Slowenien - Enricos Reisenotizen - Seite 4

Enricos Reisenotizen

Reisen, Reisen, Reisen, andere Länder und Menschen kennen lernen. Wir berichten über unsere ganz persönlichen Reiseerlebnisse und laden Sie ein mit uns neue Destinationen zu entdecken
Slowenien bietet Meer und Berge, Thermen und Skipisten, zum Teil mitten in den Städten, traumhafte Seen und Flüsse. Und dazu Köstliches aus Küche und Keller. Wenn das alles nicht einen Besuch wert ist?

Tafeln wie die Römer …

Das kleine, ein bisschen verträumte Städtchen Ptuj - zumindest im Spätherbst - ist durch sein Schloss, Kurentovanje und die Therme bekannt. Das heilende Wasser begeisterte schon die Römer, die sich hier von den Kriegsstrapazen erholten. Im Grand Hotel Primus kann man das gut nachvollziehen….

Die Lobby des Grand Hotel Primus

​Das elegante Hotel liegt vis à vis des Thermal Parks von Ptuj und bietet nicht nur eine schöne Aussicht auf die Burg, sondern auch römischen Flair. So sind im Wellness- und Spa-Bereich neben asiatischen auch römische Einflüsse spürbar.

Römisches Dinner and more ..

Als Highlight eines Aufenthalts kann sicher ein römisches Dinner wie in alten Zeiten gelten. Bei unserer Reise mit Best Press Story durften wir eines dieser Events miterleben.

Freundlicher Empfang durch einen Abgesandten des Markus Antonius Primus - im Hintergrund hängt schon unser "Ausgehgewand"

Der Abend gestaltet sich (fast) ganz original römisch. Am besten ihr erscheint im Bademantel mit einem Badeanzug oder Bikini darunter. Im Vorraum des Spa-Bereiches erwartet uns schon ein Diener des römischen Präfekten, der uns zu einem Kleiderständer verwies, wo jeder seine entsprechende Tunika aussuchen konnte.

Der glanzvolle Einzug des Markus Antonius Primus

So „festlich" gekleidet wurden wir in die „Privaträume" des Markus Antonius Primus, Namensgeber des Hotels, geleitet, wo eine „Sklavin" bereits mit einem Umtrunk auf uns wartete. Polster waren bequem auf dem Boden ausgebreitet und luden zum Platz nehmen ein.

Huldvolle Begrüßung durch Markus Antonius Primus

Auf einem Tischchen – vielleicht nicht ganz römisch – wartete schon ein hervorragendes Mahl auf uns.

Köstliches aus den Provinzen zum Galaschmaus

Doch zuvor hatte er noch seinen Auftritt: der Herr des Abends – der „Herrscher" über Ptuj, den wir selbstverständlich untertänigst zu begrüßen hatten und der dann auch geruhte einige Worte an uns zu richten und schließlich das Buffet für eröffnet erklärte. Wie es sich eben für einen Primus gehört ...

Es schmeckte köstlich ...

So ganz nebenbei konnten wir im Gespräch mit dem hohen Herrn auch einiges über Ptuj und die Geschichte der römischen Legionen hier in Erfahrung bringen, das Essen genießen und auch den Wein, den die liebreizende Sklavin immer wieder nachschenkte.

Man plauderte recht angeregt...

In guter Stimmung nahte der erste Höhepunkt des Abends, extra für uns aus dem fernen Ägypten hergezaubert – eine Bauchtänzerin begeisterte uns mit ihrem Auftritt.

Bei anregenden Geplauder und ziemlich leergeräumten Buffet wurde für uns noch eine Tür geöffnet – ein Pool, wunderschön stimmungsvoll mit Kerzen beleuchtet wartete auf uns.

Was will man mehr? Ein Pool für uns alleine ...

Die alten Römer wussten schon was sie taten: man glaubt gar nicht wie angenehm es ist, spätabends im warmen Wasser bei echtem Kerzenschein im Pool zu sitzen, zu plaudern, zu entspannen, noch ein Achterl zu trinken oder sich noch einen kleinen Nachschlag vom Buffet zu holen. Einfach wunderbar…

Wunderbare Stimmung durch den Kerzenschein ...

Doch leider verstreicht die Zeit bei solchen netten Gegebenheiten schneller als man denkt und die Müdigkeit machte sich breit, sodass wir uns zum erholsamen Schlaf in unsere Zimmer aufmachten. Auf jeden Fall war dies aber ein Erlebnis, das ich so schnell nicht vergessen werde.

Organisatorin Goga (Best Press Stories) und Heinz (Railmax) genießen den römischen Abend

Weitere Informationen über Ptuj und das Grand Hotel Primus könnt ihr mit einem Klick auf das jeweilige Wort auf askEnrico erfahren. Hinfahren lohnt sich …

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Erholung im Weihnachtsstress??

Wie wäre es, den grauen Novembertagen zu entfliehen und ins schwarze Wasser der Therme 3000 in Moravske Toplice einzutauchen? Die ausgezeichnete Kulinarik der Region inklusive?

Eine Köstlichkeit aus der Kupljen Traverna - ohne die Gänseleber wahrscheinlich genauso köstlich...

Am besten, ich starte gleich mit einem Hoteltipp: Wer Luxus pur genießen will, wird sich im 5-Stern Livada Prestige Hotel wie zu Hause fühlen. Schließlich gibt es in diesem Hotel nicht nur einen Außenpool mit dem berühmten schwarzen Wasser, sondern man hat beim Baden am Zimmer auch noch die Qual der Wahl: soll man sich ein Thermalbad genehmigen oder vielleicht doch nur das ganz normale heiße Bad?

Das berühmte schwarze Wasser im Außenbecken des Hotels Livada Prestige

Außerdem wäre da noch ein Sprudelbad und eine außergewöhnliche Dusche mit vielen unglaublichen Möglichkeiten inklusive (vorher aber die Gebrauchsanleitung lesen, glaubt mir: es hilft!). Ich bräuchte hier immer einen längeren Aufenthalt um alle Varianten durchzuprobieren. Schließlich will man ja nicht den ganzen Tag im Hotelzimmer unter der Dusche stehen ...

Toll was man hier alles einstellen kann...

Als ganz besondere Neuheit hat sich das Livada Team etwas ganz Besonderes ausgedacht: den Wellness Butler. Der oder „die" Butler(in?) kommt aufs Zimmer und schon genießt man zum Beispiel eine himmlische Massage mit dem Namen „Pannonische Wiese".

Wer nicht im Hotelzimmer "durchgeknetet" werden möchte, wechselt einfach in die Therme ...

