans" schön spannend werden …
Osterferien: 22.-24.3.2016 jeweils um 10:30 Uhr
Juli: Dienstag, den 12.,19.,26.7.2016 jeweils um 10:30 Uhr
August: Donnerstag, den 4.,11.,18.,25.8.2016, jeweils um 10:30 Uhr und für Gruppen und Schulklassen gegen Voranmeldung.

Martinifeier und Gänselampen

26.2.-27.11.2016 Dumme Gans? Eine Kulturgeschichte im Federkleid
Landesmuseum Burgenland
7000 Eisenstadt, Museumgasse 1-5
Tel: +43 2682 719-4000
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.landesmuseum-burgenland.at

Share on Pinterest
  4663 Aufrufe

Die beliebtesten Posts...

Die Donau ist seit langem Verkehrsweg, Fischgrund, Lebensraum für viele Lebewesen und seltene Pflanzen. Die Donau teilte Länder und ihre Überschwemmungen verwüsteten manchmal ganze Landstriche. Und si...
Slowenien ist das Land der Legenden, Sagen und vieler Geschichten, aber auch der alten Handwerkskünste, die auch heute noch liebevoll gepflegt werden. Lebkuchen backen gehört allseits dazu und da tau...
Sie ist die zweitgrößte Höhle der Welt, mit Recht meistbesucht in Europa und nun gibt’s auch noch Drachennachwuchs…In der Höhle von Postojna - die PivkaDie Höhle von Postojna mit ihren traumhaften Tro...
Warte kurz, während wir den Kalender laden

Neu! Reiseführer Kaposvár

Auf askEnrico gibt es jetzt kostenlos einen Reiseführer für Kaposvár zum Download!

Reiseführer Kaposvár

Hier downloaden: PDF Handy oder PDF Druck

Blogheim.at Logo

Go to top