Durchgeknetet mit einem spezifischen Pflegeöl, das Pflanzen und Kräuter aus Prekmurje enthält, fühlt man sich einfach herrlich. Und damit man das Wohlbefinden ja nicht in Vergessenheit gerät, gibt es den Rest des Öls als Geschenk. Mehr über das Hotel Livada findet ihr hier auf ask-enrico.com

Das Hotel Ajda - Buchweizen

Wenn ihr euch mit 4-Sternen zufrieden geben könnt, dann empfehle ich das neu renovierte Hotel Ajda, das gleich neben dem Livada liegt und auch direkt mit der Therme 3000 verbunden ist.

Ajda heißt Buchweizen auf Slowenisch und diesem wird hier im ganzen Hotel gehuldigt.

Gleich beim Eintritt, bei der Rezeption, kann man den Buchweizen kennen lernen

An der Rezeption kann man die kleinen "Nüsschen" im Original begutachten, auf den Wänden findet man Fotografien der Pflanze und der Frucht und die Farben des Buchweizens ziehen sich durch das ganze Hotel.

Aber man nutzt hier auch die Kraft der Edelsteine ...

Sogar die Kopfpolster sind mit Buchweizenhülsen gefüllt und sorgen für einen herrlichen Schlaf der Gäste.

Einfach liegen, auf das Wasser schauen, entspannen, sich massieren lassen und die Kulinarik genießen ...

Auch hier spielt natürlich das berühmte schwarze Wasser eine große Rolle. Aber man kann sich auch von verschiedenen Edelsteinen aktivieren lassen, schwimmen oder einmal ganz einfach in Ruhe entspannen.

Schon zum Frühstück findet man Deftiges, aber nicht nur ..
auch viel Gesundes ist dabei - sogar Smoothies ...

Zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten warten darauf entdeckt zu werden: der Orchideengarten in Dobrovnik, das Schloss Grad, Vulkanija oder der Bukovnica See und natürlich kann ich - obwohl dies kein Foodblog ist - die kulinarische Seite von Prekmurje auch nicht vergessen. Und von Genuss ist hier allemal häufiger die Rede!

Im Tropenpark der größten Orchideenzucht in Mitteleuropa

Es gibt aber auch einfach zu viele Köstlichkeiten hier. Daher macht Euch einfach auf in die p&f winery nach Ormož, zum Weingut Hlebec nach Kog, zu Kodila und seinem hervorragenden Schinken und noch anderen regionalen Spezialitäten, oder zu einem tollen Essen in die Kupljen Traverna.

Zur Weinverkostung zur p&f winery

 Weitere Tipps werden noch folgen, bei oben genannten kommt ihr mit einem Klick auf die jeweilige Seite auf ask-enrico.com. Schönes Genießen!

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Neues von den kleinen Drachen in der Postojna Höhle in Slowenien

Es war die Sensation des letzten Jahres, eine Grottenolm-Mama wurde von Forschern beim Eier legen beobachtet. Angespannt verfolgte man die weitere Entwicklung dieser seltenen, im ewigen Dunkeln lebenden Tiere, die auf Grund der Verschmutzung der unterirdischen Gewässer vom Aussterben bedroht sind.

Fünf Monate nach ihrer Geburt kommen die kleinen Olme nun in ein neues Stadium ihrer Entwicklung. Nach Wochen der Angst, der Zweifel und der Sorge, in denen man nicht wusste, ob die Neugeborenen überleben würden und ob man sie auch richtig bei ihrem Werden und Wachsen begleiten könnte, melden die Verantwortlichen nun mit Stolz, dass sich die Kleinen ausgezeichnet erfolgreich entwickeln. Noch nie hat man die Entwicklung dieser scheuen Tiere so nah beobachten können.

Die Höhle von Postojna (Foto © Iztok Medja)

Ängstlich wurden die einzelnen Steps beobachtet, doch jetzt scheint der letzte Schritt für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Olme getan: die Verbindung zwischen ihrem Mäulchen und dem Verdauungstrakt hat sich entwickelt und so können die Babys nun die, speziell für sie gezüchteten Würmer, zu sich nehmen, ihren Hunger stillen und so ihr weiteres Wachstum vorantreiben.

Hier schlüpft wieder ein kleines Drachenbaby (Foto © Iztok Medja)

Auch ein kleiner Nachzügler, um den man schon gefürchtet hatte, beteiligt sich nun an den Wurmmahlzeiten. Alle 22 geschlüpften Drachenbabys haben bis dato überlebt und überwickeln sich sogar besser als erwartet. Die meisten sind nun zwischen 3.5 bis 4 Zentimeter lang und wachsen weiter.

Die Kleinen sind unterwegs ... (Foto © Iztok Medja)

Ihre Augen sind noch klar ausgeprägt und sichtbar, auch kann man noch Pigmentflecken sehen, aber der Dottersack, der sie in der ersten Zeit nach dem Schlüpfen noch ernährte, ist verschwunden.

Hier kann man noch die Augen und die Pigmentflecken der Kleinen sehen (Foto © Iztok Medja)

Ihre Füßchen sind schon voll entwickelt und helfen ihnen sich mutig durch das Aquarium zu bewegen, kleine Dinosaurier, die ihre Würmer jagen, manchmal auch ihr Territorium schon verteidigen oder den einen oder anderen Bruderstreit auszutragen. Schön langsam kommen sie ja auch schließlich in ein „jugendliches" Alter, wobei dies bei diesen Tierchen, die das stolze Alter von 100 Jahre erreichen können, 14 Jahre dauern kann. Erst dann sind sie erwachsen und können sich weiter vermehren.

Hier kann man schon die Fingerchen sehen (Foto © Alex Hyde Postojnska jama)

Hoffen wir, dass wir sie noch oft besuchen können und dass sie sich schließlich in der Postojna Höhle so wohlfühlen werden, dass auch sie weitere Drachenbabys bekommen werden.

 
Auf der Website der Höhle von Postojna gibt es auch ein Tagebuch über die Entwicklung der Grottenolme – schaut rein, es lohnt sich …

Die Höhle von Postojna
Jamska cesta 30
6230 Postojna
www.postojnska-jama.eu

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Goldener Hügel, Drachenschleim und ein glückloser Verschwörer

Ein Herbsttag im untersteirischen Gonobitz-Slov. Konjice

Gonobitz? Der Name sagt Ihnen nichts? Und doch bin ich mir sicher, dass viele von Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, an diesem untersteirischen Städtchen schon vorbeigefahren sind. Und zwar immer dann, wenn Portorož-Portorose, Piran oder Abbazia-Opatija auf Ihrem Reiseplan gestanden sind.

Die Autobahnausfahrt Slov. Konjice liegt knapp vor den beiden einzigen Tunnels zwischen Marburg-Maribor und Cill-Celje. Nicht die Tunnels sind interessant, sondern der Berg, den sie durchqueren. Es ist der Weitensteiner Zug – und der wäre nach 1918 fast zur Grenze zwischen österreichischer und slowenischer Steiermark geworden. In diesem Fall wäre Gonobitz heute der österreichische Grenzort zu Slowenien – und somit hierzulande weit präsenter als es Slovenske Konjice ist.

Gonobitz-Slov. Konjice (Foto © Josef Wallner)

Konj heißt auf Slowenisch Pferd. Und so verwundert es nicht, dass das Wappentier von Konjice ein weißes Pferd ist. Es handelt sich aber nicht um einen Lipizzaner, denn die sind eineinhalb Stunden von Gonobitz entfernt, in Lipizza-Lipica auf dem Karst zu Hause. Gonobitz war nur eine wichtige Station auf dem Weg von Wien nach Triest, an der die Pferde umgespannt wurden. Eine ziemlich profane Geschichte also. Mystischer ist da schon die Sage über den Bach, der die Gonobitzer Altstadt durchfließt. Sein Wasser soll der Schleim eines Lindwurms sein. Warum das so ist, überliefert Hans von der Sann in der Sage vom Gonobitzer Lindwurm…

Das Dranntal mit dem Wotsch (Foto © Josef Wallner)

„Südlich vom Markte Gonobitz, im steirischen Unterlande, erhebt sich der Gonobitzberg, welcher im Innern hohl sein soll. Vor langer Zeit nun füllten den Berg unterirdische Gewässer, in denen ein abscheuliches Untier, ein Lindwurm, sein Spiel trieb. Dieser brach zuweilen aus dem Berge hervor und richtete dann jedesmal unter den Menschen und dem Viehe große Verheerungen an. Um sich diesen gefährlichen Feind vom Leibe zu halten, beschlossen die Bewohner des Marktes, dem Lindwurm alljährlich sechs weißgekleidete, bekränzte Jungfrauen zu überlassen, außerdem sollte auch noch der Pfarrer zu Gonobitz täglich vor dem Hochaltare in der Pfarrkirche eine heilige Messe lesen. 

Eines Tages nun verschob der Pfarrherr die hl. Messe. Alsbald hörte man ein furchtbares Tosen und Krachen, welches aus dem Innern des Gonobitzberges zu kommen schien, und bald darauf entströmten diesem große Wassermengen, welche nicht nur den Markt, sondern das ganze obere Drautal unter Wasser setzten; Häuser fielen ein, Bäume wurden entwurzelt und fortgerissen, Menschen und Tiere standen in größter Lebensgefahr. Der Lindwurm war ausgebrochen, weil man das Gelöbnis nicht gehalten, und nun befahl der Pfarrer, ein Pferd herbeizuschaffen, um zur Kirche reiten zu können. Mit vieler Mühe wurde ein solches vor ihn gebracht, worauf er dann das Tier bestieg und in die Kirche ritt. Aber auch hier stand das Wasser schon so hoch, daß es ihm unmöglich schien, die hl. Messe stehend lesen zu können, weshalb er es auf dem Pferde sitzend tat. 

Nachdem der Priester den Gottesdienst beendet hatte, verliefen sich die Gewässer; aber auch der Lindwurm verschwand und wurde seither nicht mehr gesehen. Noch sieht man vom Markte aus einen Felsen, welcher durch eiserne Doppelhaken zusammengehalten sein und den Eingang zu dem einst vom Lindwurm bewohnten und mit unterirdischen Gewässern gefüllten Innern des Gonobitzberges bilden soll."

Wie gesagt, auch wenn den Drachen keiner mehr je zu Gesicht bekommen hat, da sein dürfte er noch und sein Sabber rinnt als Bacherl durch das hübsche Gonobitz.

Das Green mitten im Grünen (Foto © Josef Wallner)

Sie glauben nicht an Lindwürmer? Dann kann ich Ihnen eine andere Geschichte aus Gonobitz bieten, die mehr Wahrheitsgehalt aufweist, aus Sicht ihres Hauptprotagonisten müsste man sagen, leider: Hoch oberhalb von Gonobitz, ober dem Friedhofe und der St.-Anna-Kapelle mit ihren alten Grabdenkmälern, erheben sich die Ruinen der Gonobitzer Burg mit ihrem markanten weißen Turm. Ihr prominentester Besitzer war Erasmus Graf von Tattenbauch. Im Winter des Jahres 1671 wurde er in Graz hingerichtet. Der untersteirische Historiker Rudolf Gustav Puff hat seine letzte Stunde geschildert: „Am 1. Dezember 1671 blieben die Stadt¬tore in Graz um eine Stunde länger geschlossen, die ganze Garnison zu Fuß und zu Pferde nebst der Stadtguardia marschierte auf. Das Schafott war im Hofe des Rathauses aufgeschlagen. Tattenbach betrat es ruhig und ergeben, früh um 8 Uhr am Arme des Jesuitenpaters Seitz. Der schöne, eitle, noch nicht siebenunddreißig Jahre alte Mann war blaß, gebeugt, ergraut und runzelig geworden. Mit Dank vernahm er die Gnade, daß ihm das Abhauen der rechten Hand erlassen sei. Knieend, nicht sitzend, wie es ihm erlaubt worden, empfing er die drei Todesstreiche. Als sein Kopf fiel, wurden alle Glocken der Stadt geläutet." Bei einer Verschwörung, in diesem Fall eine ungarisch-kroatische mit untersteirischer Beteiligung, verstanden die Habsburger keinen Spaß. Mit dem Tod des Grafen begann auch der Niedergang der Gonobitzer Burg, die eine der größten und vornehmsten der Steiermark war.

Das Dranntal mit dem Wotsch (Foto © Josef Wallner)

An die dunklen Stunden des Verschwörers erinnert in Gonobitz nichts mehr, genauso wenig wie an die Belagerung durch die Ungarn, die Türkenstürme und die verheerenden Brände. Gonobitz ist schlichtweg eine reizende untersteirische Weinstadt, was mit der Auszeichnung als schönster slowenischer Ausflugsort auch schwarz auf weiß belegt ist. Der Vorteil eines Besuches von Gonobitz ist, dass es – mit zwei Ausnahmen – nichts gibt, was Sie unbedingt sehen müssen. Lassen Sie sich einfach durch die paar Gasserl des Städtchens treiben. Vielleicht interessiert Sie die Ortsvinothek, vielleicht das ehemalige Windisch-Graetz-Schloss Trebitsch-Trebnik mit dem Naturkosmetik-Shop, das Feuerwehrmuseum, die alte Mühle oder doch die St. Georgkirche, die bei meinen Besuchen, was bei untersteirischen Kirchen selten vorkommt, sogar offen war.

Untersteiermark pur.... (Foto © Josef Wallner)

Sind Sie an der gemeinsamen Geschichte von deutsch- und slowenischsprachigen Steirern interessiert? Dann entdecken Sie in Gonobitz vielleicht noch so Manches, das an die Zeit des Herzogtums Steiermark erinnert, als Gonobitz laut dem Reisehandbuch Steiermark von 1914 als kleine deutsche Sprachinsel in der slowenischen Steiermark galt: „Gonobitz. Stattlicher Markt, deutsche Sprachinsel liegt zwischen den südlichen Ausläufern des Bacher und dem Gonobitzer Berge an der Drann. Gasthöfe: Goldener Hirsch, Kasinoverein Sonne, Schwarzer Adler, Stadt Wien. Waldreiche Umgebung mit schönen Spaziergängen, Jagd und Fischerei, Tennis. Die Industrie ist wenig entwickelt. Umso bedeutender ist der Weinbau der Umgebung, besonders in den Gemeinden Skalitz [Škalce], Lipoglau [Lipoglav], Heiligen-Geist [Sv. Duh] und Verholle [Vrhole], wo der berühmte rote Vinarjer in hervorragender Güte gedeiht…"

Völkerverbindende Speisekarte (Foto © Josef Wallner)

Das Gasthaus Stadt Wien habe ich nicht mehr gefunden, Weinberge aber umso mehr. Einer davon, der goldene Hügel oder Zlati grič, ist die erste Attraktion, die Sie in Gonobitz nicht versäumen dürfen. Er liegt in Skalitz-Škalce genau gegenüber der Gonobitzer Altstadt. Was für eine Lage: das anmutige Weinschlössl der Herren von Gonobitz auf dem Kamm des goldenen Hügels, in Blauweiß gehalten, umgeben von Tausenden Weinstöcken. So oft war ich schon dort und doch berührt mich dieser Anblick jedes Mal aufs Neue. Und das Beste ist: Sie können das Weinschlössl mieten. Es gehört zum Unternehmen Zlati grič. Dieses ist ein kleines untersteirisches Imperium mit dem Weingut (70 Hektar), dem Golfplatz und dem Gasthaus auf dem goldenen Hügel, eines meiner Lieblingswirtshäuser in der Untersteiermark. Für mich ist es Tradition dort bei einem Glas Sivi Pinot, dem Grauburgunder, meine Reisen in den Süden ausklingen zu lassen. Der Blick schweift über Gonobitz mit seinem spitzen Kirchturm, dahinter der weiße Turm der Burg, aus dem dunklen Grün des Gonobitzer Berges (Gora) aufragend; hinter mir die südlichen Abhänge des Bachern, in viel helleres Grün als die dunkle Gora getaucht, denn der Wein zieht sich weit den Gebirgsstock hinauf. Durchbrochen wird das grüne Bild vom Grau und Weiß der vielen Kapellen und Kirchhtürme, die das so typische untersteirische Landschaftsbild komplettieren.

Am goldenen Hügel von Skalitz (Foto © Josef Wallner)

Weiter oben am Bachern ändert sich die Szenerie. Der Süden weicht dem Norden, das Weinland geht in Wiesen und die Wälder des Pohorje über, jenes breiten Granitstocks, der die nördliche Untersteiermark von den südlichen Landesteilen trennt. Der Bachern ist kein spektakulärer Gebirgszug mit schroffen Gipfeln und wilden Zacken, sondern ein behäbiger Klotz, der sich von Unterdrauburg-Dravograd bis Marburg-Maribor und von dort hinunter nach Gonobitz zieht. Der Tourismus hat Teile des Bachern längst in Beschlag genommen, vor allem auch den Gonobitzer Schwagberg, slowenisch Rogla, auf dem viele Slowenen das erste Mal auf Schiern standen. Für mich ist der Schwagberg Ausgangspunkt für Wanderungen am Plateau des Bachern, vor allem das Moor und die St. Lorenzener Seen haben es mir angetan. Bin ich nicht gerade noch am goldenen Hügel in der Sonne gesessen? Und jetzt, wenig später, fröstelt es mich, wenn ich auf einem schmalen Holzpfad durch eine mit Latschen bewachsene Moorlandschaft tripple, die ich ungschaut ein paar Tausend Kilometer weiter nördlich verorten würde.

Moorlandschaft am Bachern (Foto © Josef Wallner)

Möchten Sie die Moorlandschaft in aller Ruhe genießen, sollten Sie den Schwagberg und seine Umgebung unter der Woche besuchen. Am Wochenende bietet sich stattdessen ein Besuch von Seitz-Žiče an, der ältesten Kartause im alten Österreich. Warum wurde in diesem abgelegenen Winkel der Steiermark dieses große Kloster errichtet? Eine steirische Sagensammlung klärt auf: „Markgraf Ottokar V. von Steier jagte einst in der Umgebung von Gonobitz. Eine weiße Hirschkuh lockte den Fürsten von seinem Gefolge ab und immer tiefer in die unwegsamen Wälder. Plötzlich verschwand das seltene Wild. Der Markgraf suchte einen Ausweg, aber er war schon zu sehr ermüdet und verfiel in einen tiefen Schlummer. Im Traume erschien ihm der hl. Johannes der Täufer im weißen Kleide und ermahnte ihn, hier an dieser Stelle im Walde ein Kloster zu gründen, dessen Mönche weiße Gewänder trügen. Auf die Frage, wo er solche Brüder finden könne, verwies ihn der Heilige an die Bruderschaft der großen Kartause im Delphinate bei Grenoble. Bald darauf wurde der Markgraf durch den Lärm seiner ihn suchenden Jagdgenossen aus dem Schlafe aufgeweckt, und ein von den Hunden verfolgter Hase (slowenisch zajec) suchte bei Ottokar Schutz, indem er sich in dessen Schoß flüchtete. Als darauf … hier in dem ungefähr zwei Stunden südwestlich von Gonobitz gelegenen stillen Waldtale von dem frommen Markgrafen ein Karthäuserkloster gegründet wurde …"

Kartause Seitz (Foto © Josef Wallner)

In der Zeit der Reformation ging es mit der Kartause bergab, die Rekatholisierung des Landes brachte die Mönche zurück, bis Josef II. das Kloster aufhob. Schließlich brachte man im 19. Jahrhundert die Überreste Ottokars von Steiermark aus der verfallenen gotischen Kirche in das Stift Rein. Im neuen Slowenien wurden Teile der Kartause restauriert. Seitz wurde zu einem beliebten Ausflugsziel. Die Ausstellung in einem der wieder hergestellten Trakte ist interessant und recht gut gemacht. Das Besondere an Seitz ist aber das eigentümliche Zusammenwirken von Natur und Architektur.  „Die Gotik des Waldes wetteifert mit der von Menschen erdachten…"  Diesem Befund aus 1914 lässt sich nichts hinzufügen.

Die Gotik des Waldes wetteifert mit der von Menschen erdachten (Foto © Josef Wallner)

In den Ruinen des Klosters „hat die Welt ein Ende" schrieb vor vielen Jahrzehnten ein untersteirischer Schriftsteller. Am Ende ist die Welt erfreulicherweise noch nicht und so können Sie sich neben dem Kloster im ältesten Gasthaus Sloweniens, dem Gastuž, stärken und auf der netten Holzterrasse die Atmosphäre des St. Johannestals genießen. Die Kartäuser hatten sich wahrhaft einen guten Platz ausgesucht. Am Weg zurück nach Gonobitz sollten Sie einen Blick auf die romanisch-gotische Kirche in Maria Spitalitsch (Špitalič) werfen.

Links

http://www.zlati-gric.si/
Weingut, Gasthaus, Apartment, Golfplatz 

http://www.penzion-kracun.si/en/food/gostilna-gastuz/
ältestes Gasthaus der Untersteiermark, einige Kilometer davon entfernt lässt es sich in der Pension Kračun (mit Wellnessbereich) sehr angenehm übernachten. Zum Angebot gehört auch eine Hochzeitsagentur, die Ihre Trauung z.B. in der Kartause arrangiert.

Euch hat der Artikel gefallen? Mehr davon findet ihr in den Büchern von Josef Wallner:

Reisen in der Untersteiermark|Štajerska
Unbekanntes Slowenien. Reisen auf Altösterreichs Spuren in Krain und Laibach.

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Die Drachenbabies schlüpfen!!!

Es galt schon als kleine Sensation, dass die Drachenmama eine ganze Menge Eier legte, doch jetzt schlüpfen die ersten Babys! 

Die Höhle von Postojna in Slowenien ist nicht nur eine der größten und schönsten Höhlen in der Welt, sie ist auch durch die Grottenolme bekannt, die hier als kleine Drachen bezeichnet werden.

Besucher können die Olmchen über Bildschirm beobachten

Sie leben ganz tief im Inneren und Finsteren der Höhle, sind blind, fast durchsichtig, und die kleinen roten Büschel links und rechts des Kopfes könnte man als ihre Ohren/Kiemen bezeichnen.

Ein Höhlen-Biologe macht ein neues Aquarium für die Olme fertig

Als Besucher der Höhle kann man mit einigen der Drachenjünglinge (obwohl sie an die 100 Jahre alt werden können) in einem Aquarium bewundern. Teile der Höhle sind allerdings gesperrt, um ihnen ein Überleben zu sichern.

Das erste Drachenbaby ist geschlüpft

Denn Nachwuchs ist bei den Drachen äußerst selten! Umso größer waren das Erstaunen und die Freude der Postojna-Mitarbeiter, als eine Grottenolm-Mama immerhin 64 Eier legte. Zur Freude kam aber auch gleich Besorgnis und Angst: würde es überhaupt einer der Jünglinge schaffen, sich weiterzuentwickeln, zu wachsen, aus dem Ei zu schlüpfen??

Hier schlüpft das zweite Baby (Foto © Iztok Medja)

Die Voraussagen waren nicht sehr ermutigend, niemand hatte je einen Grottenolm schlüpfen gesehen – und man nahm an, dass von den hunderten Eier, die ein Grottenolm in seinem Leben – vielleicht – legt, nur zwei es schaffen, sich zu einem „erwachsenen" Drachenjüngling zu entwickeln. In der Höhle ist daher für die Wissenschaftler die „Hölle" los.

Das war Schwerstarbeit (Foto © Iztok Medja)

Bereits beim Erstgeborenen, der auch weiterhin brav wächst, war der Jubel groß und vor nicht zu langer Zeit wurde vermeldet, dass insgesamt 13 Babyjünglinge geschlüpft sind und vielleicht noch weitere schlüpfen könnten. Aber auch die 13 Youngsters sind noch nicht völlig im „Trockenen": wie sollen sie gefüttert werden? Wie und wann soll das Wasser des Aquariums gewechselt werden? Ist es warm, kalt genug? Soll man sie in Einzelaquarien unterbringen? Alles Fragen, die man noch nicht 100%ig beantworten kann.

und noch einer schlüpft ... (Foto © Iztok Medja)

Wir halten jeden den kleinen Drachenjünglingen ganz ganz fest die Daumen und hoffen, dass ihre Mama und ihre Zieheltern die richtigen Entscheidungen für ihr Wohlergehen treffen. Schließlich möchten wir sie auch bei unserem nächsten Besuch begrüßen ….

In der Höhle ... (Foto © Iztok Medja)

Hier könnt ihr die Kleinen auf Video sehen:


PS: Der Bitte der Zieheltern können wir uns nur anschließen: Da die großen und kleinen Olme sehr anfällig auf jede Art der Veränderung des Wassers reagieren, und damit natürlich auch die Umweltverschmutzung eine große Gefahr für ihr Leben darstellt, sollten wir alles dafür tun, unsere Flüsse – und nicht nur die Pivka, die diese Höhle geschaffen hat und durch sie fließt – sauber zu halten.

Keep the finger crossed (Foto © Alex Hyde)
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Die Drachenjünglinge von Postojna

Sie ist die zweitgrößte Höhle der Welt, mit Recht meistbesucht in Europa und nun gibt’s auch noch Drachennachwuchs…

Die Höhle von Postojna, hier fließt die PivkaIn der Höhle von Postojna - die Pivka

Die Höhle von Postojna mit ihren traumhaften Tropfsteinen wird von vielen tausenden Menschen im Jahr besucht und ist einer der faszinierendsten Naturschauplätze. Mit dem Zug geht es hinein in die Welt der Wunder – 20 km sind für die Besucher erschlossen, und schon während der Fahrt kann man die Aahs und Ohhs der Besucher vernehmen. Dann geht es per pedes weiter und spätestens beim Brillanten, so wird ein wunderschöner, weißer Tropfstein genannt, ist man vollends begeistert.

In der Höhle von PostojnaDie Höhle von Postojna

Es ist ein Ausflug in eine andere Welt: mystisch und geheimnisvoll und wenn man es schafft, nicht zur Hauptsaison die Höhle zu besuchen ist es wahrscheinlich noch einmal so schön. Es sind der Höhle von Postojna viele Besucher zu wünschen, und doch ist es einfach angenehmer die Ruhe zu genießen und in dem einen oder anderen Saal länger stehen zu bleiben und die verschiedenen Formationen zu genießen. Stalagmiten, Stalaktiten, Stalagmaten ohne Ende, und doch immer wieder neu und anders zusammengewachsen, neue Formen bildend, Wasserfälle oder wie spitze Spaghetti oder kleine Dolche von der Decke hängend, Gesichter, die dich anzuschauen scheinen und vieles mehr …
Der Fantasie des Besuchers und der Tropfsteine sind in dieser Höhle keine Grenzen gesetzt.

Die Bewohner der Höhle

Proteus  Anguinus - der Grottenolm (Foto © Arne Hodalic)

Am Ende des Höhlenrundgangs kommt man noch beim Star der Höhle vorbei - dem Grottenolm. Ich habe bei unserer Reise mit MGM Best Press Stories zum ersten Mal in meinem Leben eines dieser Tiere gesehen: verletzlich schaut er aus, fast durchsichtig, ein langer, schmaler Körper, winzig kleine Füße und ganz komische rote Büschel wachsen dort, wo man seine Ohren vermuten könnte. Diese roten Büschel sind allerdings seine Kiemen.

Der Grottenolm (Foto © Iztok Medja)

Er atmet aber auch durch seine Lunge und über seine Haut. 25 bis 30cm wird er groß, manchmal sogar 40 cm und obwohl er eigentlich ein Jugendlicher ist, der nie erwachsen wird, kann er vom Alter her ein richtiger Methusalem sein: schließlich kann er bis zu 100 Jahre alt werden. Seine Augen sind rückgebildet und liegen im schmalen, flach geklopft wirkenden Kopf unter der Haut.

Nachwuchs!

Nachwuchs beim Grottenolm (Foto © Mlinar Cic)

Heuer im Jänner dann die Sensation: Ein Grottenolm-Weibchen beginnt mit der Eiablage. Über 50 Eier legt sie und auch die Wissenschaftler in der Höhle sind mehr als aufgeregt, werden sich kleine Olme entwickeln? Mama-Olm passt auf ihre Jungen auf, legt sie an verschiedenen Stellen ab und achtet darauf, dass ihnen nichts passiert. Schließlich haben auch andere Bewohner der Höhle das Interesse an den Eiern gezeigt.

Mutter Grottenolm muss sehr auf ihre Jungen aufpassen (Foto © Mlinar Cic)

Obwohl die Drachenmutter eigentlich blind ist, entwickelt sie einen starken Mutterinstinkt und verteidigt ihre „Jungen“.
Zwei Monate später kommt die Nachricht aus Postojna, dass sich einige der „Eier“ bereits bewegen. Über eine Kamera können Besucher auf einem Bildschirm die „Kleinen“ verfolgen. Auf YouTube gibt es Videos. Grottenolme stehen unter strengem Naturschutz. Nur in wenigen Höhlen sind sie vertreten und sie pflanzen sich nur ein bis zweimal in einer Dekade fort.
Wir drücken dem kleinen Drachennachwuchs auf jeden Fall alle Daumen und Zehen!

42 Eier konnten bis jetzt gezählt werden

Wenn Sie Slowenien besuchen, planen Sie auf jeden Fall einen Besuch in der Höhle von Postojna ein – und schicken Sie uns News von den Kleinen!

Wir werden auf jeden Fall weiter berichten.

Die Höhle von Postojna 


Auf askEnrico können Sie noch mehr über die Höhle von Postojna und über die Burg Predjama, die ganz in der Nähe liegt erfahren.

 

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Ein Herz, ein Spiegel und Kindheitserinnerungen …

Slowenien ist das Land der Legenden, Sagen und vieler Geschichten, aber auch der alten Handwerkskünste, die auch heute noch liebevoll gepflegt werden. Lebkuchen backen gehört allseits dazu und da tauchen schon einmal auch bei mir Erinnerungen an früher auf …

Bei Lectar erfährt man alles über die Lebkuchenherzen

Radovljica

Best Press Stories entführte uns im Jänner nach Radovljica, ein wunderschönes mittelalterliches Städtchen, knapp über 50 km von Villach entfernt. Es war zugegebener Maßen „arschkalt" und so freute es uns besonders die Lebkuchen-Werkstatt von Lectar besuchen zu dürfen. Hier war es gleich heimelig warm und wir konnten nicht das Verzieren der Lebkuchen live miterleben – und später auch selbst versuchen – sondern erfuhren auch viel über die Tradition der Lebzelter und da kann man bei Lectar eine ganze Menge lernen, schließlich wird dieses Handwerk hier bereits seit 1766 ausgeübt.

So viele schöne Herzen und wir dürfen beim Verzieren auch gleich zusehen ...

Kirtag in Jedlesee

Ich kann mich noch gut an die Jedleseer Kirtage in meiner Kindheit erinnern. Es war jedes Mal ein richtiges Fest. Bereits am Freitagnachmittag wurden einzelne Straßen auf dem Weg zur Lorettokirche gesperrt und der Aufbau der Standl begann. Früher begann der Weg bereits in der Denglergasse gleich bei der Prager Straße und führte anschließend über die Wiener Gasse und Anton Boschgasse zur Lorettokirche. Auf der großen Wiese neben der Kirche gab es am Sonntag einen Gottesdienst, aber keine „Wilde Maus" oder Schießbuden.
Ein kleines Ringelspiel und sogenannte „Hutschen", die wie Boote aussahen war das höchste der Gefühle. Aber es gab kaum etwas Tolleres als die „Boote" allein oder zu zweit oder im Wettbewerb hoch hinauf zu treiben. Noch etwas anderes ließ mein Kinderherz schneller schlagen, die Überaschungspackerl um 5, später um 10 Schilling. Und natürlich jede Menge Zuckerwatte, Türkischen Honig und dann noch die Lebkuchenherzen: Für Dich. In Liebe Dein. Zur Erinnerung. Mein Schatz. I mog di …. Und noch vieles mehr an peinlichen oder weniger peinlichen Texten.
In verschiedenen Farben, mit verschiedenen Verzierungen und dann gab es noch meine ganz speziellen Favoriten als Kind: Die Lebkuchenherzen mit einem Spiegel!
Für mich war das damals – genauso wie die Farben – einfach Dekoration. Ich musste fast 60 Jahre alt werden, um nun – auf meiner Reise ins slowenische Radovljica zu erfahren, was es denn so alles mit dem Spiegel und den Farben auf sich hat. Es ist schließlich Jahrhunderte alte Tradition! Eine Art Geheimsprache zwischen dem Schenkenden und dem Beschenkten…

Die Herzen in "Rohform" ...

Und damit ihr jetzt wisst, was ihr da so alles sagt, wenn ihr ein Herzerl beim nächsten Kirtag verschenkt, sei es hier erzählt.

Lebkuchen backen ist Tradition in Slowenien

Martina zeigt uns wie es geht ...

Die Herstellung von Lebkuchen ist ein altes Handwerk. Schön Hänsel und Gretel gehen zum Pfefferkuchenhaus, Lebkuchen oder Pfefferkuchen war ein Lebensmittel, das sich lange aufheben ließ ohne zu verderben, daher auch für die Schiffsfahrt sehr wichtig. In Slowenien war die Herstellung so verbreitet, dass es im 18. Jahrhundert wahrscheinlich mehr Lebzelter als Schmiede gab. Das Handwerk wurde reglementiert – das bedeutete, man musste (ähnlich wie beim Bier brauen) eine offizielle Lizenz besitzen. Jakob Krivic besaß eine, kam 1766 nach Radovljica und schon sind wir wieder in der Lebkuchen Werkstatt Lectar.

Viele Formen für den Lebkuchen ...

Die Bedeutung des Spiegels

Wenn auch heute vielleicht nicht mehr vorstellbar: es gab Zeiten, in denen der Besitz von Spiegeln im Haushalt nicht selbstverständlich war. Wer wenig Geld besaß, hatte andere Sorgen, als einen Spiegel zu kaufen, um zu sehen, ob vielleicht die Frisur richtig sitzt. Dennoch: auch damals schon, war gutes Aussehen für Mädels wichtig und einen Spiegel zu besitzen, vielleicht so wichtig wie heute ein bestimmtes Smartphone. Lebkuchen waren damals wie heute ein beliebtes Geschenk, um seiner Angebeteten zu sagen, dass man sie liebt. Eine Art Emoji des 18. Jahrhunderts und so kam ein findiger Lebkuchenbäcker auf die Idee, einen Spiegel auf seine Lebkuchen zu montieren. Seitdem können romantische Liebhaber (und die gab es auch damals schon und gibt es hoffentlich noch heute) ihren Liebsten damit ihre Liebe und Verehrung zeigen.

Lebkuchenherzen ohne Ende ...

Sich im Spiegel des Lebkuchenherzens zu sehen, bedeutete auch im Herzen des Schenkers – also des Verehrers – zu sein. Doch auch die Antwort der Beschenkten war aufschlussreich: Liebte das Mädchen auch den Burschen, dann wurde das Lebkuchenherz nicht gegessen, sondern als Ganzes mit Spiegel aufbewahrt, um ihn und seine Liebe immer in Erinnerung zu halten. (Ein Lebkuchenherz hat übrigens eine Haltbarkeitsdauer von mehreren Jahrzehnten). War die Liebe allerdings einseitig, und das Mädchen nicht in den Mann verliebt, so aß sie das Lebkuchenherz auf (natürlich ohne den Spiegel) und konnte die Süße des Lebkuchens genießen.

Viele kleine rote Herzen ...

Die Farben

Doch auch auf die Farben und ihre Zusammenstellung sollte man das nächste Mal vielleicht achten. Es gilt folgendes: Rot steht natürlich für die Leidenschaft und die Liebe, Gelb zeigt die Unendlichkeit, Grün ist das Gras, die Natur, aber auch Entwicklung, Schönheit und Geburt.

Bei Lectar in der Lebkuchen-Werkstatt

Lectar

Unsere Gruppe beim Verzieren der Lebkuchen...

Wer mehr über Lebkuchen, seine Herstellung, die Tradition erfahren möchte und vielleicht auch einmal sein ganz besonderes Herz selbst anfertigen möchte, sollte einen Ausflug nach Radovljica planen. Im wunderschönen alten Gebäude der Lebkuchen Werkstatt, wo man auch verschiedene Workshops besuchen kann, ist auch noch eine Gostilna und eine Pension untergebracht, womit neben dem Wissenswerten auch gleich für ausgezeichnete Kulinarik und Übernachtung gesorgt ist.

Ein guter Birnenschnaps im Flakerle und ausgezeichneter Speck und Käse am Brot. So kann man "arbeiten" ...

Und manchmal kommt auch noch der Chef persönlich vorbei und bringt seine Mundharmonika mit:

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Was  in Pomurje noch so alles auf Euch wartet

Die versprochene kleine Auswahl, damit niemand (auch nicht Kind und Kegel) im Urlaub Langeweile hat.

Časarov mlin in Berkovci

Časarov mlin

Da wäre z.B. für die Technikfans ein Ziel: die Wassermühle in Berkovci. Bis 1969 war die Mühle noch im Betrieb und auch heute könnte sie noch mahlen, wenn damit nicht gegen die strengen Lebensmittelgesetze verstoßen würde. So ist die Mühle heute in die Liste des Kulturerbes aufgenommen und zum Museum geworden. Trotzdem: eine der beiden Walzenmühlen, die aus Koeszeg in Ungarn stammen, ist bei genügend hohem Wasserstand auch heute noch einsatzfähig.

Ein interessierter Kollege bei der Holz-Gas-Maschine

Am Einsatz der Holz-Gas-Maschine, ein einzigartiges Sammlerstück arbeitet Petje Zvone noch. Er ist der Herr über all die Ausstellungsstücke, weiß zu jedem eine Geschichte und versucht alle, wenn nur irgendwie möglich, am Laufen zu halten. Das muss schon früher so gewesen sein, denn der Großvater seiner Frau, war nicht nur der Müller, der diese Mühle errichtete, sondern er hatte anscheinend auch ein Händchen für Technik aller Art. Etliche Gegenstände könnten so manchen Sammler und Technikfreund zum Leuchten bringen: hier gibt es alte Radios und Schreibmaschinen, Akkumulatoren, Maschinen, die die Körner von den Maiskolben trennten und einiges mehr.

Petje Zvone erzählt

Am besten Ihr schaut euch alles an, vielleicht gibt es dann ja auch zur Stärkung ein Glas des köstlichen Hollersaftes, den uns Anica Zvone servierte. Und dabei lässt es sich noch glänzend mit Petje über all die technischen Raffinessen in seinem Museum diskutieren.

Časarov mlin

Führungen werden sowohl für Gruppen als auch für Individualtouristen durchgeführt. Am besten ihr ruft bei Petje und Anica an, twittert oder schreibt ihnen eine Nachricht.

Hier wurde Getreide gemahlen

Časarov mlin
Anica und Petje Zvone
9207 Prosenjakovci, Berkovci 30
Tel: +386 2 544 11 51
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://livescore.wix.com/watermill
https://twitter.com/mlin1930

Der nächste Tipp ist mehr für die kreativen und romantischen Besucher: Die Lebkuchenproduktion der Familie Celec.

Lebkuchen und Liebesherzen

Auch hier sind keine Verständigungsprobleme zu erwarten, man kann sich auf Englisch Deutsch, Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch unterhalten. Eigentlich ist hier auch ein Imkerbetrieb zu Hause und so kann man natürlich auch einiges über die Bienen und Honig erfahren, doch ein Teil der Honigproduktion geht in die Herstellung verschiedener Lebkuchen, die nach alten Rezepten gebacken werden. Bereits 1937 hat der Schwiegervater von Jožica Celec die Meisterprüfung als Lebzelter und Kerzenzieher abgelegt, 1991 hat er seine Schwiegertochter unter seine Fittiche genommen und ihr sein Wissen weitergegeben. Heute arbeitet nicht nur Jožica in der Werkstatt, auch ihr Sohn Damjan werkt schon fest mit und ist für viele neue Rezeptideen beim Honiggebäck zuständig (Tipp: probiert auf alle Fälle den Lebkuchen mit Chili und die Weinbeisser!).

Mit Jožica haben wir uns an die „Liebesherzen" herangemacht und unserer Kreativität freien Lauf gelassen. Allerdings wurden wir alle ein wenig durch unsere fehlende Handwerkskunst eingeschränkt. „Patschert", wie man in Wien so sagt. Während Jožica die kompliziertesten und längsten Wörter ohne Probleme auf die Herzen zauberte, wurden meine Buchstaben mehr als verwackelt und auch die weiße Verzierung am Rand, die eigentlich so einfach aussah, ist nicht ganz so schön gleichmäßig geworden, wie ich es vorhatte. Naja, Übung macht den Meister und ein Souvenir hab ich zumindest ja schon mal …

Probiert habe ich es ....

Domača obrt Medičarstvo
Jožica Celec s.p.
9207 Prosenjakovci, Ratkovci 8
Tel.: +386 2544 12 39
Mobil: +386 41 941 175
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.medicarstvo.com

Rafting auf der Mur

Eine Wassermühle an der Mur

Das war wieder einmal ein Programmpunkt, der mir anfänglich ein paar Schweißperlen auf die Stirn trieb. Ja, ich weiß, dass klingt nach Angsthase, aber in meinem Kopf tauchten die reißenden Wildbäche auf, mit vielen Stromschnellen und die Sportler, die einsam in ihrem Kajak sitzen und kaum haben sie nicht aufgepasst, müssen sie schon eine Eskimorolle durchführen, um aus dem wilden Wasser wieder auftauchen zu können.

Ein Boot, ein Fluss, ein Abenteuer

Ich war also mehr als gespannt und wurde noch skeptischer als die Empfehlung kam, keine Handys, Wertsachen und Fotoapparate mitzunehmen. Aber dann kam doch alles gaaanz anders.

Die Mur – fast unendliche Weiten

Es wurde eine wunderschöne, entspannte Fahrt auf der Mur. Meistens ließen wir uns treiben, hin und wieder wurden wir vom „Kapitän und Steuermann" aufgefordert uns doch ein wenig in die „Ruder" zu hängen. Bei herrlichem Wetter war es eine einzigartige gemütliche Fahrt, die ich mit dem jetzigen Wissen nicht missen möchte. Die Mur fließt ruhig dahin und es ist sehr schön, darauf einfach dahin zu gleiten, den Vögeln am Wasserrand zuzusehen und die Bäume vorbeiziehen zu lassen. An der Mur kann man auch noch einige Wassermühlen sehen (und auch besichtigen), die auf zwei Booten stehen. Und wenn man Glück hat, dann endet die Bootsfahrt auf der Liebesinsel und man bekommt noch die Geschichte von der armen Gräfin und ihrem Liebhaber erzählt. Traut euch – dieses Rafting macht auch Unsportlichen Spaß. Die Schwimmwesten und die Abgabe der Wertgegenstände sind eine Vorsichtsmaßnahme.

MIRAMAR, organiziranje prireditev in turizem, Simona Cizar, s.p.
Mladinska ulica 11
9231 Beltinci
Tel.: +386 (0) 41 826 549, +385 (0) 95 09 8682 (CRO)
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.muramar.si und
www.facebook.com/muramar.si

Fischen, Angeln und die Energie wieder aufladen

Der See, ideal zum Fischen

In der Nähe von Dobrovnik liegt der Bukovnica See, der zum Fischen und Angeln einlädt oder einfach nur zum Herumwandern. Dabei sollte man sich auf jeden Fall in den Wald wagen und den 26 bereits ausgemessenen Energiepunkten einen Besuch abstatten. Sensible Menschen verspüren ein Kribbeln an diesen Plätzen und diesen Punkten wird auch eine heilende Wirkung bei verschiedenen Leiden nachgesagt.

Energiepunkte im Wald

… und so viele Schlösser und Burgen ..

Zwei davon seien hier erwähnt: Das Schloss Negova und das Schloss Grad. Vom Schloss Negova sind die Wirtschaftsräume und die Neue Burg schon reserviert und können besichtigt werden. Eine Ausstellung gibt Aufschluss über die Geschichte der Burg und in einigen Räumen ist 2015 eine wirklich sehenswerte Fotoausstellung untergebracht, die Fotofreunde nicht verpassen sollten.

Schloss Negova

Schloss Grad muss man einfach gesehen haben. Allein schon die Umrisse des Schlosses sind so ungewöhnlich, der große Innenhof beeindruckt durch die Arkaden, die fast um den ganzen Hof bis zu zwei Stockwerken hoch gebaut sind. Im Erdgeschoss kann man verschiedene alte Handwerke sehen und auch einiges über die Geschichte des Schlosses erfahren.

Schloss Grad

In beiden Schlössern finden manchmal auch Konzerte statt. Wer noch weitere Anregungen braucht, schaut einfach ins Buch Reisen in der Untersteiermark / Stajerska von Josef Wallner (Text) und Norbert Eisner (Fotos).

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